Krugerstraße 10

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Grund-Information
Walfischgasse 9.jpg

Krugerstraße 10

Aliasadressen =Krugerstraße 10, =Walfischgasse 9
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 1013 | vor 1821: 1074, 1075 | vor 1795: 1046, 1047
Baujahr 1954
Architekt Karl Harberger


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde 1954 erbaut, nachdem der Vorgängerbau im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war und abgerissen werden musste.

Vorgängerhäuser, Palais Erdödy

Mit dem Gebäude (Stadt 1075) sind zeitweilig die Hausschilder „Zum blauen Säbel" und „Zur weißen Lilie" verbunden, Haus Stadt 1074 war als "Salmour'sches Haus "bekannt. [1]

Das ursprüngliche Haus war im Besitz des Äußeren Rats Hieronymus Raidt (* in Wien, † am 19. Mai 1613 Wien). Raidt war zwischen 1601 und 1613 Stadtgerichtsbeisitzer. 1684 wurde das Gebäude von Helena Dorothea, der ersten Ehefrau des Grafen Rüdiger Starhemberg, gekauft. Weil Starhemberg die Stadt während der Türkenbelagerung so tapfer verteidigte, wurde ihm und diesem Haus ein besonderes Recht verliehen: es war steuerfrei "auf ewige Zeiten". Doch als Helena starb, verkauften es ihre Kinder dem Magistrat, der es 1696 an den obersten Falkenmeister Johann Weikhard Michael Graf Sinzendorf weiter veräußerte.

Das Stadtpalais war im 18. Jahrhundert im Besitz des russischen Diplomaten und Kunstmäzens Dimitri Michailowitsch Golizyn (* 4.5.1721,† 19.9-1793). In dem Palais wohnte zwischen 1791 und 1799 Konstanze Mozart. Auch Wolfgang Amadeus Mozart war häufig Gast in diesem Haus und spielte hier Konzerte. Haydn stieg hier, in einem gemieteten Quartier, zwischen 1798 und 1800 mehrmals ab.

1810 erwarb es Nikolaus Graf Esterházy. 1812 schließlich ließ man das alte Haus abreißen und von Charles de Moreau durch ein neues ersetzen. Es kam erst später in den Besitz der Grafen Erdödy, deren Familienwappen über dem Tor in schönem Relief zu sehen war. [2]

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Sterbehaus des Fürsten Demetrius Michailowitsch Gallitzin

Wie erwähnt, war im 18. Jahrhundert der großzügige Wohltäter der Armen, Fürst Gallitzin Demetrius Michailowitsch (* 15. Mai 1721 Abo, † 30. September 1793, ebenhier), Besitzer des Hauses. Der Sprössling einer Bojarenfamilie war Diplomat am Hof Ludwigs XV. in Paris und kam 1762 als obligater Gesandter nach Wien. in seinem herrschaftlichen Haus an dieser Adresse beschäftigte er 38 Diener. 1792 schied er aus dem diplomatischen Dienst aus und widmete sich ausschließlich seinen Wohltaten. Er ließ im Prater ein Lusthaus (das Gallitzinlusthaus) und einen romantischen Park mit dem Gallitzin-Sommerschloss in Ottakring errichten.

Wohnhaus Ludwig van Beethoven

Die Gräfin Anna Maria von Erdődy (1779–1837) war eng mit Beethoven befreundet. Im Jahre 1808 wohnte er bei ihr in Wien diesem Haus (damals: Krugerstraße Nr. 1074). Später widmete Beethoven der Gräfin die Klaviertrios op. 70 (1809), die Sonaten für Violoncello und Klavier op. 102 (1817) sowie den Kanon "Glück, Glück zum neuen Jahr" op. 176 (1819).

Unternehmen

Honey & Tattoos

Ein seltsame Kombination wird in diesem Geschäftslokal angeboten: Man kann sich hier Tattoos stechen lassen und Honig kaufen. Letzterer ist in lustigen Gläsern verpackt, zumeist in Totenköpfen.[3]


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© Christiana Mazakarini

Quellen

  1. Ferdinand August Schmidt, Friedrich Knickenberg: Bonner Beethoven-Studien Reihe V/Bd. 2, Bonn, 1927, S.32
  2. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig. S. 63
  3. http://www.elhac.com/index.php?option=com_contact&view=contact&id=1&Itemid=102