Salzgries

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Salzgries

Wien 01 Salzgries a.jpg

Benennung 1322
Benannt nach Ufer der Salzschiffer
Straßenlänge 322,05 Meter [1]
Gehzeit 3,88 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Am Gries


Namensgebung und Geschichte

Hier legten schon 1322 die Salzhändler am Donaukanal an, die Uferzone dürfte schon von den Römern genutzt worden sein ("Arena Salis"). Damals lag der Bereich noch außerhalb der Stadtmauer. Die Ringmauer wurde 1661 durch eine Kurtine ersetzt, die die Große Gonzagabastei mit der Elendbastei verband.

Die erste nachgewiesene Bezeichnung für das Areal lautete "Am Gries", Gries ist die Bezeichnung für ein Ufer an einem Flussknie, an dem sich Schotter und Sand ablagerte und damit eine gute Anlagestelle bot. Die anlegenden Schiffe sorgten für starken Betrieb, es entstanden zahlreiche Einkehrergasthäuser, wie "Zum Wölfen in der Au", "Zum blauen Hechten", oder "Zum weißen Löwen". Auch einige Innungshäuser siedelten sich hier an.

Der Verlauf des Salzgries veränderte sich mehrfach, er begann einmal beim Morzinplatz, als die Kohlmessergasse durch eine neue Häuserzeile entstand, später, als die Befestigungsanlagen am Donaukanal demoliert worden waren, wurde die Zeughausgasse einbezogen (1862). Dieser Teil entfiel bei Eröffnung der Börsegasse wieder, eine weitere Veränderung ergab sich durch die Abbrüche des Arsenals (1873-1875) und der Salzgrieskaserne (1880).

Kaiserliche Schatzkammer und Salzgrieskaserne

Dort, wo sich heute die Häuser Salzgries 6 bis 14 befinden, stand einst die kaiserliche Schatzkammer. Sie wurde im 18. Jahrhundert abgerissen, um der Salzgrieskaserne Platz zu machen. Diese Kaserne war die einzige, die sich innerhalb der Stadt befunden hatte, die zweite, die Wien überhaupt hatte (vorher wurde die Leopoldstädter Kaserne errichtet).

Bis ins 17. Jahrhundert verlief hier, an der Stadtmauer, ein unverbauter Streifen, nach und nach entstanden dann kleine Basteihäuschen; in Summe sind 53 in Büchern vermerkt. In diesen Häuschen wohnte die Stadtguardia. Als diese 1741 unter Maria Theresia aufgelöst wurde, verschwanden auch die kleinen Häuser. Ersetzt wurde die Guardia durch ein reguläres Militär, das auch eine Kaserne benötigte. Man beschloss daher den Bau und beauftragte damit am 7. Juli 1745 den städtischen Baumeisters Daniel Christoph Dietrich. 1748 zog die erste Truppe unter Anführung von Feldmarschall Graf Kolowrat ein.

1880 wurde die Kaserne schließlich abgerissen und machte zahlreichen Häusern Platz. Der Wappenengel, der an der Fassade angebracht gewesen war, wurde abgenommen und am Haus Am Hof 9-10 angebracht.

Gänsemarkt

Seit dem Mittelalter bestand hier auch ein Gänsemarkt. Er wurde im Mai 1868 hinter die Salzgrieskaserne verlegt, ab 1868 fand er sich am Rudolfsplatz. Als die Brandstätte 1872 neu gestaltet wurde, wurde er dort abgehalten.

Häuser der Straße

  • Salzgries 1 - Wohnhaus Ilse Aichinger
  • Salzgries 2 - ehem. Palais Wickenburg
  • Salzgries 3 - Relief Salzschiffe
  • Salzgries 4 - Haus "Zum goldenen Gruß"
  • Salzgries 5-7
  • Salzgries 6 - Wohn- und Sterbehaus des Stukkateurs Albert Georg Bolla
  • Salzgries 8
  • Salzgries 9 - Wohn- und Sterbehaus des Dichters Karl Baldamus
  • Salzgries 10
  • Salzgries 11-13 - "Zum weißen Rössl", "Zum weißen Löwen", Die Legende der Löwenbraut
  • Salzgries 12 - Wohn- und Sterbehaus des Pädagogen Johann Wilhelm Klein
  • Salzgries 14 - Wohn- und Sterbehaus des Miniaturmalers Johann Georg Bauer und des Alpinisten Gustav Jäger
  • Salzgries 15 - Haus "Zur blauen Kugel"
  • Salzgries 16 - Wohnhaus der Maler Josef und Leopold Brunner der Jüngere, Standort des Spenglerturms, Gedenktafel NS-Opfer
  • Salzgries 17 - Haus "Zum Salzküffel"
  • Salzgries 18 - Wohnhaus des Bildhauers Johann Nikolaus Moll, Wohn- und Sterbehaus des Dichters Joseph Schreyvogel
  • Salzgries 19 - ehem. Bäckerinnung, Wohnhaus des Vizebürgermeisters Balthasar Weber
  • Salzgries 21 - Passauer Hof, Haklisches Schulhaus
  • Salzgries 23 - Concordia-Hof, Der Salzschiffer (Skulptur), Zum goldenen Glöckl, Wohnhaus von Franz Grillparzer, Wirtshaus "Wolf in der Au“, Besitz von Joseph Jantschky, dem Fuhrwerksunternehmer

Verschwundene Häuser



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at