Stadtspaziergang: Mozart - Spuren durch die Innenstadt
Mozart in der Inneren Stadt – ein musikalischer Spaziergang
- Dauer: ca. 2 -3 Stunden (ohne Museumsbesuch)
- Etappen: 16 Stationen, darunter mehrere Wohnorte, Bühnen, Gedenkorte
- Beste Zeit: tagsüber, bei trockenem Wetter – manche Häuserfassaden liegen schattig
- Tipp: Mozarthaus (Station 4) kann mit Führung besucht werden
Zur Orientierung findet sich auf den jeweiligen Stationsseiten in CityABC ein "Wegweiser":
Der Rundgang
🎼 Einführung und die ersten Jahre
Mozarts Lebensgeschichte ist ohne Wien kaum zu erzählen: Erst hier (1781–1791) wird aus dem berühmten Wunderkind und Salzburger Hofmusiker der freie Künstler, der mit Opern, Konzerten und Kammermusik das Musikleben der Stadt prägt – und zugleich an genau dieser Stadt (ihrem Geschmack, ihren Krisen, ihren Netzwerken) reibt.
Vom Wunderkind zur „Sollbruchstelle“ Salzburg
Geboren am 27. Jänner 1756 unter dem Taufnamen Joannes Chrisostomus Wolfgang Gottlieb in Salzburg, wächst Mozart unter der strengen, zugleich professionell fördernden Hand seines Vaters Leopold Mozart auf. „Des Wolfgangerl Compositiones in den ersten 3 Monaten nach seinem 5ten Jahre“ war das Andante in C-Dur (KV 1/1a). https://www.youtube.com/watch?v=0Yao9rOmQaE
Früh tourt er als Kindersensation durch europäische Höfe – eine Schule des Stils, der Bühne und der sozialen Codes. Auch nach Wien führt es ihn dabei dreimal. Das erste Mal trafen sie am 6. Oktober 1762 (mehr dazu unter Station 1) hier ein und erhielten schon für den 13. Oktober die erste Audienz am Kaiserhof (Station 5: Am Hof).
🎼 Station 1: Färbergasse 3 – Mozart kommt zum ersten Mal nach Wien (1762)
Adresse: Färbergasse 3, 1010 Wien · Zeit: Oktober 1762
Wien, Oktober 1762: Wolfgang ist erst sechs Jahre alt, aber schon ein „Wunderkind“, das man hören und sehen will. Genau hier in der Gegend beginnt die große Wien-Episode – mit einer Unterkunft in einer engen Innenstadtgasse, mitten im damaligen Stadtleben.
Warum ist das spannend? Weil sich rund um Mozarts erste Wiener Adresse lange allerlei Geschichten gebildet haben. Heute gilt die Färbergasse als die verlässlichste Spur zu seinem ersten Quartier in Wien. Und von hier aus ist es nicht weit zu den Orten, an denen es dann richtig „abgeht“: Auftritte in Adelshäusern, kurze Zeit später sogar vor der kaiserlichen Familie.
Für den Spaziergang ist das der perfekte Start: keine Bühne, kein Denkmal – sondern der Moment, in dem Mozart überhaupt erst in Wien ankommt. Von hier geht’s gleich weiter zur nächsten Adresse, wo wir Mozart ein paar Jahre später wiederfinden – diesmal schon deutlich „wienerischer“.
🎼 Station 2: Wipplingerstraße 19 – Mozart wohnt in Wien (1768 und nach der Hochzeit)
Adresse: Wipplingerstraße 19, 1010 Wien Zeit: 1768 sowie später nochmals im Ehe-Alltag
Datei:Wipplingerstraße 19 Mozart Wien.jpg
Jetzt wird aus dem „Wien-Besuch“ richtiges Stadtleben: In dieser Gegend hatte Mozart 1768 ein Quartier – mitten in der Inneren Stadt, nah an allem, was damals Rang und Namen hatte. Das ist die Phase, in der der junge Mozart in Wien nicht nur „auftaucht“, sondern arbeitet, komponiert und sich durchsetzt.
1768 ist Mozart in Wien längst nicht mehr nur „das Wunderkind“, das man herzeigt, sondern jemand, der richtig abliefert. Die Familie ist monatelang in der Stadt, es wird geplant, verhandelt, komponiert – und Mozart sitzt mittendrin. In dieser Zeit entsteht auch ein echter „Wien-Moment“: Für die Einweihung der Waisenhauskirche am Rennweg schreibt Mozart eine Messe, die am 7. Dezember 1768 in Anwesenheit des Hofes aufgeführt wird. Das ist ein schöner Kontrast zu Station 1: vom engen Quartier zur großen Öffentlichkeit.
Und dann kommt die zweite, menschliche Ebene: Nach seiner Hochzeit mit Constanze taucht diese Adresse in der Wiener Wohn-Geschichte wieder auf: einmal Wunderkind-Zeit (1768) – und einmal „Mozart als Ehemann in Wien“. Nach der Hochzeit mit Constanze (4. August 1782, an dem Tag bezieht das junge Paar die Wohnung) geht es plötzlich um Alltag. Die ersten Ehemonate sind bei Mozart nicht romantisches Stillleben, sondern ein Mix aus Wohnungssuche, Geldfragen und dem Versuch, sich als freier Musiker in Wien zu stabilisieren. Schnell verschiebt sich Mozarts Wien von „Erfolg“ zu „Organisation“ – Rechnungen, Unterricht, Termine und immer wieder das nächste bessere Quartier.
Und wie so oft in Wien klebt an der Adresse auch Erinnerung: Eine frühere Gedenktafel hielt Mozarts Aufenthalte fest – heute ist sie nicht mehr am Haus, aber die Geschichte bleibt ein fixer Bestandteil der Mozart-Topographie.
🎼 Station 2: Wipplingerstraße 19 – Mozarts frühe Wiener Wohnung
Adresse: Wipplingerstraße 19, 1010 Wien
Zeitfenster: 1768 (Familienaufenthalt in Wien); kurz nach der Hochzeit 1782 nochmals
An der heutigen Adresse Wipplingerstraße 19 stand im 18. Jahrhundert das Grünwaldsche Haus. Hier wohnte Mozart 1768 mit seiner Familie während des Wiener Aufenthalts, in dem aus dem Wunderkind plötzlich ein ernstzunehmender Komponist „für große Anlässe“ wurde.
Für den Festgottesdienst zur Einweihung der Waisenhauskirche am Rennweg am 7. Dezember 1768 entstand die Missa solemnis in c-moll KV 139 (die spätere Waisenhausmesse). Mozart dirigierte die Aufführung als Zwölfjähriger in Anwesenheit des kaiserlichen Hofes.[1][2][3]
In denselben Monaten entsteht in Wien auch die Missa brevis in G-Dur KV 49.[4]
Nach der Überlieferung kehrte Mozart kurz nach der Hochzeit 1782 noch einmal für kurze Zeit an diese Adresse zurück, bevor er in eine Nachbaradresse weiterzog. Eine frühere Gedenktafel ist heute nicht (mehr) an der Fassade; sie dürfte im Zuge von Arbeiten am Haus abgenommen worden sein.
🎼 Station 3: Tiefer Graben 18 – Sommer 1773, Quartette und Gedenktafel
Adresse: Tiefer Graben 18, 1010 Wien
Zeitfenster: 16. Juli bis 25. September 1773 (Aufenthalt mit Leopold Mozart im 2. Stock, 3. Wienreise)
Vor Ort: Gedenktafel am Haus; kurze Pause im Tiefen Graben (hier ist Wien plötzlich stiller als am Graben)
Der Tiefe Graben 18 ist eine frühe „Arbeitsadresse“ – kein Mythos-Ort, sondern eine Etappe, an der man Mozart als jungen Profi erfahren kann. 1773 ist Mozart nicht mehr „der kleine Star“, sondern ein junger Profi auf Jobsuche. Er kommt mit seinem Vater Leopold nach Wien, weil man hier Chancen wittert – eine fixe Anstellung wäre damals Gold wert. Nur: Wien ist hart, Beziehungen zählen, und am Ende bleibt die große Hoffnung ohne Ergebnis.
Mozart arbeitet immer. In genau dieser Zeit entstehen mehrere Stücke – darunter auch Streichquartette und weitere Musik. Kurz gesagt: Auch wenn der Job nicht klappt, läuft die Werkstatt auf Hochtouren. Auf der hier angebrachten Gedenktafel ist nicht nur der Aufenthalt festgehalten, sondern auch der Deutungssatz, dass das Erleben der Wiener Musik hier seinen Weg geprägt habe. Mozart hat hier sechs Streichquartette sowie weitere Werke (u. a. Chöre zu König Thamos) komponiert.
Für den Spaziergang ist das ein starker Kontrast zu den „Glanz“-Stationen: kein Hof, keine große Bühne – nur ein Haus, eine Tafel und die ehrliche Seite eines Komponistenlebens.
🎼 Station 3: Am Hof 13 – Erstes öffentliches Konzert in Wien und Gedenktafel
Adresse: Am Hof 13, 1010 Wien
Ort: 1762 im Palais Collalto (Collaltopalais) – heute erinnert eine Tafel an Mozarts Auftritt[5]
Am Hof 13 liegt ein klassischer „Popstar“-Moment, bevor es überhaupt so etwas wie Popstars gab: In der zweiten Oktoberwoche 1762 tritt der sechsjährige Mozart hier im Palais Collalto erstmals öffentlich in Wien auf – gemeinsam mit seiner Schwester Nannerl.
Die hier angebrachte Gedenktafel fasst diese Szene bewusst dramatisch: Sie markiert Wien als jene Stadt, die später „Heimat und Schicksal“ des Komponisten werden sollte, und verweist auf die "Mozartgemeinde Wien" als Stifterin (1956).[6]
Für den Spaziergang ist das ein idealer Einstieg in die Wiener Logik des Erfolgs: Ein Wunderkind kommt in eine Metropole, spielt zuerst in aristokratischen Räumen – und wird binnen weniger Tage zum Gesprächsthema, das sich bis an den Hof weiterträgt.[7] Das Palais ist heute Sitz der "Barmherzigen Brüder" und nur von außen zugänglich.
🎼 Station 4: Kurrentgasse 5 – Mannagettahaus, Hausbälle und ein kurzer Familienmoment
Adresse: Kurrentgasse 5, 1010 Wien
Zeitfenster: April 1783 bis Jänner 1784[8]
Im April 1783 zieht Mozart mit der hochschwangeren Constanze in das damalige Mannagettahaus in der Kurrentgasse 5 ein. Die Adresse passt perfekt zu Wien als Mozarts Karriere-Metropole: nah am Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und zugleich „privat genug“, um das eigene Wohnzimmer zur Bühne zu machen.
In dieser Wohnung finden Hausbälle statt, bei denen (so die Überlieferung) männliche Gäste zwei Gulden Eintritt zahlen. Das macht Mozarts Alltag als freier Musiker greifbar: Netzwerken, Musik, Unterhaltung – aber immer mit dem Blick auf Einnahmen und Publikum.
Gleichzeitig steckt in dieser Station ein stiller, sehr menschlicher Moment: In der Wohnung wird der Sohn Raimund Leopold geboren, der nur etwa einen Monat später stirbt. Kurz darauf, bereits im Jänner 1784, übersiedelt die Familie weiter in den Trattnerhof am Graben 29/29A. An Mozarts Aufenthalt in der Kurrentgasse erinnert heute eine Gedenktafel.
🎼 Station 5: Milchgasse 1 – Constanze und die Entführung
🎼 Station 6: Kleeblattgasse 5 – Mozart und die „Grabennymphen“
Adresse: Kleeblattgasse 5, 1010 Wien
Kontext: Badestube „Zum kleinen Ofenloch“, später Unzucht-/„Luderhaus“, Grabenmilieu[9]
Datei:Kleeblattgasse 5 Wien.jpg
Die Kleeblattgasse 5 ist eine dieser Adressen, an denen Wien seine zweite Geschichte erzählt: Hinter der bürgerlichen Fassade steckt ein Ort, der vom mittelalterlichen Badehaus („Zu den Röhren“ / „Zum kleinen Ofenloch“) bis in die Neuzeit hinein mit Körperkultur, Verboten und Grauzonen verbunden war.
Als Badestuben im 16. Jahrhundert unter moralischem Druck zurückgedrängt werden, kippt das Milieu: Im 17. Jahrhundert wird hier ein Unzuchtshaus erwähnt, und selbst die von Maria Theresia eingesetzten Keuschheits-Kommissionen können den Ruf der Gegend nicht wirklich „trockenlegen“. In dieser Welt taucht der Begriff der „Grabennymphen“ auf – Frauen, die abends am Graben promenieren und das galante Wien so berühmt wie berüchtigt machen.[10]
Die Mozart-Spur ist hier ausdrücklich als Überlieferung erzählt: Eine der „Grabennymphen“, Regina, soll Mozart besonders eifrig den Hof gemacht haben. Es ist ein augenzwinkernder Hinweis darauf, dass „Mozart in Wien“ nicht nur Kirchen, Konzerte und Denkmäler meint, sondern auch das soziale Leben einer Großstadt – mit all seinen Schatten und Reizen.
🎼 Station 7: Stephansdom: Kruzifixkapelle, Stephansdom:Eligiuskapelle und Stephansdom: Die Taufkapelle – Taufe, Tafel, Abschied
Ort: Stephansdom, 1010 Wien
Weiterführend: Stephansdom: Kruzifixkapelle · Stephansdom: Die Taufkapelle[11][12]
Der Stephansdom ist in dieser Route kein „Pflichtfoto“, sondern eine Lebensachse. Hier verdichten sich drei Eckpunkte, die Mozart in Wien dauerhaft verankern: die Trauung (4. August 1782), die Taufen zweier seiner Kinder – und schließlich der Abschied nach seinem Tod am 5. Dezember 1791.
Um die Stimmung einzufangen führt diese Station bewusst in drei Räume: zuerst zur Stephansdom: Kruzifixkapelle (auch Toten- bzw. Einsegnungskapelle, verbunden mit Mozarts Einsegnung am 6. Dezember 1791), danach in die Stephansdom: Die Taufkapelle (Katharinenkapelle) mit Taufstein und der ausführlichen Mozart-Gedenktafel. Und schließlich wirft man einen Blick in die Eligiuskapelle: Hier heiratete Mozart am 4. August 1782 in der (im südlichen Heidenturm des Stephansdoms) seine große Liebe Constanze Weber - heimlich, da sein Vater in Salzburg strikt gegen die Verbindung war..
Auch nach seinem Tod war der Dom noch einmal Ort einer öffentlichen Ehrung: Am 6. Dezember 1791 – zwei Tage nach seinem Tod – wurde in der Domkapelle ein feierlicher Gottesdienst für Mozart abgehalten. Die eigentliche Beisetzung erfolgte jedoch – wie bei Bürgern üblich – außerhalb der Stadtmauern, auf dem St. Marxer Friedhof.
Die feierliche musikalische Gestaltung der Exequien übernahm Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr, der später auch das Requiem vervollständigte.
🎼 Station 8: Domgasse 5 – Figarohaus (Mozarthaus Vienna), die „große“ Wohnung
Adresse: Domgasse 5, 1010 Wien
Zeitfenster: 29. September 1784 bis 24. April 1787
Die Domgasse 5 ist der Hauptschauplatz von Mozarts Wiener „Hochphase“: Es ist die einzige seiner Wiener Wohnungen, die bis heute erhalten ist – und zugleich jene Adresse, an der er am längsten am Stück wohnt.[13][14] In dieser repräsentativen Wohnung entstehen zentrale Werke der Jahre 1784 bis 1787; besonders gut erzählt sich hier Die Hochzeit des Figaro – daher der Beiname Figarohaus.[15]
Für den Spaziergang ist das die Station, an der Mozart nicht nur „durch Wien zieht“, sondern wirklich ankommt: ein großer Haushalt, ein intensiver Freundes- und Kollegenkreis und jene Abende, an denen Musik gemacht, diskutiert und „Karriere“ verhandelt wird. Im Februar 1785 ist die Wohnung sogar Bühne für ein kleines Kapitel Musikgeschichte: Joseph Haydn kommt zu Besuch, und Leopold Mozart ist für mehrere Wochen als Gast im Haus.[16]
Neben dem großen Namen steckt hier auch ein schönes Detail der Stadt: Vor dem Haus ist eine der ältesten erhaltenen Straßenbeschriftungen Wiens zu sehen – ein stilles Stück Alltag, das zur „größten“ Mozart-Adresse passt.
🎼 Station 9: Deutschordenshaus (Singerstraße 7) – Colloredo, der „Fußtritt“ und der Weg in die Selbstständigkeit
Adresse: Blutgasse 4 / Singerstraße 7 / Stephansplatz 4, 1010 Wien
Zeitfenster: 18. März bis 2. Mai 1781 (Aufenthalt im Gefolge Colloredos)[17][18]
Datei:Deutschordenshaus Wien 2012 Durchgang 2.jpg
Diese Station ist der dramatische Kipppunkt der Route. Mozart kommt 1781 als Angestellter des Salzburger Fürsterzbischofs Hieronymus Graf Colloredo nach Wien und wohnt mit dem Gefolge im Deutschordenshaus. Was wie ein Karriereschritt aussieht, wird binnen Wochen zur Reibung: Mozart will in der Stadt auftreten und Kontakte pflegen, Colloredo setzt auf Disziplin, Hofroutine und Kontrolle.[19]
Der Konflikt eskaliert Anfang Mai. Die berühmte Szene, die in vielen Mozart-Erzählungen als „Befreiungsschlag“ gilt, spielt sich hier im Umfeld des Hauses ab: Mozart wird vom fürsterzbischöflichen Oberstküchenmeister Karl Graf Arco mit einem demütigenden Tritt hinauskomplimentiert – und ist damit faktisch „freigesetzt“ in die Wiener Selbstständigkeit.[20][21]
Aus dem gefeierten Musiker im Dienst wird ein freier Künstler, der sich sein Publikum, seine Einnahmen und seinen Ruf künftig selbst organisieren muss – mit allen Chancen, aber auch mit dem Risiko, das genau diese Freiheit mit sich bringt.
Im außergewöhnlichen Umfeld der Innenhöfe, die zu einem Spaziergang durch die "älteste Fußgängerzone Wiens" einladen, sind auch die Tafeln der Ehrenmitglieder der Mozartgemeinde zu finden.
🎼 Station 10: Trattnerhof (Graben 29/29A) – Zwischenwohnung 1784, Bühne am Graben
Ort: Graben 29/29A (Trattnerhof), 1010 Wien
Zeitfenster: ab Jänner 1784 (Übersiedlung aus Kurrentgasse 5)
Datei:Trattnerhof Graben Wien.jpg
Der Trattnerhof ist in der Route bewusst eine „kleine“ Station – aber eine sehr nützliche: Er verbindet den privaten Abschnitt in der Kurrentgasse 5 mit der großen, erhaltenen Wohnung in der Domgasse 5. Im Jänner 1784 übersiedelt Mozart aus der Kurrentgasse hierher an den Graben, mitten in das gesellschaftliche Zentrum der Stadt.
Der Graben ist Laufsteg, Marktplatz und Netzwerkzone zugleich. Und laut Wien Geschichte Wiki gibt Mozart im Trattnerhof während der Fastenzeit Konzerte – ein Hinweis darauf, wie eng Wohnen, Auftreten und Einkommen bei ihm zusammenhängen.[22]
🎼 Station 11: Graben 17 – „Entführung“, türkisches Sujet und Wien als Karriere-Maschine
Adresse: Graben 17, 1010 Wien
Zeitfenster: Anfang September 1781 bis Ende Juli 1782[23]
Graben 17 ist die Adresse, an der man Mozart in Wien als „Freiberufler“ erleben kann: mitten im Zentrum, mitten in der Öffentlichkeit – und dennoch als Arbeitsort, an dem große Partituren tatsächlich fertig werden. Im Vorgängerhaus („Burgunder Kreuz“) wohnte Mozart von Anfang September 1781 bis Ende Juli 1782; hier vollendete er die Haffner-Symphonie und Die Entführung aus dem Serail.
Die Wahl der Adresse war ein Stück "Familien-Regie": Mozart war nach dem Bruch mit Colloredo zunächst bei der Familie Weber in der Milchgasse 1 untergekommen; Sein Vater, Leopold Mozart, ließ ihn dann – um die Beziehung zu Constanze zu bremsen – in eine andere Unterkunft am Graben übersiedeln (zu Therese Contrini). Die Wohnung änderte nichts am Kurs: Mozart blieb in Wien, blieb produktiv – und heiratete Constanze trotzdem.
Die Gedenktafel am Haus verstärkt das „Werk-Moment“: Sie erinnert daran, dass Mozart hier die Entführung beendete, und zitiert seine eigene Ansage aus dem August 1781, er wolle das türkische Sujet mit „türkischer Musik“ kolorieren.[24]
🎼 Station 16: Neubadgasse 2 – Mozarts Nachleben: Totenmaske, Wachsfiguren und ein Wiener Skandal
Adresse: Neubadgasse 2, 1010 Wien (Alias: Kohlmarkt 6 / Wallnerstraße 2)
Diese Station ist bewusst „nach Mozart“ erzählt. In der Neubadgasse 2 befand sich ab 1796 im ersten Stock das Wachsfigurenkabinett des „Herrn Müller“ – hinter dem Namen stand in Wirklichkeit Graf Joseph von Deym. Genau dieser Deym wurde in Wien zur schillernden Figur, weil er als Sensationsmacher und Kunstunternehmer auch mit Mozart-Reliquien in Verbindung gebracht wurde.
Deym soll 1791 eine Totenmaske von Mozart abgenommen haben; sie gilt als verschollen. Angeblich war die Maske im Kabinett in einem Extrazimmer zu sehen – gemeinsam mit drei „nackten Grazien“, die als besonders realistisch beschrieben werden und als Publikumsmagnet galten. Das ist das perfekte Beispiel dafür, wie rasch sich um Mozart schon wenige Jahre nach seinem Tod ein Markt der Erinnerung, der Kuriositäten und der großen Geschichten bildet.
Und weil Wien selten nur eine Geschichte erzählt, liegt gleich daneben die nächste: Ein späterer „Skandal“ rund um eine sehr ungleiche Ehe im Haus sorgte für Spott und Tumulte in der Öffentlichkeit. Damit wird die Neubadgasse 2 zum idealen Ort das Wiener Milieu zu zeigen, in dem Kunst, Klatsch und Sensation oft nah beieinander liegen.
🎼 Station 13: Michaelerkirche – Mozart-Gedenktafel (Bronzereliefs)
Ort: Michaelerplatz 5 (Michaelerkirche), 1010 Wien
Worum es hier geht: Exequien für Mozart (10. Dezember 1791) und die erste Aufführung von Teilen des Requiems (KV 626)
Diese Station liegt ganz bewusst nicht „im Kirchenraum“, sondern gleich an der Schwelle, auch wenn sich ein Blick lohnen würde: Rechts in der Vorhalle erinnert eine Gedenktafel mit zwei Bronzereliefs an die Exequien für Wolfgang Amadeus Mozart am 10. Dezember 1791. Damit ist die Michaelerkirche ein zentraler Erinnerungsort seines Nachlebens, weil bei diesem Seelenamt die fertiggestellten Teile des Requiems (KV 626) zum ersten Mal erklangen.
Der Weg führt von den Lebensstationen (Taufe, Einsegnung) zu jener Stelle, an der „das Werk nach dem Tod“ plötzlich hörbar wird. Man steht wenige Schritte vom Michaelerplatz entfernt – und gleichzeitig mitten in einer Musikgeschichte, die Wien bis heute erzählt.
🎼 Station 14: Josefsplatz 6
Es weist eine bedeutsame musikalische Tradition auf; unter anderem trat als Kind Wolfgang Amadeus Mozart auf, der später hier in privatem Rahmen seinen „Figaro" vorgestellt haben soll (Erstaufführung am 1. Mai 1786 im Hofburgtheater); der „Figaro-Saal" führt danach seinen Namen.
🎼 Station 15: Lobkowitzplatz 2
🎼 Station 16: Mozart-Denkmal im Burggarten
🎼 Station 17: Café Mozart, Albertinaplatz
🎼 Station 18: Himmelpfortgasse 6
🎼 Station 19: Mythos Mozart - Kärntner Straße 19
🎼 Station 20: Weihburggasse 3
🎼 Station 21: Café Conditorei Sluka, Kärntner Straße 13-15
- ↑ https://kv.mozarteum.at/work/missa-in-c-waisenhaus-messe-1493
- ↑ https://www.erzdioezese-wien.at/pages/pfarrseelsorge/26071824/pfarreundgruppen/pfarreneu/teilgemeinden/article/64444.html
- ↑ https://www.barenreiter.co.uk/prefaces/9790006527953_Innenansicht.pdf
- ↑ https://imslp.org/wiki/Missa_brevis_in_G_major%2C_K.49/47d_%28Mozart%2C_Wolfgang_Amadeus%29
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Am_Hof_13
- ↑ https://www.visitingvienna.com/footsteps/palais-collalto/
- ↑ https://www.visitingvienna.com/footsteps/palais-collalto/
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Kurrentgasse_5
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Kleeblattgasse_5
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Grabennymphen
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Stephansdom:_Kruzifixkapelle
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Stephansdom:_Die_Taufkapelle
- ↑ https://www.mozarthausvienna.at/de/MOZARTHAUS-VIENNA
- ↑ https://www.wien.info/de/kunst-kultur/musik-buehne/mozart-haus-352482
- ↑ https://www.visitingvienna.com/footsteps/mozart/
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Mozart-Wohnung_im_Mozarthaus_Vienna
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschordenshaus_(Wien)
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Blutgasse_4
- ↑ https://www.visitingvienna.com/entertainment/deutschordenshaus/
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschordenshaus_(Wien)
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Blutgasse_4
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Trattnerhof
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Graben_17
- ↑ https://cityabc.at/index.php/Graben_17
"
alt=""
style="display:block; width:100%; height:120%; object-fit:cover; opacity:.68; transform:translateY(-10%);" />






