Neuer Markt

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Neuer Markt

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Benennung 1234
Benannt nach Märkten (Korn, Mehl)
Straßenlänge 140,54 Meter (Umrundung) [1]
Gehzeit 2,9 Minuten
Vorherige Bezeichnungen nuiwe market, novum Forum, Mehlmarkt

Namensgebung und Geschichte

Im 15. Jhdt. wurden hier noch Turniere abgehalten und Theaterstücke aufgeführt. Später war hier der Korn- und Mehlmarkt. Als im Mittelalter der Hohe Markt nicht mehr zur Versorgung der Wiener Bevölkerung ausreichte, wurde der Neue Markt geschaffen, der als nuiwe market oder novum forum im Jahr 1234 erstmals erwähnt wurde.

Mitte des 16. Jahrhunderts befand sich in der Mitte der Pranger – für die, „die wegen Betrugs am Maß und Gewicht“ bestraft wurden. Auch die Strafe des Bäckerschupfens wurde hier angewendet.

Im 17. Und 18. Jhdt. ließen sich Marionettenspieler und Seiltänzer hier nieder, und Stranitzky errichtete seine Komödienhütte „Wiener Hanswurst“ hier.

Da hier bis zum 19. Jahrhundert auch mit Mehl und Getreide gehandelt wurde, trug der Platz den inoffiziellen Namen Mehlmarkt, der sich bis ins 20. Jahrhundert hielt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz schwer beschädigt, etliche Bauwerke verschwanden und wurden durch moderne Bauten ersetzt.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befand sich am Neuen Markt eine Endstelle der Straßenbahn. 1942 wurde die Endstation der Linie 58 an die Ringstraße verlegt, 1948 erfolgte die Auflassung des zum Neuen Markt führenden Streckenabschnittes.

Der Donnerbrunnen, Providentiabrunnen

Der Donnerbrunnen

Der im Volksmund genannte Donnerbrunnen heißt eigentlich Providentiabrunnen, Kunsthistoriker nennen ihn - wegen seiner ehemaligen Nähe zur Mehlgrube - auch Mehlmarktbrunnen.

Er wurde 1739 von Georg Raphael Donner geschaffen.

Die vier Figuren aus Bronze sind Kopien, die Originale stehen mittlerweile im Barockmuseum des Belvedere. Sie stellen die vier Flüsse des Erzherzogtums Österreich dar: Die männlichen Figuren symbolisieren die öberösterreichischen Flüsse Traun (der Jüngling sieht ins Wasser und sticht mit einem Dreizack nach einem Fisch am Beckengrund) und die Enns (ein alter Färhmann, der mit seinem Ruder an einem Felsbrocken lehnt), die weiblichen Figuren zeigen die Flüsse Niederösterreichs, die Ybbs (ein Mädchen, das einen Wasserspender in Händen hält) und die March (eine Frauengestalt, die an einem Relief lehnt, das einen Kampf zeigt - ein Symbol für den Grenzfluß).

Unter der Regierung Maria Theresias (1770) mussten die Statuen entfernt werden, sie wurden wegen ihrer Nacktheit als "anstößig" empfunden. Man hielt sie dreißig Jahre lang versteckt, bis sie dem Bildhauer Johann Martin Fischer angeboten wurden: Er sollte sie einschmelzen und das Material weiter verwenden. Dieser jedoch schaltete schnell und ließ sie wieder am Brunnen anbringen.

In der NS-Zeit wurde der Brunnen abgebaut, erst am 30. April 1947 befand er sich wieder an seinem Platz. Seit 15.10.2018 ist er nun wieder verschwunden, unter dem Platz wird eine Tiefgarage errichtet. Bis diese im Jahr 2022 fertig gestellt sein wird, ist der Brunnen leider nicht zu sehen.

Die Legende um Donner und die schöne Lebzelterin Relevante Orte: Neuer Markt
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Georg Raphael Donner hatte im Haus Neuer Markt 17, dem Haus "Zur schönen Lebzelterin", gelebt. Als die Stadt ihm den Auftrag gab, den Brunnen zu erschaffen, stand Donner gerade in Flammen für seine wunderschöne Hausherrin Simonette. Diese hatte den alten aber reichen Lebzelter, der das Haus besaß, geheiratet, doch scheinbar störte das den jungen stürmischen Raphael nicht. Vor Liebe entbrannt soll er die schönen Gesichtszüge Simonettas in der Figur der Ybbs verewigt haben. Um dem alten Ehemann zu zeigen, was Donner von ihm hielt, soll der nackte Po des Traun-Jünglings genau auf das Lebzelterhaus gezeigt haben.

Nachdem sich in einem Reiseführer das Gerücht fand, dass es Glück brächte, den nackten Po des Jünglings zu streicheln, ist dieser Teil des Brunnens glatt poliert.

Die Statue des Marco d´Aviano

Die Bronze-Statue von Marco d’Aviano wurde 1936 von Hans Mauer geschaffen. Sie steht in einem Rundbogentor, das mit einem kleinen Gitter abgeschlossen ist. Flankiert ist die Statue mit Steinreliefs, die Wien zur Zeit der Türkenbelagerung und den Abstieg des Entsatzheeres vom Kahlenberg darstellen.

Häuser des Platzes



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at