Graben

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Graben

Graben 1, Vienna.jpg

Benennung 1294
Benannt nach Burggraben
Straßenlänge 282,30 Meter[1]
Gehzeit 3,40 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Milchgraben, Kaltenmarkt


Namensgebung und Geschichte

Der Graben war in der Zeit Vindobonas tatsächlich ein Graben. Entlang der rechten Seite und der Naglergasse verlief die Stadtmauer zum Römerlager. Der Burggraben war sogar noch vorhanden, als die mittelalterliche sechs Meter hohe Burgmauer errichtet wurde. Erst durch die Einnahmen durch das Lösegeld für Richard Löwenherz wurde der Graben zugeschüttet, in dem die Stadtmauer niedergerissen wurde und der Schutt zur Ebnung verwendet wurde.
: Der Graben vor der Regulierung (schwarz) und danach (grün)

Grün markiert sind die heutigen Gebäude und Straßenverläufe, schwarz sind die Umrisse aus dem Zustand um 1880.

Im Mittelalter war der einzige Durchgang auf der rechten Seite das Jungferngässchen – das zur Peterskirche führt. Auf der linken Grabenseite wurden bereits im 13. Jahrhundert fünf Gassen angelegt: Die Obere Bräunerstraße (heute Habsburgergasse), die Untere Bräunerstraße (die heutige Bräunerstraße) die Färberstraße (Dorotheergasse), die Lederstraße (Spiegelgasse) und die Reifstraße (Seilergasse).

Der Graben im Mittelalter

Anfangs war der Graben keine beliebte Wohngegend, da dort die „Mörung“ entsprang – ein offener Bach, der zur Abwasserentsorgung genutzt wurde und daher einen unangenehmen Geruch mit sich trug. Am Graben befanden sich in der Anfangszeit nur Holzhäuschen, was am 23.3.1327 zu einer großen Katastrophe führte: Im Haus des Pfarrers von St. Stephan in der Wallnerstraße brach ein Feuer aus, das innerhalb kürzester Zeit durch die Naglergasse den Graben erfasste. Alles verbrannte. Damals wohnten hier nur weniger Adelige, das einzige herrschaftliche Gebäude damals war der Freisingerhof.

Der Platz wurde hauptsächlich als Markt genutzt: erwähnt wird schon 1295 ein Milch- und ein Obstmarkt („Milchgraben“), ab 1320 wurde hier mit Kraut gehandelt, 1402 wird er als Kaltenmarkt (Herbstmarkt) urkundlich erwähnt. Dann war hier ein „Grünwarenmarkt“ (Gemüse). Brothändler konnten Brotbänke (Verkaufsstände) mieten. Brotverkauf war im Mittelalter streng limitiert, er musste vom Landesfürsten freigegeben werden. Die Bäcker mussten ihre Erzeugnisse zur Brotbank bringen. Dort wurde das Brot auf die vorgeschriebene Qualität und das vorgeschriebene Gewicht hin überprüft und zu den festgesetzten Preisen verkauft. Die Bäcker mussten Miete oder Zins dafür zahlen. Falls das Brot nicht den Vorschriften entsprochen hat, musste es den Armen gegeben werden und die Bäcker wurden als Verbrecher bestraft. Auch Fleischbänke mit streng geregelten Öffnungszeiten gab es hier, die aber wegen der Geruchsbelastung bald wieder aufgelassen wurden. Von 1600 bis 1772 gab es hier einen Christkindel- und Krippenmarkt.

Der Graben als Begegnungszone

Danach wurde der Graben als Flaniermeile genutzt, langsam siedelten sich hier große Unternehmen an, wie zum Beispiel der Trattnerhof (Buchdrucker Thomas von Trattner).

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts dominierte der „Arkadenhof“ – ein auffälliges Renaissancegebäude – den Graben, er wurde 1873 abgerissen. An seiner Stelle steht heute der Grabenhof. Die Hausbesitzer verschönerten erst ihre Fassaden, als der Platz für Feiern (zum Beispiel Erbhuldigungsfeiern aber auch Fronleichnamprozessionen) genutzt wurde. Bei Huldigungsanlässen des Hofes – die erste war 1531 zur Krönung von Ferdinand - wurden jeweils prachtvolle Tribünen und Gerüste aufgestellt von denen nicht selten gebratene Nahrungsmittel in die Bevölkerung geworfen wurden. Aus den beiden Brunnen am Graben floss dann jeweils roter und weißer Wein.

Unter Joseph II. war der Graben der beliebteste Platz zum prominieren (Die Wiener nannten die Leute, die nichts anderes arbeiteten, „Pflastertreter“) und abends ab 19 Uhr war der Graben voller Stühle, es wurde lautstark geplaudert und Limonade getrunken. Die Herrschaften fuhren abends mit ihren schweren Karossen am Graben vorbei und ließen sich von ihren Läufern Windlichter vortragen, dazwischen keuchten Sesselträger in hellroten Röcken unter ihrer schweren Last, und die Grabennymphen lockten.

Im Haus des Apothekers Hackenberg wurden große Empfänge abgehalten.

Damals tauchten auch Prostituierte hier auf, die Graben-Fräule oder auch Graben-Nymphen.

Charakteristisch für die linke Häuserreihe des Grabens waren die großen Wasserspeier, lange Dachrinnen, die bis an die Mitte der Straße reichten und bei starken Regengüssen gefährlich werden konnten.

Der Graben und die Fiaker

Der Graben 1848[2]

Bereits im 19. Jahrhundert standen unzählige Fiaker und Stellplätze hier, die erste mit Akkumulatoren betriebene Buslinie verkehrte ab 1.3.1912 vom Stephansplatz über den Graben bis zur Volksoper.

Graf Wurmser und die Fiaker

Berühmt war der Graben schon früh für seine „Graben-Fiaker“, die unter allen Wiener Fiakern die mit den schönsten Trabern und den nettesten Wägen waren – und natürlich auch die charmantesten Kutscher hatten.

Eine Anekdote erzählt davon, wie einst der Graf Wurmser das erste Mal nach Wien kam. Er verließ morgens sein Hotel auf der Kärntnerstraße, um den berühmten Gaben aufzusuchen. Da er die Straßen nicht kannte, schlenderte er zum nächsten Fiakerplatz und rief einem Kutscher zu: „Auf den Graben, bitte!“ Der Kutscher sprang vom Bock, öffnete die Wagentür, der Passagier setzte sich, der Kutscher sprang um die Kutsche herum, den Schlag auf der anderen Seite aufriss und schrie: „So, Euer Gnaden, wir sind schon da, net wahr, des geht gschwind, mit an Fiaker!“ Er war nämlich am Trattnerhof. Der Graf lächelte über die Ehrlichkeit des Fiakers, immerhin hätte er den Fremden durch die ganze Stadt kutschieren können, gab ihm einen Dukaten und behielt ihn als seinen „Leibfiaker“.

Porzellanfuhren

Auch für "heikle" Fahrten konnten die Fiaker engagiert werden. Im 18. Jahrhundert kam es gelegentlich vor, dass eine Dame mit ihrem Galan in den Fiaker einstieg, und dem Kutscher das Wort "Porzellanfuhr" zurief. Der Kutscher fuhr nun entsprechend vorsichtig, um zu heftige Erschütterungen zu vermeiden. Die Mädchen wurden für ihre Dienste bei der Fahrt übrigens bezahlt.

Der Graben heute

Erste elektrische Probebeleuchtung in Wien im Jahr 1882, Bild W. Gause

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich hier immer stärkerer Verkehr. Hier verkehrten erst Pferdeomnibusse, die durch Linienautobusse ersetzt wurden, Fiaker wurden immer mehr durch Autos verdrängt. Der Verkehr beim Stock-Im-Eisenplatz wurde zuletzt von oben geregelt: auf einem hohen Ständer über dem Gewühl wurde eine Kabine angebracht, in der ein Verkehrspolizist das Chaos regelte.

Hier wurde 1882 die erste elektrische Straßenbeleuchtung getestet und am 4.12.1950 auch die erste Neonbeleuchtung in Wien in Betrieb genommen. [3]

Erst im Zuge des U-Bahnbaus im Jahr 1971 wurde hier versuchsweise die erste Fußgängerzone Wiens errichtet. Gleichzeitig mit dem Baufortschritt wurde etappenweise auch die Fußgängerzone erweitert. Für die Neugestaltung gab es zahlreiche Wettbewerbe und Vorschläge von Architekten, die umstrittenste Idee kam von der Gruppe M, die eine Überdachung des Grabens vorschlug.

Heute ist der Graben in Verbindung mit der Kärntner Straße und dem Kohlmarkt das „Goldene U“ – die teuerste und exklusivste Einkaufsstraße Wiens.

Brunnen und Denkmäler

Am Graben befinden sich seit dem 15. Jahrhundert zwei Brunnen, aus denen bei Festen Rot- und Weißwein geflossen sein sollen: Der Josefsbrunnen (vor der Jugenstil-Bedrüfnisanstalt – damals vor dem abgerissenen Haus „Zum Goldenen Hirschen“)) und der Leopoldbrunnen (vor dem abgerissenen Gebäude „Zum Schwarzen Elefanten“ bzw. „Zur goldenen Krone“).

Schon 1455 finden sich Vermerke in Büchern, dass Ausgaben für einen Brunnen erfolgten. Das Wasser wurde in Röhren vom Garten der Hofburg hergeleitet und war ursprünglich zum Löschen auftretender Brände gedacht. Es dürfte sich dabei um den Florianbrunnen gehandelt haben, der stattdessen hier gestanden hatte.

Als Leopold der I. sein Versprechen mit der Pestsäule einlöste, ließ er auch gleich neue steinerne Figuren ("Werke der Frömmigkeit") für die Brunnen anfertigen. Das Becken beider Brunnen ist aus Wöllersdorfer Stein gefertigt, den Auftrag erhielt der Steinmetz Ambrosi Ferkh. Die Figuren, die von Joseph Frühwirt geschaffen wurden, wurden 1680 aufgestellt, damals waren sie von einem geschnörkelten Eisengitter umgeben.

Die Figuren sollten bereits 1730 durch neue Figuren ersetzt werden, Karl VI. kam davon jedoch wieder ab. 1804 waren die Statuen dann doch so verwittert, dass sie durch Bleifiguren von Johann Martin Fischer ersetzt wurden. Die Direktoren der Akademie (Hetzendorf von Hohenberg und Füger) schlugen vor, dass die Figuren durch die jüdischen König Davoid und Salomon ersetzt werden sollten, der Kaiser lehnte das jedoch ab. Die neuen Bleifiguren wurden am 8.12.1804 enthüllt – die steinernen Statuen sind seither verschollen.

Josephsbrunnen

Am Josefsbrunnen entfaltet ein Knabe vor dem heiligen Josef eine Schriftrolle mit dessen Stammbaum. Die Reliefs zeigen die Verkündigung (Josefs Traum) und die Flucht nach Ägypten.

Leopoldsbrunnen

Auch hier – dem Pendant zum Josefsbrunnen - wird eine Schriftrolle entfaltet, allerdings vor dem heiligen Leopold (dem Markgrafen Leopold III.), nämlich den Kirchenplan von Klosterneuburg.

Am Sockel befinden sich Reliefs, die die Auffindung des Schleiers der heiligen Agnes (der Ehefrau von Leopold) sowie die Gründung des Stifts Klosterneuburg zeigen. Der Heilige Leopold trägt eine Rüstung und eine Krone, er hält eine Fahne.

Der alte Leopoldsbrunnen befindet sich nun im Hof des Schottenstifts.

Pestsäule

Während der großen Pestepidemie 1679 gelobte Leopold I. eine Säule zum Andenken an die Pest zu errichten. Im selben Jahr wurde eine Holzsäule errichtet, vollendet wird sie – unter Mithilfe von Johann Bernhard Fischer von Erlach - in Stein erst 1693. Die Dreifaltigkeitssäule ist barock. Die 18 Meter hohe Säule hat eine dreieckige Grundform (Pyramide), auf dem Sockel ist ein Wolkenberg mit neun lebensgroßen Engeln.

Kurze Beschreibung

An den Seitenflächen des Sockels befinden sich sechs Reliefs: Schöpfung, Pest, Passahfest, Letztes Abendmahl, Sintflut, Pfingstwunder.

Oben: Himmelskugel mit Tierkreis und Gestirnen, Erdkugel mit vier Winden, Lamm Gottes mit Osterfahne, Cherubim mit Kelch, Hand Gottes mit Gesetzestafeln, geflügeltes flammendes Herz.

An den Stirnflächen des Unterbaus befinden sich die Wappen von Österreich, Ungarn und Böhmen.

Wolkensäule: auf den drei Absätzen sitzen je drei Engel.

Die Figurengruppe stellt „Glaube besiegt die Pest“ (Engel stürzen die Pest (eine Frau) in den Abgrund) dar, darüber steht betend Leopold I.

Einseiten-Zeitung zur 100-jährigen Feier der Pestsäule

100 Jahre später, 1779, feierten die Wiener ein mehrtägiges Fest mit mehreren religiösen Veranstaltungen, die auch einen starken Bezug zur Pest hatten. Trattner (siehe Trattnerhof) druckte zu diesem Anlass einen Einblattdruck, der einen Kupferstich der Pestsäule zeigt, aber auch das Festprogramm - und die auftretenden Prediger - beschreibt.

Unter Carl VI. wurden hier täglich Andachten abgehalten und im Sommer um 7 Uhr gab es hier Predigten.

Die mystische Drei

In einer Beschreibung des Denkmalamtes wird die Säule als "Inszenierung der Zahl Drei" beschrieben. Das ist wohl tatsächlich so. Das Denkmal hat eine Struktur von drei Ebenen: Gott (Spitze), Engel (Pyramide) und Mensch (Sockel). Auch in sich stimmt diese Symbolik: Die Dreifaltigkeitsgruppe steht an der Spitze - drei mal drei Engel, drei Inschriften, drei Wappen des Kaisers, Sockel und Wolkenpyramide sind dreieckig. Die Säule misst 60 Fuß (oder 18,6 Meter), das Maß ist durch drei teilbar.

Nur die weltliche Seite wird von der Vier dominiert. Auf einem Vierkantsockel blasen vier Winde aus vier Himmelsrichtungen und die vier abgebildeten Sternzeichen (Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze) symbolisieren die vier Erdzeichen (Erde, Feuer, Wasser, Luft).

Abgerundet wird das Bild durch 12 Bibelszenen (drei x vier) zu einem gemeinsamen Ganzen. Ein Symbol eines Abwehrzaubers gegen die Pest. [4]

Erstes unteririsches öffentliches Klo

Schnitt und Grundriss der WC-Anlage

Das erste öffentliche Klo in Wien, das unterirdisch erbaut wurde, ist das am Graben. Es ist auch das letzte erhaltene Original im Jugendstil.

Gestaltet wurde die Anlage von Franz Krasny - nach Plänen von Wilhelm Beetz - 1904 bis 1905. Wilhelm Beetz erhielt auch das Recht, die Bedürfnisanstalt zu betreiben. Bereits 1997 diskutierte man um den Aufstellungsort: Die Planung sah den Stephansplatz vor, die Kirche erhob jedoch, unterstützt von der Presse, massiv Einwände. So verlegte man die Umsetzung deutlich weiter weg vom Dom - auf Höhe des Petersplatzes.

Damit der Bau vorgenommen werden konnte, musste man erst das Josefsdenkmal abtragen (und später wieder aufstellen). Der Bau kostet außergewöhnlich viel (72.000 Kronen), die Stadt Wien beteiligte sich daher mit einem Zuschuss in der Höhe von 32.000 Kronen. Das war kein Wunder, denn man wählte eine Luxus-Ausstattung: Die Klobrillen wurden aus Teak gefertigt, die Beschläge aus Messing.

Die Anlage ist über zwei - nach Geschlechtern getrennte - Abgänge zu erreichen, die durch Gaslaternen markiert sind. Diese dienen auch gleichzeitig der Entlüftung. Man gelangt in einen 14,5 Meter mal 7,7 Meter großen Raum, in der Mitte hat die Klofrau ihren Aufenthaltsraum. Jeder Raum besitzt sechs WC-Kabinen, das Herren-Klo zusätzlich noch 12 Pissoires. Neben den wertvollen Klobrillen stattete man die Zwischenwände und Schiebetüren mit Eichenholz aus, die Einsätze sind aus geschliffenem Glas, die Wasserhähne sind vergoldet, und im Damenbereich fanden sogar zwei Aquarien Platz. Die indirekte Beleuchtung sorgt für eine intime Atmosphäre. Für die Nutzung des Klos wurde - wie heute - eine Gebühr verlangt, nur die Pissoirs durften kostenfrei verwendet werden.

Die feierliche Eröffnung fand am 14.3.1805 statt. Während der warmen Jahreszeit wurden die Gitter um die Stiegenabgänge mit Blumen geschmückt, um die Zugänge zur Bedürfnisanstalt möglichst unauffällig zu gestalten. Diese Gitter und die Laternen mit der Beschriftung „Damen“ und „Herren“ sind noch original erhalten.

1988 wurde die Anlage saniert und als einziges Klos unter Denkmalschutz gestellt, da das mittlerweile gesperrte Klo als künstlerisch und kulturhistorisch wertvoll anerkannt wurde.

Die Jugendstil-Anlage wurde auch schon als Schauplatz für ein Theaterstück genutzt: 1989 wurde der Einakter „Dreckige G'schichten“ von Andreas Ceska (nach Texten von Charles Bukowski) uraufgeführt, zwischen April und Ende Juni 1999 gab es sogar mehrere Vorstellungen.

Das Elefantenhaus

Das Elefantenhaus

Bevor der Graben in seiner heutigen Form hergestellt wurde, befand sich hier noch ein Gebäude, das Elefantenhaus.

Angeblich ist das Elefantenhaus nach Soliman, dem ersten Wiener Elefanten, benannt. Soliman war ein Geschenk an Kaiser Maximilian II zu seiner Hochzeit mit der spanischen Prinzessin Maria. Als Soliman am 6.3.1552 mit einer Parade durch das Kärntner Tor einzog, bestaunte ihn die ganze Wiener Bevölkerung. Leider stab der Elefant am 18.12.1553 wegen nichtartgerechter Haltung.

Genau vor diesem Haus soll im Trubel der Parade ein kleines Mädchen genau vor den Elefanten gefallen sein. Der Elefant hob mit seinem Rüssel das Kind auf und gab es unversehrt seiner Mutter zurück. Aus Dank über die Rettung ließ der Vater an der Fassade des Hauses ein Relief aus Sandstein anbringen, das den Elefanten zeigte. Auch eine Inschrift war hier angebracht, die besagt:

"Dieses Tier heisst ein Elephant,
Welches ist weit und breit bekannt,
Seine ganze Gröss, also Gestallt
Ist hier gar fleissig abgemallt,
Wie der König Maximilian
Aus Hispanien hat bringen lan (lassen)
Im Monat Aprilis fürwar,
Als man zelt 1552 Jahr"
[5]

Die Apotheke, die sich in dem Haus befand, hieß, ebenfalls zur Erinnerung an das große Tier, „Zum Schwarzen Elefanten“. Später fand man das Gebäude unter dem Namen „Zur Goldenen Krone“ – es stand genau da, wo heute die Rolltreppe der U-Bahn in die Tiefe führt. Das Relief aus Sandstein war 1727 so verwittert, dass man es durch ein Wandgemälde ersetzte.

1708 kaufte der Glockengießer Johann Achamer, der die alte Pummerin gegossen hatte, das Haus. [6]

Das Haus wurde 1866 abgerissen.

Häuser des Platzes

Der Graben ist im Uhrzeigersinn nummeriert und beginnt heute mit Nummer 7, da die Nummern 1 – 6 dem Stock-Im-Eisen-Platz zugefallen sind.



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. Wien seit 60 Jahren, ein Album für die Jugend, Gerlach&Wiedling, Wien, 1908
  3. Wiener Geschichtsblätter, Wien Archiv, Tradition und Volksleben, Blatt W06055
  4. Gabriele Lukacs: Wien, Geheimnisse einer Stadt, Pichler Verlag, 2014, S. 35-36
  5. Mathias Fuhrmann, Walter Obermaier: Alt- und Neues Wien, Band 2, Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft, 1739, Wien. S, 802
  6. Herbert Haupt: Das Hof- und hofbefreite Handwerk im barocken Wien, 1620 bis 1770, Studien-Verlag, Innsbruck, Wien, Bozen, 2007, S. 189