Kategorie:Naturschutz

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Umwelt in Wien

NATURSCHUTZ


Die Stadt arbeitet mit mehreren Schutzkategorien, die unterschiedliche Schutzziele und Eingriffsregeln abbilden – von sehr strikt bis stärker landschaftsbezogen. Dazu zählen etwa Nationalpark, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Geschützte Landschaftsteile, Geschützte Biotope, Ökologische Entwicklungsflächen sowie der Wald- und Wiesengürtel und Parks mit spezifischem Schutzregime. Parallel dazu ist der Biosphärenpark Wienerwald (Wien/Niederösterreich) als UNESCO-Modellregion konzipiert: Schutz wird dort ausdrücklich mit nachhaltiger Nutzung und regionaler Entwicklung kombiniert – also ein anderes Leitbild als im Nationalpark.

Naturschutz in Wien

In Wien ist Naturschutz fast immer aktiv: Pflege von Wiesen und Trockenstandorten, Umgang mit invasiven Arten, Wiederherstellung von Gewässer- und Auwaldstrukturen, sowie gezielte Besucherlenkung über Wege, Zonierung und Information. Ein wichtiger Baustein ist zudem Umweltbildung; im Nationalpark-Kontext ist etwa das Nationalparkhaus wien-lobAU als Besucherzentrum für den Wiener Teil des Nationalparks verankert

Natura 2000 in Wien

Im EU-Kontext ist Wien mit sechs "Natura-2000-Gebieten" vertreten (als Europaschutzgebiete nach Vogel- und FFH-Richtlinie gemeldet). Genannt werden:

  • Nationalpark Donau-Auen (Wiener Teil),
  • Lainzer Tiergarten,
  • Landschaftsschutzgebiet Liesing (Teile A–C),
  • Bisamberg (Wiener Teil),
  • Leopoldsberg (u. a. Orchideen-Kalk-Buchenwald) und
  • das Naturschutz-Areal Breitenlee.

Der praktische Kern von Natura 2000 ist, dass Erhaltungsziele und Management festgelegt werden müssen und Verschlechterungen von Lebensräumen bzw. Artenbeständen zu vermeiden sind – das beeinflusst Pflege, Forst- und Landwirtschaft, Bauvorhaben und Besucherlenkung.

Wasserschutzgebiete in Wien

In Wien gibt es mehrere Wasserschutzgebiete, sie sind vor allem im 20., 21. und 22. Bezirk zu finden. Eine Auflistung der Gebiete findet sich hier:

Ort Bezirk Typ
"Heilquelle Wien Oberlaa" 10 Schongebiet
"Trinkwasserbrunnen Sofienalpenstraße 113" 14 Schutzgebiet
Gasthaus "Zum Agnesbründl" 19 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Nußdorf" - Schutzzone I 20 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Nußdorf" - Schutzzone II 20 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Nußdorf" - Schutzzone III 20 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Donauinsel Nord" - Schutzzone I 21 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Donauinsel Nord" - Schutzzone II 21 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Donauinsel Nord" - Schutzzone III 21 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Pragerstraße" 21 Schutzgebiet
"Adam-Betz-Gasse 7" 22 Schutzgebiet
"Grundwasserwerk Untere Lobau" 22 Schutzgebiet
"Smolagasse 1, STAMAG Stadlauer Malzfabrik GmbH" - engeres I , Brunnen 1 bis 10 22 Schutzgebiet
"Smolagasse 1, STAMAG Stadlauer Malzfabrik GmbH" - weiter gefasstes II 22 Schutzgebiet
- "Grundwasserwerk Markethäufel" 22 Schutzgebiet
- "Trinkwasserbrunnen Zentraltanklager Lobau" 22 Schutzgebiet

Naturdenkmäler

Naturdenkmäler sind in Wien einzelne, klar abgegrenzte Naturobjekte, die wegen ihrer Seltenheit, ihres Alters, ihrer landschaftsprägenden Wirkung oder ihrer natur- bzw. kulturhistorischen Bedeutung unter Schutz stehen. Dazu zählen nicht nur markante Einzelbäume, Baumgruppen und Alleen, sondern auch flächige Objekte wie besondere Lebensräume oder geologische Erscheinungen, sofern sie als eigenständiges Schutzobjekt ausgewiesen sind.[1][2]

Für die praktische Orientierung ist hilfreich, dass die Stadt Wien die Naturdenkmäler bezirksweise dokumentiert und als Listen veröffentlicht. Damit lässt sich der Schutz „im Alltag“ gut nachvollziehen, weil viele Naturdenkmäler direkt in Parks, auf Plätzen oder in Randlagen des Wiener Grüns liegen und als konkrete, benennbare Punkte im Stadtbild auftauchen.[3] Für Planung und Erhaltung werden Naturdenkmäler und geschützte Biotope zudem teils zerstörungsfrei untersucht, etwa durch flächige Georadar-Erkundungen und 3D-Visualisierungen, die bei Eingriffen im Umfeld als Grundlage dienen können.[4]

Mehr ist hier zu finden:

Klimaoffensiven, Hitzeschutz und Cooles Wien

Naturschutz in Wien ist heute eng mit Klimaanpassung und städtischer Resilienz verknüpft. Der Wiener Klimafahrplan formuliert das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 und beschreibt dafür einen Maßnahmenmix, der laufend ergänzt und angepasst wird; die Smart Klima City Strategie dient dabei als verbindlicher strategischer Rahmen für Klimaschutz, Klimaanpassung und weitere Nachhaltigkeitsthemen in der Stadtentwicklung.[5][6]

Ein besonders greifbarer Schwerpunkt ist der Umgang mit Hitze. Unter dem Dach von „Cooles Wien“ setzt die Stadt unter anderem auf sogenannte Coole Zonen: kostenfrei zugängliche, kühle Innenräume ohne Konsumzwang, die an heißen Tagen Abkühlung und kurze Erholung ermöglichen; als Zieltemperatur werden angenehme 20 bis 24 Grad genannt.[7] Die Hitzeschutz-Offensive wurde in den letzten Jahren sichtbar ausgebaut, etwa mit der Öffnung von 22 Coolen Zonen in 15 Bezirken im Sommer 2025.[8]

Beispiele:

Wildtiere in Wien

Wien ist trotz dichter Bebauung ein artenreicher Lebensraum, weil sich große Grünräume (Wienerwald-Rand, Donau-Auen, Agrarlandschaften) mit Parks, Kleingärten, Friedhöfen und Gewässern zu einem vielfältigen Mosaik verbinden. Viele Tierarten nutzen dabei Übergangszonen zwischen Stadt und Naturraum besonders intensiv: Hecken, Bahndämme, Uferstreifen, brachliegende Flächen oder strukturreiche Parkränder wirken wie „Korridore“, über die sich Tiere ausbreiten und zwischen Teilhabitaten wechseln können.[9]

Auffällig ist, dass in Wien sowohl typische Kulturfolger als auch spezialisierte Arten vorkommen. In den Auen- und Gewässerbereichen prägen Vögel und Wasservögel das Stadtbild, während an wärmebegünstigten Standorten auch Reptilien – einschließlich Schlangen – geeignete Lebensräume finden können.[10] Amphibien sind vor allem dort präsent, wo Laichgewässer, feuchte Wiesen und strukturreiche Ufer vorhanden sind und die Durchgängigkeit zwischen Sommer- und Winterquartieren nicht unterbrochen wird.[11]

Mehr Informationen:


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Quellen

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