Straßenbeleuchtung

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THEMA: Straßenbeleuchtung in Wien was ist hier zu finden
Elektrische Probebeleuchtung 1882.jpg
Die verwinkelten Gassen Wiens lagen lange Zeit im Dunklen. Damit war es auch mit der Sicherheit nicht gut bestellt. Jeder Wiener musste selbst dafür sorgen, dass er mit ausreichend Licht bei Dunkelheit nach Hause kam, und so führte jeder eine Laterne oder eine Fackel mit sich herum. Ferdinand I. war schließlich der erste, der sich um die Sicherheit seines Volkes sorgte und 1561 gesetzlich regelte, dass man nachts ein Licht mit sich führen müsse.

Um die Ausgehsperre festzulegen, wurde das Läuten einer Glocke des Stephansdoms genutzt, der "Bieringerin". Sie zeigte die Sperrstunde von Wirtshäusern an und nach ihrem Läuten durfte man ohne Licht nicht mehr die Straßen betreten.


Öllampen

Beleuchtung mit Öllampen vor dem Burgtor, um 1830 [1]

Am 7.11.1687 wurde - um Sicherheit herzustellen - in Wien erstmals eine Straßenbeleuchtung getestet. Man stellte in der Dorotheergasse 17, mit Klauenfett gefüllte, Blechlaternen auf. Schnell fand man die Idee gut, schon am 5. Juni 1688 wurden erstmals in der gesamten Innenstadt 2000 Laternen aufgestellt. Zur Finanzierung der großen Anzahl notwendiger Laternen erfand die Stadt rasch eine neue Steuer: den "Illuminationsaufschlag". Damit besteuerte man Wachs und Baumöl, die Einkünfte konnten an die Vorstadtschlossermeister und Klampferschmieden zur Herstellung der Beleuchtungskörper übergeben werden.

Die Laternen wurden an den Häusern angebracht, gleichzeitig wurden die Hausbesitzer verpflichtet, für ein pünktliches Anzünden zu sorgen und täglich die Befüllung mit Talg vorzunehmen. Das Fett dafür erhielt man beim "Hahnenbeiß-Haus", Am Hof 5. Ab 1776 stellte man auf dem Glacis Straßenbeleuchtung auf, ab 1786 in den Vorstädten. Da der Aufwand für die Hausbesitzer hoch war, wurde 1776 durch Joseph von Sonnenfels eine Neuerung eingeführt: von nun an gab es eine Truppe von "Lampenknechten", die in einer eigenen Uniform, bestehend aus einem braunen Rock mit roten Aufschlägen, einem Stock und einem Säbel, die Aufgaben übernahm. 1846 stellte man den Betrieb der Laternen generell auf Öl um.

Obwohl damit eine Verbesserung gegenüber den Fackeln von einst gegeben war, strahlte Wien von dem trüben Licht nicht, die Wiener meinten, nun "die Finsternis in den Straßen besser sehen zu können". [2]

Gasbeleuchtung

Plan der Gasbeleuchtung in Wien, 1862 [3]

1802 gab es die ersten Versuche, Licht mit Leuchtgas herzustellen. Schließlich probierte man 1818 in der Walfischgasse die erste Gasbeleuchtung aus. Sukzessive ersetzte man nun die alten Laternen gegen neue, allerdings musste gleichzeitig ein Gasleitungsnetz gelegt werden. So zögerte sich die Umstellung bis in Jahr 1926 hinaus, die letzte Öllampe nahm man auf der Heiligenstädter Lände außer Betrieb.

Gusseisenkandelaber im Volksgarten um 1880 [4]

Die letzte Gaslaterne wurde erst am 27.11.1962 gelöscht, sie stand vor dem Haus Sauragasse 22 im 13. Bezirk.

Elektrische Straßenbeleuchtung

Endlich kehrte in Wien die Elektrizität ein: Der Wiener Eislaufverein war bereits 1878 mit elektrischen Bogenlampen ausgestattet, doch die Verbreitung gestaltete sich schleppend. Die erste Probebeleuchtung mit elektrischem Licht wurde schließlich 1882 am Graben vorgenommen. Es folgten 40 Laternen im Volksgarten bis in den 1940er Jahren fast ganz Wien mit den neuen Beleuchtungskörpern ausgestattet war. Schließlich verwendete man 1883 auch in der Hofburg die erste Glühbirne.

Am 4.12.1950 wurde die erste Neonbeleuchtung in Wien montiert, wieder war der Graben das Probeareal. Mittlerweile stellt Wien auf LED-Beleuchtung um, damit die Kosten gesenkt werden können.

Seit Oktober 2016 werden die 153.000 Straßenlaternen der Stadt eine Stunde früher gedimmt - viele Straßenzüge sind nun nur mehr bis 22 Uhr mit voller Leuchtkraft ausgestattet. Danach wird bis 5 Uhr morgens mit "Halbnachtmodus" geleuchtet. Grund dafür waren Einsparungsmaßnahmen der Stadt. In der Früh gänzlich ausgeschalten werden die Lampen übrigens zu unterschiedlichen Zeiten: Sie sind mit Sensoren ausgestattet, die eine automatische Abschaltung vornehmen, sobald das Sonnenlicht ausreicht.[5] Für Meldungen über Störungen und Ausfälle, aber auch Beschwerden für zu viel oder zu wenig Licht hat die Stadt ein "Lichttelefon" unter der Hotline 0800 33 80 33 eingerichtet. Jährlich rufen hier 24.000 Wiener an, um Missstände zu melden.[6]



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Quellen

  1. http://www.drab.at/de/topics/oelbeleuchtung.php
  2. Wiener Geschichtsblätter, Wien Archiv, Tradition und Volksleben, Blatt W06055
  3. https://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/image.xhtml?id=FOs+RGYRsfvbT4L1Og6nXeM0+8OkdD4Jp25sfgC2ACs1
  4. http://www.drab.at/de/topics/gasbeleuchtung.php
  5. http://diepresse.com/home/panorama/wien/5101900/Wien-dimmt-die-Strassenbeleuchtung-
  6. http://www.vienna.at/das-wiener-lichttelefon-eine-einrichtung-fuer-mehr-sicherheit-in-der-stadt/5102472