Graben 12

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Grund-Information
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Graben 12

Aliasadressen =Graben 12
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1121 | vor 1821: 1187 | vor 1795: 1150
Baujahr 1897
Architekt Ludwig Richter


Doblhoffhaus - Architektur und Geschichte

In den Neubau von 1897 wurde das Barockportal des Altbaus integriert. Der Balkon ist mit Reliefs (Herkules und Hephasitos) geschmückt, im obersten Geschoß sieht man Putten. Das Familienwappen ist das der Familie Doblhoff-Dier, die das Palais ab 1772 besaß.

In diesem Haus fanden viele Hausmusikabende statt, an denen sich auch Franz Schubert beteiligte. 1943 wurde das Haus von den Nazis beschlagnahmt, am 23.9.1948 erhielt es neue Besitzer.

An der Grabenfront ist die Kürschnerei Liska untergebracht.

Vorgängerhäuser

Statt dem heutigen Haus befanden sich hier ehemals zwei Gebäude. Das eine wurde bereits 1436 erstmals erwähnt, als Besitzer wird Mathes Tyweindl Ritter erwähnt, dem das Haus auch den Namen "Tybeindlhaus" verdankte. Das zweite Haus wird 1460 erstmals genannt, 1465 kaufte es der Apotheker Reutter, wahrscheinlich war hier die "Blaue Apotheke". Vereint wurden die Gebäude durch dem Hofkammerdirektor Dr. Jacob Berchtholdt 1631. (1684 laut Messner [1])

Schließlich gelangte es 1749 in den Besitz von Joachim Georg von Schwandter, der als wohltätiger Mann bekannt wurde. Sein Grabmal (er starb 1752) befindet sich im Chor des Stephansdoms.

Damals kaufte Hofrat Carl Josef Edlen von Dier das Gebäude und als seine Tochter Therese den Freiherrn Karl Anton Holler von Doblhoff (Reorganisator der österreichischen Stahlindustrie) heiratete, vererbte er es an die Familie Doblhoff-Dier. 1832 findet sich für das Gebäude die Bezeichnung "Zur goldenen Flaute". [2]

1896 wurde das Haus abgerissen und durch den heutigen Neubau ersetzt.

Unternehmer

Atelier des Hofschneiders Karl Edler von Frank

Bis zum Abriss des Palais (1896) hatte der Hofschneider Frank hier sein Geschäft. Frank ist wegen seiner Schneiderkunst in Wien berühmt gewesen, hatte aber durch seine Wohltätigkeit einen Ruf erlangt. Durch den Tod seiner Frau hatte er ein beträchtliches Vermögen geerbt, das er dem Wilhelminenspital stiftete. Mit diesem Geld wurde die Kinderabteilung des Wilhelminenspitals errichtet. [3]



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Quellen

  1. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig. S. 58
  2. Franz Haller: Adressenbuch des bürgerlichen Handelsstandes in der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien für das Jahr 1832, Eigenverlag, 1833, Wien, S. 5
  3. http://www.digital.wienbibliothek.at/wk/periodical/pageview/728430 - Nachruf auf Frank