Graben 7

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Grund-Information
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Graben 7

Aliasadressen =Graben 7, =Seilergasse 2
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1092 (eigentlich ehem. Grabengasse), 1093 | vor 1821: 1158, 1159 | vor 1795: 1119, 1093
Baujahr 1875
Architekt Ludwig Tischler


Das Gebäude - Architektur und Geschichte

1975 erbaute Ludwig Tischler das Haus, seit 1950 ist das Gebäude in Besitz der Wiener Städtischen wechselseitigen Versicherungsanstalt.

Vorgängerhäuser

An Stelle dieses Hauses verlief früher das „Krautgässel“ oder auch „Hühnergässel“ (1648), an dessen Seiten die Häuser 1092 und 1093 standen.

Haus 1093

Haus 1093 hatte den Namen „Zu den heiligen drei Königen“ und stand bis 1643 in der Dienstbarkeit des Bistums von Wien. Im Jahr 1740 gelangte es in den Besitz des Bürgermeisters Johann Adam von Zahlheim, 1869 wurde es abgerissen.

Haus 1092

Das Haus 1092 auf der gegenüberliegenden Seite des Krautgässels wurde bereits 1438 erwähnt. 1468 kaufte es Laurenz Taschendorfer, der Ratsherr und Stadtrichter. Im 19. Jahrhundert erwarb es die Stadt Wien, die es 1875 der Wiener Baugesellschaft weiter verkauft.

Diese ließ das Haus – gemeinsam mit Haus 1093 – abreißen und errichtete das neue Gebäude, womit das Krautgässel für immer verschwand.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus Josef Mayseder

Hier wohnte der Violinist und Komponist Josef Mayseder (Joseph, * 26. Oktober 1789 Wien, † 21. November 1863 Wien 1, Neuer Markt 15). Schon mit 11 Jahren trat Mayseder öffentlich auf, er spielte damals bei einem der Augarten-Konzerte. Er hatte mit seinem virtuosen Geigenspiel auch als Lehrer gewirkt, und gilt als Gründer der "Wiener Geigenschule".

Wohnhaus Georg Hellmesberger

Ab 1853 wohnte auch Georg Hellmesberger Senior (* 24. April 1800 in Wien; † 16. August 1873), ebenfalls Violinist und Dirigent, hier. Hellmesberger hatte als Wiener Sängerknabe seine musikalische Karriere gestartet und sang als Sopranist bereits mit 10 Jahren in der Wiener Hofmusikkapelle. Der ursprüngliche Plan eines Theologie-.Studium scheiterte daran, dass das Interesse für die Musik doch zu groß war. Er begann also Musik zu studieren und wurde bald Konzertmeister am Hofopern-Theater und später von den Wiener Philharmonikern.

Apotheke „Zum schwarzen Bären“

Seit 1911 befindet sich eine der ältesten Apotheken Wiens im Haus Graben 7. 1339 war sie im Haus Wollzeile 2 gegründet worden, übersiedelte zahlreiche Male, bis sie schließlich in diesem Haus landete. Die Apotheke „Zum Schwarzen Bären“ war die erste, die ein UnitDose-System eingebaut hat, ein Medikamenten-Logistiksystem, das vollautomatisch die Packungen nach oben an die Kassa liefert.

Rebellion

Diese Apotheke ist durch ihre Rebellion gegen die Kammer bekannt geworden: Sie hatte sich 10 Jahre lang, von 2001 bis 2011, den vorgeschriebenen Öffnungszeiten widersetzt und Samstagnachmittag bis 18 Uhr offen gehalten. 2011 untersagte die Kammer diese Öffnungszeiten, weil sich nun auch andere Apotheken auf Einkaufsstraßen entschlossen, Medikamente bis Samstagabend zu verkaufen. Als Grund wurde angegeben, dass kein Bedarf gegeben sei, was die Grabenapotheke widerlegte:

Durchschnittlich 400 Kunden zwischen 12 und 18 Uhr bewiesen das Gegenteil. Nach einem Disziplinarverfahren der Kammer und Entzug der Konzession (wegen grober Rechtsverletzung) durch die MA 40 ging der Fall vor den UVS. Dort erkämpfte sich die Apotheke einen positiven Bescheid zu den Öffnungszeiten, es wurde nun interpretiert, dass diese definierten Öffnungszeiten (8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr Wochentags, Samstag 8 - 12 Uhr) die Zeiten seien, an denen zwingend geöffnet sein musste, darüber hinausgehende Zeiten seien freiwillig und daher möglich. Dass die Kammer immer noch an ihren Zeiten festhält, belustigt die anderen Bundesländer, in Graz und Linz ist der Samstagsbetrieb längst üblich. [1]


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Quellen