Kohlmarkt

Aus City ABC

Kohlmarkt

Kohlmarkt

Bezirk
1., Innere Stadt
Benennung
1314 (Erstnennung: 1255)
Benannt nach
ansässigen Kohlenhändlern
Länge in Metern
194,66 Meter [1]
Gehzeit in Minuten
2,35 Minuten
Vorherige Bezeichnungen
Witmarkt, lange Mauer, An der langen Mauer Beim Peurertor (Peilertor), Bei St. Michael, Versöhnungsstraße


Namensgebung und Geschichte

Der Kohlmarkt zählt zu den bekanntesten Straßen der Wiener Innenstadt.

Der Name der Straße erinnert daran, dass hier einst die Kohlenhändler angesiedelt waren. 1255 bzw. 1304 ist noch die Bezeichnung "Witmarkt" üblich, wobei wit (oder wid) für Holz steht. 1314 findet sich bereits der Name "Kohlenmarkt". Im Mittelalter lag die Gegend noch außerhalb der eigentlichen Stadt, diese Vorstadt vor dem Peilertor dürfte um 1200 angelegt worden sein. Die schloss an den römischen Lagergraben (auch Retzengraben) an, und verlief entlang der "langen Mauer" (ungerade Seite), was ihr auch zum Namen "An der langen Mauer" verhalf. 1848, während der Revolution, wurde der Kohlmarkt in "Versöhnungsstraße" umbenannt.

Die Nähe zur kaiserlichen Residenz begünstigte seit der frühen Neuzeit die Ansiedlung hochwertiger Gewerbe und später vieler k.u.k. Hoflieferanten. Spätestens im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich der Kohlmarkt – gemeinsam mit Graben und Kärntner Straße – zum Kern des gehobenen Einkaufsbereichs der Innenstadt. Heute ist die Fußgängerzone (der Autoverkehr wurde 1989 hier ausgeschlossen) das teuerste Pflaster Wiens, man findet hier Geschäftslokale, die Luxusmarken anbieten.

Teures Umfeld: Studie Cushman & Wakefield

Laut einer Studie der Immobilienfirma Cushman & Wakefield ist der Kohlmarkt die elft teuerste Einkaufsstraße der Welt.

Unter den teuersten Mieten monatlich finden sich:

  • Die Causeway Bay in Hongkong, monatlich 1.859 Euro pro qm
  • Die Champs-Élysées in Paris, 798 Euro pro qm
  • Die Bahnhofsstraße in Zürich, 604 Euro pro qm
  • Die Kaufingerstraße in München, 350 Euro pro qm
  • Der Kohlmarkt mit 340 Euro pro qm

Ehrenpforten am Kohlmarkt

ICON Wiener Geschichte.png

Am Kohlmarkt wurde auch zu verschiedenen Anlässen Triumphbögen errichtet. Waren im Mittelalter solche Ehrenpforten noch eine Dauereinrichtung, wandelt sich der Brauch dahingehend, vergängliche Portale zu errichten.

Am 8. Oktober 1760 wurde anlässlich der Vermählung von Kaiser Joseph II. ein Triumphbogen erbaut, am 9. November 1790 war der Empfangs von Leopold II. der Anlass.

Häuser der Straße

Öffentlicher Verkehr

Da der Kohlmarkt als Fußgängerzone geführt wird, erfolgt die Erschließung über die U-Bahn-Stationen in der Umgebung und über Citybus-Haltestellen an den Platzräumen. Am nächsten liegt U3 Herrengasse; von dort verbindet ein kurzer Fußweg über die Wallnerstraße direkt mit der innerstädtischen Fußgängerzone bis zum Kohlmarkt. Ebenfalls gut erreichbar ist U1/U3 Stephansplatz; von dort führt der Weg über den Graben in wenigen Minuten zum Kohlmarkt.[8][9]

Citybuslinien halten im Umfeld, etwa bei Michaelerplatz beziehungsweise in den Zuführungen rund um Hofburg und Graben. Dadurch lässt sich der Kohlmarkt auch ohne längere Wege in eine Innenstadt-Route integrieren.

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Am einfachsten über U3 Herrengasse; von dort in wenigen Minuten zu Fuß über die Wallnerstraße zum Kohlmarkt. Alternativ über U1/U3 Stephansplatz und anschließend zu Fuß über Graben bis zur Abzweigung Kohlmarkt. Wer den Kohlmarkt als Teil eines Innenstadtspaziergangs nutzt, kann ihn sehr gut in die Achse Stephansdom – Graben – Kohlmarkt – Michaelerplatz – Hofburg einbauen.[10]
Kohlmarkt – Überblick
Bezirk / Lage
1., Innere Stadt; Verbindung zwischen Michaelerplatz und Graben, Einmündung der Wallnerstraße
Umgebung
Hofburgzugang am Michaelerplatz, Innenstadtachse Richtung Stephansdom, hohe Dichte an Traditionsbetrieben und internationalen Luxusmarken
Charakter der Gasse
Fußgängerzone mit sehr hoher Passantenfrequenz; klassische Flanier- und Einkaufsstraße, Teil des sogenannten Goldenen U (Kohlmarkt–Graben–Kärntner Straße)
Hinweise
Besonders angenehm am frühen Vormittag oder am Abend, wenn der Besucherstrom geringer ist. Für Fotostandpunkte bietet sich der Blick vom Michaelerplatz in Richtung Graben an, weil hier die Perspektive der historischen Hofburg-Achse deutlich wird.


Navigation

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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. Carl Schütz (Künstler), Artaria & Co. Verlag (Verlag), "Ansicht des Kohlmarkts" / "Vue du Kohlmarkt" (1. Etat), 1786, Wien Museum Inv.-Nr. 185800, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/13643/)
  3. Carl (Karl) Ledermann jun. (Hersteller), Kohlmarkt gegen das Michaeler Burgthor. Wien I., 1907 (Herstellung), Wien Museum Inv.-Nr. 182903, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/354501/)
  4. PAG Wien Verlag (Hersteller), Wien, I. Kohlmarkt, um 1930, Wien Museum Inv.-Nr. 245319, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/627196/)
  5. Tuschzeichnung von J. G. Mansfeld. Wien, Albertina
  6. Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg (Künstler), Friedrich Kibler (Kupferstecher), Ehrenpforte für Leopold II. am Kohlmarkt, anlässlich seiner Rückkehr von der Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (am 9. Oktober 1790 in Frankfurt) am 20. November 1790 errichtet, 1790, Wien Museum Inv.-Nr. 88803, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/457201/)
  7. Johann Lukas von Hildebrandt (Entwurf), Ehrenpforte, 1699 anlässlich der Vermählung Josephs I. mit Amalia Wilhelmina von Braunschweig-Lüneburg auf dem Kohlmarkt errichtet , 1699, Wien Museum Inv.-Nr. 20593/2, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/50477/)
  8. https://moovitapp.com/index/de/%C3%96PNV-Kohlmarkt-Wien-street_11463196-3901
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahn-Station_Herrengasse
  10. https://moovitapp.com/index/de/%C3%96PNV-Kohlmarkt-Wien-street_11463196-3901

Quellen