Annagasse
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Namensgebung und Geschichte
1290 hieß die Gasse nach der Familie Pippinger (bzw. nach Leopold Pipping, der 1208 erwähnt wird und das Areal parzelliert haben dürfte) Pippingerstraße. [2] Erst als diese Familie ausstarb, bekam die Gasse den heutigen Namen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Annagasse 1547, benannt ist sie nach der Annakirche - Anna (hebräisch: Hannah) war die Mutter Marias. Die Nemensgebung wurde im 18. Jahrhundert amtlich fixiert. In den 1970er Jahren wurde ein Teil der Annagasse Fußgängerzone.
Sagen und Legenden
Eine Legende befasst sich ebenfalls mit der Namensgebung: Der Weihnachtsritt Leopolds des Glorreichen.
Die Römer in der Annagasse
Die Annagasse wurde auch schon in der Römerzeit genutzt: Im Jahr 1901 wurde im Zuge der Erneuerung der Gasrohre im Boden eine Schuttschicht gefunden, die voll mit Ziegelstücken war. Der Archäologe Friedrich von Kenner vermutete, dass es sich dabei um Reste von Gräbern handelte. Eine konkrete Fundnotiz ist außerdem bei Annagasse 11 dokumentiert: Die Annahme römischer Nutzung wurde 1937 bestätigt, als bei einer Kanalgrabung in 5 Meter Tiefe römische Keramikteile und ein Hundeschädel aus dieser Zeit geborgen wurden.
Lage und Verlauf
Die Annagasse verläuft im 1. Bezirk zwischen Kärntner Straße und Seilerstätte. Charakteristisch ist die dichte Abfolge großer, historisch gewachsener Haus- und Hofanlagen, darunter der Anna-Hof, die Annakirche sowie mehrere ehemalige Stifts- und Klosterhöfe, die heute in unterschiedlicher Nutzung stehen.
Die Häuser der Gasse
- Annagasse 1 - Hardeggsches Stiftungshaus
- Annagasse 2 - Palais Grundemann Esterhazy
- Annagasse 3/3A - Anna-Hof
- Annagasse 3B - Annakirche
- Annagasse 4 - Kremsmünsterhof
- Annagasse 5 - Klein-Mariazellerhof
- Annagasse 6 - Herzogenburger Hof
- Annagasse 7 - Mailbergerhof
- Annagasse 8 - Täuberlhof oder Deyberlhof
- Annagasse 9 - Annastöckl
- Annagasse 10 - Nadasdysches Haus, Batthyansches Haus
- Annagasse 11 - Zur schwarzen Katze
- Annagasse 12 - Milosch-Haus
- Annagasse 14
- Annagasse 16 - erbaut 1710, Wohnhaus Albert Camesina
- Annagasse 18 - Zur blauen Kugel, erbaut um 1730
- Annagasse 20 - Haus der Musik
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- U1, U3 Stephansplatz (Fußweg über Kärntner Straße); U1, U2, U4 Karlsplatz (Ausgang Oper, weiter über Kärntner Straße und Führichgasse). Straßenbahnlinien 1, 2, D und 71 an der Station Karlsplatz/Oper am Opernring; Buslinien 2A und 3A im Umfeld der Kärntner Straße. Die Annagasse selbst ist durchgehend Fußgängerzone.
- Besichtigungstipps
- Spaziergang entlang der barocken Häuserzeile zwischen Kärntner Straße und Seilerstätte; Besuch der St.-Anna-Kirche (Annagasse 3B) und des ehemaligen St.-Annahof-Komplexes; Blicke in die Stiftshöfe Kremsmünsterhof (Annagasse 4), Klein-Mariazellerhof (Annagasse 5) und Herzogenburger Hof (Annagasse 6), soweit zugänglich. Gut kombinierbar mit einem Abstecher zum Haus der Musik an der Seilerstätte.
| Annagasse – Überblick |
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Quellen
- ↑ Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/at/: Creative Commons Lizenzvertrag
- ↑ Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1., Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 114