Walfischgasse

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Walfischgasse

Wien 01 Walfischgasse a.jpg

Benennung 1919 (Erstnennung: 1434)
Benannt nach Zum Walfisch, Haus Krugerstraße 17
Straßenlänge 247,99 Meter [1]
Gehzeit 2,99 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Gasse gegenüber der Ringmauer, Beim Kärntnertor gegenüber der Ringmauer


Namensgebung und Geschichte

Benannt ist die Gasse seit 1919 nach einem Hausschild ("Zum Walfisch") und dem Wirtshaus "Bey den Walfisch" das sich hier um 1700 befand.

An den Fassaden der Häuser 7 und 9 ist noch heute erkennbar, dass sich der Straßenverlauf an die Krümmung der Ringmauer angepasst hatte, die ganze Straßenseite lag gegenüber der Stadtmauer. Der Bereich hatte daher 1434 "Gasse gegenüber der Ringmauer" geheißen, 1447 scheint auch der Name "Beim Kärntnertor gegenüber der Ringmauer" auf.

1563 wurde die Befestigung der Stadt erneuert, an dieser Stelle entstand eine Kurtine; die Krümmung behielt die Straße bei. 1858 wurde die Kurtine abgebrochen, die Häuserzeile auf der geraden Straßenseite konnte erbaut werden.

Erste Gasbeleuchtung

Im 19. Jahrhundert begannen in Wien erste Versuche, eine mit Gas betriebene Straßenbeleuchtung zu errichten. Die ersten Experimente dazu fanden bereits 1805 statt, bis 1818 endlich die ersten Gaslampen im Bereich der Krugerstraße, Kärntnerstraße und Walfischgasse aufleuchteten. Die Wiener bestaunten das neue Licht, die Beleuchtung wurde der neue Trend in Wiens Straßen: 1913 gab es 45.522 Gaslaternen in Wiens Straßen.

Russisch-orthodoxer Betraum

1830 wurde in einem Privathaus in der Walfischgasse (Haus 5) eine russische Kirche eingerichtet. Da sie die einzige ihrer Art in Wien war, besuchte sie Zar Alexander I. am 23. Dezember 1814 und beging hier eine feierliche Zeremonie aus Anlass seines Geburtstags. Bis 1899 wurden hier Gottesdienste abgehalten.

Die geplante Beethovengasse

1877 stellten mehrere Bewohner der Gasse eine Petition an den Gemeinderat, in der sie die Umbenennung auf "Beethovengasse" forderten. Die angeführten Gründe lauteten: Es bestünde zwar bereits eine Beethovengasse in Wien, die allerdings keinen Bezug zur Musik hätte. Zwar sei Beethoven dort gestorben (und er hatte dort auch gelebt), aber in der Walfischgasse logierten gegenwärtig zwei lebendige Werkelmänner und in mehreren Häusern werde eifrig Klavier gespielt. Noch dazu sei der Walfisch das größte aller Tiere, demnach solle es also kein Problem darstellen, die Gasse nach dem Größten aller Komponisten umzubenennen. Auch der "Walfischplatz" sollte - laut Wunsch der Anrainer - in "Beethovenplatz" abgeändert werden. Zwar wäre der Platz klein, er würde aber durch das geplante Beethoven-Denkmal aufgewertet werden und von der Wildheit und "genialen Unregelmäßigkeit" hätte sich der Tondichter gewiss angezogen gefühlt - wäre er jemals in diese Gegend gekommen.[2]

Die Häuser der Gasse

  • Walfischgasse 1 - "Fenstergucker-Haus", Das Café Fenstergucker, Wohnhaus der Komponisten Christoph Willibald und Carl Maria von Weber und des Kinderarztes Ludwig Wilhelm Mauthner von Mauthstein
  • Walfischgasse 2 - Das Palais Todesco, Standort des Kärntnerturms mit Gedenktafel, Gedenktafel für Ludwig Förster, ehem. Niederlassung des Hutfabrikanten Peter Habig, Ausgrabung einer Münze
  • Walfischgasse 3
  • Walfischgasse 4 - Standort der ersten Wiener Fahrradfabrik
  • Walfischgasse 5 - Der Altenburger Hof, Wohn- und Sterbehaus und Gedenktafel des Amerikanischen Dichters Wystan Hugh Auden, Sterbehaus des Hofoperndirektors Wilhelm Jahn und des Bratschisten Alois Alexander Buchta; Plachuttas Gasthaus zur Oper
  • Walfischgasse 6
  • Walfischgasse 7
  • Walfischgasse 8 - Gustav-Mahler-Hof, der Magiersalon des Johann Nepomuk Hofzinser, Sterbehaus und Gedenktafel des Journalisten Ludwig Hevesi
  • Walfischgasse 9
  • Walfischgasse 10 - ehem. Standort des Palais Erdödy, Sterbehaus des Fürsten Demetrius Michailowitsch Gallitzin, Wohnhaus Ludwig van Beethoven, Honey & Tattoos
  • Walfischgasse 11 - ehem. Moulin Rouge, mögliche Beethoven-Wohnung
  • Walfischgasse 12 - Kletterhalle Edelweiß
  • Walfischgasse 13 - ehem. Café Parsifal
  • Walfischgasse 14 - Wohn- und Sterbehaus des Juristen Philipp Harras von Harrasowsky
  • Walfischgasse 15 - Lokal Schesch Besch



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© Christiana Mazakarini

Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. Wiener Luft, Beiblatt zum "Figaro", Nr. 15, 1877