Stephansdom: Die Taufkapelle
Stephansdom: Katharinenkapelle, auch Taufkapelle | Beschreibung |
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Am Südturm befindet sich die achteckige Katharinenkapelle, die um 1380 auf den Fundamenten errichtet wurde, die bereits 1359 gelegt worden waren. Als Stifter der Kapelle scheint die Bürgerfamilie Geukramer auf. Die nach der Gemahlin Rudolfs IV. benannte Kapelle wurde 1395 geweiht. Der Schlussstein, der vom Sternrippengewölbe herabhängt, zeigt ein Relief der Heiligen Katharina. Ebenso findet sich hier ein Katharinenaltar aus dem Jahr 1348, der zuvor schon beim Südtor der romanischen Kirche gestanden sein dürfte.
1510 wurden die sterblichen Überreste der Universitätsprofessoren Heinrich von Langenstein und Heinrich von Oyta hier her verlegt, ihre ursprüngliche Raststätte im Frauenchor musste geräumt werden, um die Aufstellung des Grabmals Friedrichs III. zu ermöglichen. Die Gebeine und das Epitaph gelten seit dem späten 16. Jahrhundert allerdings als verschollen. Im frühen 16. Jahrhundert diente die Kapelle als Versammlungsort des Wiener Rates, hier wurden geheime Besprechungen abgehalten. Der neugotische Altar stammt aus dem Jahr 1875 (damals wurde die ganze Kapelle renoviert) und trägt in der Mitte eine Holzstatue der Heiligen Katharina aus dem Jahr 1425. An der Südseite der Kapelle befindet sich das Denkmal des ersten Fürstbischofs von Wien, Anton Wofrath (†1693). In einem Medaillon ist die Büste des Bischofs zu sehen. Die Gruftplatte am Boden trägt eine lateinische Inschrift: „In meinem Leben war ich Abt, Bischof, Fürst. Nun bin ich Staub, Schatten und Nichts“. Das Grabmal des Erzbischofs Vinzenz Eduard Milde († 1853) wurde durch den Architekten Franz Sitte zwischen 1853 und 1858 geschaffen. |
Das Taufbecken
Die Kapelle wurde schon im 17. Jahrhundert als Taufkapelle genutzt.
1476 wurde mit der Arbeit an dem vierzehneckigen Taufbecken aus rotem Salzburger Marmor begonnen, aufgestellt wurde er in der Mitte der Kirche, vor dem Chorgestühl. Die Arbeit wurde 1481 vollendet, wie die Inschrift am Rand des Beckens besagt - weiter steht hier: „Geht hin über den Erdkreis und predigt aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden."
Die hier abgebildeten Darstellungen zeigen das religiöse Leben eines Menschen von Beginn bis zum Ende, Am Fuß des Taufbeckens sind, symbolisch als Fundament Fundament der Offenbarung, die vier Evangelisten mit ihren Attributen zu finden; über ihnen, an den Seitenwänden des steinernen Beckens, Reliefs von Christus, den zwölf Aposteln und des Hl. Stephanus.
Heute - wie bereits im Jahr 1639 und wieder ab 1780 - steht das Taufbecken in der Katharinenkapelle. Mittlerweile befindet sich auch der siebeneckige Schalldeckel aus Holz, der viele Jahre lang über der Kanzel hing, über dem Becken. Hier abgebildet ist die Taufe Jesu im Jordan, darunter finden sich sieben Holzreliefs, die die sieben Sakramente zeigen.[1]
Gedenktafel in der Taufkapelle
Hier ist auch eine Gedenktafel für Wolfgang Amadeus Mozart angebracht, die seinen Bezug zum Dom schildert.
Bild | Anlass/Persönlichkeit | Text der Tafel |
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Mozart, Wolfgang Amadeus | Wolfgang Amadeus Mozart und Constanze Weber wurden |