Goldschmiedgasse 1

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Grund-Information
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Haas-Haus

Aliasadressen =Goldschmiedgasse 1, =Stock-Im-Eisen-Platz 4, =Graben 32, =Stephansplatz 12
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 623, 624, 625 | vor 1821: 664, 665, 666 | vor 1795: 610, 611, 612
Baujahr 1985
Architekt Hans Hollein


Das Haas-Haus - Architektur und Geschichte

Dominierend am Stock-Im-Eisen-Platz ist immer noch, und auch immer noch umstritten, das Haas-Haus von Architekt Hans Hollein.

Das neue Haas-Haus

Das zweite Haa-Haus

Das Gebäude, das seinen alten Namen behalten hat, war als Geschäfts- und Bürohaus mit einem Anteil an Gastronomie (Do&Co) als Einkaufstempel der Luxusklasse geplant. Es enthielt ein fünfgeschossiges Atrium mit Luxusgeschäften, drei Bürogeschossen, einem Dachrestaurant und einem weiteren Restaurant. Mittlerweile wurden die Geschäfte, im Zuge des Umbaus 2001, durch ein Modegeschäft (Zara) ersetzt, das sich über mehrere Geschosse erstreckt. In die oberen Stockwerke wurde ein exklusives Hotel integriert.

Das Holleinsche Haas-Haus mit seiner gläsernen Fassade bildet seit 1990 einen interessanten Gegensatz zum alten Dom, er spiegelt ihn modern wieder. Auch wenn der Neubau heftig umstritten ist, muss doch erwähnt werden, dass er sich damit in eine Reihe von kritisierten Bauten einreiht – die Kritik der Wiener Bevölkerung war beim Bau des Burgtheaters, dem Hochhaus in der Herrengasse und bei der Secession nicht geringer.

Onyx Bar

Im 6. Stock des neuen Haas-Hauses befindet sich die Onyx Bar. Sie ist vor allem wegen ihres Klos sehenswert.

Im Damenklo bewegt man sich zwischen frischen Schnittblumen und stilvollen Wandleuchten, im Herrenklos ist über den Pissoirs ein Flatscreen angebracht, der Sportübertragungen zeigt.

Vorgängerhäuser

Das Teppichhaus Philipp Haas & Söhne – das alte Haas-Haus

Das erste Haas-Haus

1866-67 entstand hier im Auftrag des Teppichhauses Philipp Haas & Söhne nach Plänen von August Siccard von Siccardsburg und Eduard Van der Nüll Wiens erstes Warenhaus.

Es wurde nach dem Vorbild Pariser und Londoner Warenhäusern gebaut und hatte das erste umfangreiche Warenangebot mit Fixpreisen.

Bautechnisch war es das erste Haus in Wien, das in Eisenständerbauweise errichtet worden war. Das Eisengerippe wurde dann mit einer historisierenden Fassade ummantelt.

Nachdem es 1945 schwere Kriegsschäden erlitten hatte, wurde dieses Gebäude 1951-53 durch einen Neubau von Carl Appel, Max Fellerer und Wörle ersetzt. Dieses Haus wurde 1985 zugunsten des heutigen Haas-Hauses abgerissen.

Eduard Haas

Eduard Haas hatte von seinem Vater Philipp das Unternehmen übernommen und errichtete schon mit 23 Jahren eine Fabrik für Damast-Stoffe in Böhmen (Hlinsko), und eine Teppichfabrik in Ebergassing. Ab 1852 war seine Fabrik die erste mit mechanischen Teppich-Webstühlen, womit er sein Vermögen begründete. Das Warenhaus, das er sum dieses Geld am Stock-Im-Eisen-Platz von Eduard van der Nüll und August Sicard von Sicardsburg errichten ließ, war gleichzeitig der Zentrale seines Unternehmens. Bekannt wurde er in der Zeit der Pariser Weltausstellung (1867) vor allem damit, dass er sich besonders um das Wohlergehen seiner Mitarbeiter bemühte, in dem er einen Pensionsfonds einrichten hatte lassen und seine Arbeiter in kostenlosen Wohnungen unterbrachte, und dafür bei der Weltausstellung geehrt wurde. Haas war während der Wiener Weltausstellung 1873 kaiserlicher Kommissär in der Leitung des Organisationsteams.

Die Alte Badestube

Doch schon vor den drei Haas-Häusern standen hier Häuser. Stadt 623 wurde erstmals 1370 als “Alte Badestube am Roßmarkt“ erwähnt. Besitzer dieser bekanntesten Badestube Wiens waren Dietrich der Bader und seiner Frau Margarethe. Entstanden waren diese Institutionen generell, als die Krankheit „Aussatz“ in der engen Stadt überhand nahm. Die Bevölkerung glaubte, dass Baden ein wirksames Gegenmittel sei. Das Bad blieb noch lange Zeit bestehen, als weitere Besitzer werden der Stadtrichter Jorgen der Schuchler und der Stadtrichter Sebastian Ziegelhauser, der durch die „Verschwörung beim Spiegelhaus“ seinen Kopf verlor, genannt. Als letzter Besitzer ist Sebastian Khnol, der Wundarzt und Bader, bekannt.

Ab 1789 fand sich in dem Haus die "Kunstsammlung des Herrn Müller", bei dem es sich um ein Wachsfigurenkabinett handelte. Die große Attraktion im Jahr 1792 war die Präsentation einer Nachbildung von Leopold II., "auf dem Paradebette liegend, mit allen gehörigen Insignien in spanischem Mantelkleid". [1]

Das Haus „Zur blauen Flasche“, Kaffeeschank und Speiseanstalt

Haus 624 stand bereits 1369 hier, auch dieses Haus war im 14. Jahrhundert in Besitz von Sebastian Ziegelhauser. Der Hausname „Zur blauen Flasche“ dürfte durch den Besitzer 1563 entstanden sein: es handelte sich um Christian Flaschner.

Im 17. Jahrhundert dürfte sich die Kaffeeschank von Franz Georg Kolschitzky, dem ersten Wiener Kaffeesieder, hier befunden haben. Um 1800 wurde ein „Schellrestaurant“ hier eröffnet, die „Speiseanstalt“. Angeblich gelang es den Wirtsleuten, 350 Personen innerhalb von drei Stunden ein günstiges Mittagsmahl zu bieten, allerdings unter primitiven Bedingungen.

Zum roten Hahn bzw. Zur goldenen Rose

Ecke Goldschmiedgasse war schließlich noch Haus Stadt 625, das Haus „Zum roten Hahn“, später „Zur goldenen Rose“ zu finden. 1386 führte hier Mathes der Gute (auch Mathes Bonus) eine Apotheke. 1422 erbte Mert Scherper das Haus, in dem er 1434 einen „Kram“, einen Verkaufsladen, einrichtete. Ebenfalls Besitzerin des Hauses war Barbara Hutstocker, die Frau des Rates Johann Hutstocker. An der nördlichen Wand des Stephansdomes, in der Nähe des Eingangs zur Herzogsgruft, erinnert sein Grabmal an ihn: die Hutstocker Kreuztragung.

Sonstige Bewohner

Weitere Besitzer des Haus waren der Landschreiber Franz Anton Quarient und (1797) Johann Nepomuk Wildauer, der das Haus komplett umbaute.

  • Georg Conradi, aus dem privilegierter Großhandlungs-Gremium [2]



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Quellen

  1. http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/1933974
  2. Franz Haller: Adressenbuch des bürgerlichen Handelsstandes in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien für das Jahr 1832, Eigenverlag, 1833, Wien, S. 2