Neuer Markt 5

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Grund-Information
Mehlgrube z01.JPG

Neuer Markt 5

Aliasadressen =Neuer Markt 5, =Kärntner Straße 22
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1045 | vor 1821: 1108 | vor 1795: 1074
Baujahr 1897
Architekt Franz Kupka, Gustav Orglmeister


Das Hotel Ambassador, ehem. Hotel Krantz, "Zur Mehlgrube" - Architektur und Geschichte

An dieser Stelle befand sich im Mittelalter das städtische Mehldepot, die sogenannte Mehlgrube. Sie wurde zwischen 1453 und 1697 als Mehlkasten, später als repräsentative Gastwirtschaft genutzt.

Zwischen 1326 und 1359 gehörte ein Areal, dass sich von hier bis zur Kärntner Straße 22 erstreckte, dem Conrad der Herrscheftlein. 1453 überließ der Kaplan Ulrich Hirssauer das Haus der Gemeinde und widmete es als "Mehlkasten und Mehlgrub". Von da an befand sich hier Jahrhunderte lang das städtische Mehldepot und die "Metzenleihanstalt". Dieser "Metzenleiher" hatte die Aufgabe, auf die Mehlmesser, Sackträger und Mehlbeschauer sein scharfes Auge zu richten.

1697 wurde nach Plänen von Johann Fischer von Erlach ein neues Gebäude errichtet, zu Ehren der Grundsteinlegung wurde sogar eine eigene Münze geprägt. als besonderes Detail wurde in Höhe des dritten Stocks eine weibliche Figur angebracht, die aus einem Fester sah. Sie war das Gegenstück zu einem steinernen Hausknecht, der oben am Dach des gegenüberliegenden Hauses (Dem "Schwan") hinüberschaute.

Die "Neue" Mehlgrube

In der neuen Mehlgrube quartierte sich ein gutfrequentiertes Gasthaus ein, dessen Besitzer der Kremser Johann Georg Radelmayer war. In dieser Zeit entwickelte sich das Gasthaus zu einem Tanzlokal, das ab 1717 als Ballsaal bekannt wurde, zu dem Herren einen Dukaten Eintritt zahlen mussten, Damen aber frei waren (laut einer Beschreibung der Lady Montague). Hier fanden Kinderfaschingsfeste und Maskenbälle des Adels statt, die ausgelassenen Feste boten Tanz und Spiele. Auch die junge Maria Theresia nahm an den Veranstaltungen des Öfteren teil, wie ein Bericht von Khevenhüller-Metsch aus dem Jahr 1743 schildert. Um 1782 wandelte sich der Ballsaal in ein Konzertlokal: Es traten Sänger und Violinvirtuosen auf, sogar Mozart veranstaltete sechs erfolgreiche Abonnementkonzerte in den Räumlichkeiten. [1]

Ahnenbälle

im 18. Jahrhundert fanden im großen Saal des ersten Stocks der Mehlgrube die "Ahnenbälle" statt. Diese exklusiven Bälle durften nur besucht werden, wenn man eine bestimmte Ahnenfolge (16 adlige Vorfahren) nachweisen konnte. Damit distanzierte sich der Adel vom Bürgertum. Am Ball wurde mit wertvollem Schmuck und prunkvoller Kleidung gewetteifert. Die Glanzzeit dieser Bälle war um 1730. [2], [3]

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Gedenktafel für den Schriftsteller Mark Twain

Rechts vom Eingang des Hotels Ambassador findet sich eine Tafel, die daran erinnert, dass ein halbes Jahr Markt Twain hier gewohnt hatte.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Twain GT.jpg Twain, Mark In diesem Gebäude wohnte

von Oktober 1898
bis Mai 1899 der große
amerikanische Schriftsteller
Samuel Langhorne Clemens
(1835 - 1910)
bekannt als
Mark Twain



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Quellen

  1. Hans Pemmer: Die Mehlgrube, ein Alt-Weiner Vergnügungszentrum. In: Wiener Geschichtsblätter, 17. Jahrgang, Heft 3/1962, S. 75 ff.
  2. Richard Groner: Wien wie es war, vollst. neu bearb. von Felix Czeike, Verlag Molden, Wien-München, 1965, 6. Auflage, S. 12
  3. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1. Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 27