Neuer Markt 17

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Grund-Information
Hernhuthaus vienna.jpg

Neuer Markt 17

Aliasadressen =Neuer Markt 17, =Seilergasse 9
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1084, 1067, 1068, 1069 | vor 1821: 1151, 1133, 1134, 1135 | vor 1795: 1095, 1096, 1097, 1098
Baujahr 1900
Architekt Julius Oberleithner


Das Herrenhuterhaus - Architektur und Geschichte

Seinen Namen erhielt das Herrenhuterhaus von dem hier seit 1797 ansässig gewesenen Leinwandgeschäft »zum Herrnhüter«. Eine Statue von einem Mann mit Hut und Schild bezeugt den Namen. Die Figuren am Giebel stammen von Hans Bitterlich.

Bis 2009 befand sich im gleichen Geschäftslokal das Bekleidungsunternehmen "Fürnkranz". Das Innere wurde saniert; seit 2010 befindet sich in den unteren Etagen nun ein "Billa Corso" genannter Flagshipstore der Lebensmittelkette Billa.

Vorgängerhäuser

Einst standen hier mehrere Häuser, die die gesamte Stirnfront des Hohen Marktes einnahmen, drei, Stadt 1067, 1068 und 1069, standen auf Seite des Hohen Marktes, Stadt 1084 an der Seilergasse.

Haus 1067 wurde erstmals 1445 urkundlich erwähnt und war lange Zeit als "Zu den drei Säulen" bekannt. Zwischen 1702 und 1715 wohnte der Komponist und Musiktheoretiker Johann Joseph Fux hier.

Das Nebenhaus, Stadt 1068, nannte sich "Zur schönen Lebzelterin". Das erste bekannt Haus wurde 1475 erwähnt, brannte jedoch 1525 vollständig ab. Danach stand es immer wieder in Besitz von Lebzeltern, auch eine Legende, die weiter unten nachzulesen ist, soll sich hier zugetragen haben. Im 17. Jahrhundert gehörte das Haus dem Lebzelter Georg Neuhauser.

Zwischen dem 5. April 1836 und dem 10. März 1837 gehörte das Gebäude dem akademischen Maler Thomas Ender.

Haus 1069, heute Hoher Markt 19, bestand einst aus zwei kleinen Häusern und wurde um 1642 zu einem verbaut. Zwischen 18. November 1773 und 4. März 1802 gehörte es der Gastwirtswitwe Anna Obermayr, weshalb es den Namen "Obermayr'sches Haus" erhielt.

Haus 1084 trug den Namen "Zu den sieben Körben", nach einem gut frequentierten Bierhaus, das noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts hier situiert war. Die erste Erwähnung eines Hauses findet sich 1368, damals war das Haus dem Schottenstift dienstbar, das es in diesem Jahr an Johann von Tirna verkaufte. 1454 kaufte es die Witwe des Bürgermeisters Hanns Würffel. Ein weiterer wohlhabender Besitzer war der Leibarzt von Erzherzog Maximilian, Diomedes Cornarius (1586).

Sagen und Legenden

Die Sage Die Legende der schönen Lebzelterin
Donnerbrunnen Wien 20091006 007.JPG

Hier lebte einst ein alter Lebkuchenbäcker, der sich eine schöne junge Braut nahm: Simonette. Die junge Dame flirtete gern und so machte sich auch dem Künstler Raphael Donner schöne Augen, der in der Mansarde des Hauses wohnte. Dem gefiel das junge Mädchen gut und wie es kommen musste, verliebte er sich in sie. Eine Wachsbüste, die er von seiner jungen Hausherrin machte, soll durch Zufall bis zu Prinz Eugen vorgedrungen sein, damit war Donner in der Kunstszene anerkannt.

Auch die hübscheste Figur am Donnerbrunnen (die Allegorie der Ybbs) soll die Züge von Simonette tragen. [1]



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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 4. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 2