Auf Mozarts Spuren durch die Innere Stadt

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Stadtspaziergänge
Auf Mozarts Spuren durch die Innere Stadt


Mozart in der Inneren Stadt – ein musikalischer Spaziergang

  • Dauer: ca. 2 -3 Stunden (ohne Museumsbesuch)
  • Etappen: 15 Stationen, darunter mehrere Wohnorte, Bühnen, Gedenkorte
  • Beste Zeit: tagsüber, bei trockenem Wetter – manche Häuserfassaden liegen schattig
  • Tipp: Mozarthaus (Station 4) kann mit Führung besucht werden

🎼 Station 1: Wipplingerstraße 19 – Mozarts frühe Wiener Wohnung

  • Wipplingerstraße 19, 1010 Wien
  • An dieser Stelle stand das sogenannte „Grünwaldsche Haus“, in dem Mozart 1768 und später nach seiner Hochzeit zeitweise wohnte
  • Mozart komponierte hier 1768 die »Messe in G‑Dur«, die bei der Einweihung der Waisenhauskirche am Rennweg uraufgeführt wurde


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Wipplingerstraße 19 – Mozart wohnte hier

Am Wipplingerstraße 19 stand im 18. Jahrhundert das „Grünwaldsche Haus“, in dem der junge Mozart während seines zweiten Wien‑Aufenthalts 1768 mit seiner Familie wohnte. In dieser Zeit erlebte er erste große Erfolge vor dem kaiserlichen Hof: Die dort komponierte Messe in G‑Dur wurde bei der Einweihung der Waisenhauskirche in Anwesenheit von Kaiserin Maria Theresia gespielt.

Auch nach seiner Hochzeit mit Constanze Weber soll Mozart an dieser Adresse noch einmal kurz gelebt haben, bevor sie in eine andere Wiener Wohnung übersiedelten.

Die ehemalige Gedenktafel, die an den frühen Abschnitt Mozarts Karriere ereinnerte, existiert nicht mehr, sie wurde bei Abriss des Hauses entfernt.

🎼 Station 2: Am Hof – Mozarts erstes Konzert in Wien

  • Am Hof, 1010 Wien – im Palais Collalto, heute Haus Nr. 13
  • Mozart trat hier im Oktober 1762 erstmals öffentlich in Wien auf – im Alter von 6 Jahren
  • Konzert vor dem Hochadel, begleitet von seiner Schwester Nannerl
  • Der Auftritt führte zur Einladung an den kaiserlichen Hof (Schönbrunn)

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Palais Collalto – hier begann alles

Im Oktober 1762 gab der sechsjährige Wolfgang Amadeus Mozart im Palais Collalto am Platz Am Hof ein Konzert vor Wiens feiner Gesellschaft. Gemeinsam mit seiner Schwester Maria Anna („Nannerl“) musizierte er auf dem Klavier – und beeindruckte das Publikum mit seinem Talent.

Der Auftritt war so erfolgreich, dass Kaiser Franz I. und Maria Theresia die Familie Mozart an den Hof nach Schönbrunn einluden – dort spielte Wolfgang sogar mit verbundenen Augen. Es war der Auftakt einer beispiellosen Karriere als Wunderkind.

Eine kleine Inschrift am Gebäude erinnert an den historischen Moment. Das Palais ist heute Sitz der "Barmherzigen Brüder" und nur von außen zugänglich.

🎼 Station 3: Kurrentgasse 5 – Geburt von Mozarts erstem Sohn

  • Kurrentgasse 5, 1010 Wien – ehemals „Mannagettahaus“
  • Mozart und Konstanze wohnten hier ab April 1783 im dritten Stock
  • Im Jänner 1784 zog die Familie weiter in den Trattnerhof (Graben 29)
  • Gedenktafel von 1929 erinnert an den Aufenthalt

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Ehem. Mannagettahaus – Wohnung 1783

Im Frühjahr 1783 bezog Mozart mit seiner Frau Konstanze eine Wohnung im dritten Stock des sogenannten „Mannagettahauses“. Das Gebäude war im 17. Jahrhundert für Dr. Johann Wilhelm Mannagetta errichtet worden, ein bekannter Wiener Gelehrter.

Während dieses Aufenthalts wurde am 17. Juni 1783 Mozarts erster Sohn "Raimund Leopold" geboren – er starb jedoch bereits im Alter von einem Monat.

Mozart veranstaltete in der Wohnung auch Tanzabende, zu denen männliche Besucher zwei Gulden Eintritt zahlten. Nur ein Dreivierteljahr später zog die Familie bereits weiter – in den nahe gelegenen Trattnerhof am Graben. An den Aufenthalt erinnert heute eine Gedenktafel.

🎼 Station 4: Domgasse 5 – Mozarthaus Vienna

  • Domgasse 5, 1010 Wien
  • Wohnort Mozarts von 1784 bis 1787
  • Ort der Entstehung zahlreicher Meisterwerke, u. a. *Le Nozze di Figaro*
  • Heute: Museum Mozarthaus Vienna mit multimedialer Ausstellung

Mozarthaus Vienna

Mozarthaus Vienna

Das Haus in der Domgasse ist der einzige erhaltene Original-Wohnort Mozarts in Wien. Hier lebte er von 1784 bis 1787 mit Constanze und seinem kleinen Haushalt. In dieser Zeit entstand unter anderem die Oper *Le Nozze di Figaro*, aber auch viele seiner bedeutendsten Klavierkonzerte.

Das Museum dokumentiert Mozarts Leben in Wien, seinen Freundeskreis, seine Auftraggeber, seine Arbeit – und sein Leben als Vater, Freimaurer und gefeierter Komponist. Im historischen Teil der Wohnung sind originale Möbelstücke und Reproduktionen ausgestellt, im Obergeschoß kann man interaktive Medien und Faksimiles entdecken.

Mozart wohnte hier in für damalige Verhältnisse großzügigen Räumen – ein Zeichen seines kurzzeitigen Erfolgs. Trotzdem zog er 1787 wieder um, weil die Einnahmen zunehmend ausblieben.

🎼 Station 5: Deutschordenshaus (Singerstraße 7) – Bruch mit dem Erzbischof

  • Singerstraße 7, 1010 Wien
  • Mozart wohnte hier im Frühjahr 1781 als Musiker in Diensten von Erzbischof Colloredo
  • Hier kam es zum berühmten Eklat, der zur endgültigen Loslösung von Salzburg führte
  • Heute Sitz des Deutschordensmuseums, eine Gedenktafel erinnert an Mozart

Datei:Deutschordenshaus Singerstrasse Wien.jpg

Deutschordenshaus, Fassade zur Singerstraße

Im Frühjahr 1781 wohnte Mozart im Deutschordenshaus als Mitglied der Salzburger Hofkapelle – im Gefolge von Erzbischof Colloredo, der zum Reichstag in Wien angereist war. Die Unterkunft war fürstlich, die Atmosphäre jedoch frostig. Mozart fühlte sich bevormundet und in seinen künstlerischen Freiheiten eingeschränkt.

Der Streit eskalierte: Colloredo verbot ihm öffentliche Auftritte und untersagte Kontakte zu anderen Adligen. Als Mozart sich widersetzte, kam es zur legendären Szene: Der Kammerherr des Erzbischofs, Graf Arco, warf Mozart mit den Worten „Er ist entlassen!“ die Treppe hinunter. Dieser Moment markierte den endgültigen Bruch mit Salzburg – Mozart blieb in Wien, auf eigene Faust.

Eine Gedenktafel beim Eingang erinnert heute an den berühmten Streit und Mozarts ersten Schritt in die Unabhängigkeit. Es war der Beginn seiner produktivsten Wiener Zeit.

🎼 Station 6: Stephansdom – Trauung und Totenmesse

  • Stephansplatz, 1010 Wien
  • Mozart heiratete hier am 4. August 1782 seine Frau Constanze Weber
  • Nach seinem Tod 1791 wurde hier die Totenmesse (Exequien) gelesen
  • symbolischer Bezug durch Musik und Zeremonien

Datei:Stephansdom - Innenraum Wien.jpg

Stephansdom – Inneres mit Hochaltar

Der Stephansdom war nicht nur das religiöse Zentrum der Stadt, sondern auch ein bedeutsamer Ort im Leben Mozarts. Am 4. August 1782 heiratete er hier Constanze Weber – heimlich, da sein Vater in Salzburg strikt gegen die Verbindung war. Die Eheschließung fand in der Katakombenkapelle (Nikolauskapelle) statt.

Auch nach seinem Tod war der Dom noch einmal Ort einer öffentlichen Ehrung: Am 6. Dezember 1791 – zwei Tage nach seinem Tod – wurde in der Domkapelle ein feierlicher Gottesdienst für Mozart abgehalten. Die eigentliche Beisetzung erfolgte jedoch – wie bei Bürgern üblich – außerhalb der Stadtmauern, auf dem St. Marxer Friedhof.

Die feierliche musikalische Gestaltung der Exequien übernahm Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr, der später auch das Requiem vervollständigte.

🎼 Station 7: Kleeblattgasse 5 – Mozart und die „Grabennymphen“

  • Kleeblattgasse 5, 1010 Wien
  • Historisches Gebäude aus dem 17. Jh., früher „Zum kleinen Ofenloch“ mit Badestuben
  • Legendenumwobener Ort: Mozart und eine Frau namens Regina

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Kleeblattgasse 5 – historisches Haus

Das Gebäude Kleeblattgasse 5 gehört zu den ältesten Häusern der Gasse und stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich war es Teil der Badestube „Zu den Röhren“ („kleines Ofenloch“) – Orte, an denen man sich nicht nur wusch, sondern auch sozial verkehrte.

Lokalhistorische Überlieferungen berichten, dass in diesem Haus im 17. Jh. eine Frau namens Regina lebte, die zu den sogenannten „Grabennymphen“ gehörte – und die Mozart „besonders eifrig den Hof gemacht haben soll“. Ob dies historisch exakt ist, bleibt Legende und Anekdote; doch zeigt es eindrücklich, wie Mozart im Wien seiner Zeit gesellschaftlich vernetzt war und wie seine Biographie in den urbanen Kontext eingebettet wird.

Heute steht das Haus, nunmehr neu überbaut, als Zeugnis der historischen Kleeblattgasse und kann Spaziergängern helfen, einen Eindruck vom sozialen Leben im Wien des 18. Jh. zu gewinnen.

🎼 Station 8: Graben 17 – Mozart zieht zum Goldkaufmann

  • Graben 17, 1010 Wien – Ecke Trattnerhof
  • Mozart wohnte hier ab Mai 1781, unmittelbar nach dem Bruch mit dem Erzbischof
  • Unterkunft beim befreundeten Goldwarenhändler Johann Lorenz Hagenauer, einem Cousin seines ehemaligen Salzburger Gönners
  • Wichtiger erster Schritt in seine Selbstständigkeit als freischaffender Musiker in Wien

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Mozarts erste Wiener Wohnung (1781)

Mozart zog im Mai 1781 zu Johann Lorenz Hagenauer, einem Wiener Goldwarenhändler mit Salzburger Wurzeln. Dessen Vater, Johann Lorenz Hagenauer d. Ä., war Mozarts Hauswirt und Förderer in Salzburg – diese Verbindung trug nun Früchte in Wien.

Die Wohnung am Graben, damals eine vornehme Einkaufsstraße, war klein, aber zentral. Mozart nutzte sie als Basis für seine frühen Wiener Auftritte – Konzerte in Privatsalons, Vorspiele in Adelshäusern, Bewerbung um Schüler.

Finanziell war die Zeit schwierig: Mozart lebte zunächst von Ersparnissen und kleinen Gelegenheitsjobs, doch bald machten seine Virtuosität und sein Wiener Charme die Runde. Schon im Sommer 1781 übersiedelte er in eine größere Wohnung – und wurde zum gefragten Lehrer und Komponisten.

🎼 Station 9: Neubadgasse 2 – Mozarts letzte Konzertreise

  • Neubadgasse 2, 1010 Wien – Nähe Graben / Peterskirche
  • Hier wohnte Mozart im Jahr 1791, wenige Monate vor seinem Tod
  • Er bereitete von hier aus seine letzte Konzertreise vor – und war bereits schwer krank
  • Heute erinnert eine Gedenktafel an diesen letzten Wiener Wohnort

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Mozarts letzter bekannter Wohnsitz

Im Sommer 1791 bezog Mozart eine Wohnung in der ruhigen Neubadgasse, nicht weit vom Graben entfernt. Hier wohnte er mit seiner Frau Constanze und den beiden Kindern, während er fieberhaft an mehreren Aufträgen arbeitete – u. a. an der Oper *La clemenza di Tito*, die für die Krönungsfeierlichkeiten von Kaiser Leopold II. in Prag bestimmt war.

Mozarts Gesundheitszustand war zu dieser Zeit bereits angegriffen. Dennoch trat er im September 1791 die Reise nach Prag an. Nach seiner Rückkehr verschlechterte sich sein Zustand rapide – im Dezember 1791 starb er in seiner Wohnung in der Rauhensteingasse (Station 7).

Die Wohnung in der Neubadgasse war somit der letzte Ort, von dem aus Mozart öffentlich als Komponist und Dirigent tätig war. Heute erinnert eine bronzene Gedenktafel an diesen stillen, fast vergessenen Wohnort.

🎼 Station 10: Kohlmarkt 4 – Mozart beim kaiserlichen Hoflieferanten

  • Kohlmarkt 4, 1010 Wien
  • Hier wohnte Mozart 1781/82 im dritten Stock – seine zweite Wiener Wohnung
  • Das Gebäude gehörte dem Verleger und k.k. Hofbuchdrucker Johann Thomas Trattner
  • Wichtiger Ort für Mozarts frühe Beziehungen zur Wiener Oberschicht

Nach seinem kurzen Aufenthalt am Graben zog Mozart im Spätsommer 1781 in eine geräumigere Wohnung bei Kohlmarkt 4, im sogenannten „Trattnerhof“. Der Eigentümer, Johann Thomas Trattner, war nicht nur einflussreicher Drucker, sondern auch Musikmäzen – und Mozart durfte mietfrei wohnen.

In dieser Phase begann Mozart mit dem Aufbau seines Wiener Netzwerks: Hier komponierte er u. a. die erste Wiener Oper *Die Entführung aus dem Serail*, die ihn endgültig beim Kaiser und dem Publikum etablierte. Auch seine Lehrtätigkeit florierte – Schüler kamen nun direkt in die Wohnung am Kohlmarkt.

Die Lage war prominent: In Sichtweite zur Hofburg und nahe zum Burgtheater – Mozart war angekommen. Dennoch sollte er bald weiterziehen – in die Domgasse, wo heute das Mozarthaus Wien an ihn erinnert.

🎼 Station 11: Michaelerkirche – Requiem für Mozart

  • Michaelerplatz, 1010 Wien – Eingang direkt gegenüber der Hofburg
  • Im Dezember 1791 wurde hier eine erste Gedenkfeier für Mozart abgehalten
  • Das unvollendete *Requiem* erklang zum ersten Mal in Teilen
  • Die Kirche war zuvor mehrfach Aufführungsort seiner Kirchenmusik

Michaelerkirche

Michaelerkirche, gegenüber der Hofburg

Die Michaelerkirche zählt zu den ältesten Kirchen Wiens – und war eng mit Mozarts Wiener Zeit verbunden. Er selbst war nie offizielles Mitglied der Pfarre, doch mehrere seiner Werke wurden hier aufgeführt, darunter das berühmte *Ave verum corpus*.

Besondere Bedeutung erlangte die Kirche wenige Tage nach Mozarts Tod: Am 10. Dezember 1791 fand hier ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem erstmals Teile seines unvollendeten *Requiems* öffentlich gespielt wurden – wahrscheinlich ergänzt von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr.

Die Kirche ist schlicht, aber akustisch hervorragend – ein Ort der Stille mitten im Trubel der Stadt. Im Inneren erinnert eine Gedenktafel an Mozart.

🎼 Station 12: Mozart-Denkmal im Burggarten

  • Burggarten, 1010 Wien – südlich der Albertina
  • Eines der bekanntesten Mozart-Denkmäler weltweit
  • Errichtet 1896 vom Bildhauer Viktor Tilgner – im Stil des Historismus
  • Gilt als würdevoller Abschluss für einen Rundgang durch Mozarts Wiener Jahre

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Mozart-Denkmal (Burggarten)

Das Monument wurde 1896 enthüllt – fast genau 105 Jahre nach Mozarts Tod. Der Entwurf stammt von Viktor Tilgner, der den Komponisten in dynamischer Pose auf einem Podest darstellt. Unterhalb findet sich ein Relief mit der Szene aus *Don Giovanni*, daneben musizierende Putten und allegorische Figuren.

Vor dem Denkmal wurde später ein Beet in Form eines Notenschlüssels angelegt – eine der meistfotografierten Blumenrabatten Wiens. Der Standort im Burggarten – einst kaiserlicher Privatgarten – ist symbolisch: Mozart hat mehrfach für den Hof gespielt, doch seine Beziehung zu den Habsburgern blieb wechselhaft.

Heute ist das Denkmal ein Pilgerort für Musikliebhaber aus aller Welt – und ein schöner Endpunkt für einen Spaziergang auf Mozarts Spuren.

🎼 Station 13: Café Mozart – Erster Standort des Mozart-Denkmals

  • Albertinaplatz 2, 1010 Wien – neben Kärntner Straße und Oper
  • Ursprünglicher Standort des ersten Mozart-Denkmals (ab 1896)
  • Heute berühmtes Kaffeehaus mit eigener Mozarttorte – idealer Abschluss

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Café Mozart – einst Denkmalstandort

Bevor das berühmte Mozart-Denkmal 1953 in den Burggarten verlegt wurde, stand es ab 1896 direkt vor dem heutigen Café Mozart – am Albertinaplatz, mit Blick zur Oper und zur Hofburg. Der Standort war bewusst gewählt: als Verbindung von Kunst, Kaffeehauskultur und Erinnerung.

Das Café selbst existiert seit 1794 und trägt seit 1929 den Namen *Café Mozart*. Es gilt als Treffpunkt für Künstler, Literaten und Musikfreunde. Hier kannst du einkehren – auf eine *Mozarttorte*, die aus Schokolade, Pistazien und Marzipan besteht, und an die Wiener Seele Mozarts erinnert.

🎼 Station 14: Lobkowitzplatz 2 – Theatermuseum im Palais Lobkowitz

  • Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien – ehemaliges k.k. Nationalhoftheater
  • Hier wurden mehrere Opern Mozarts uraufgeführt oder gespielt – z. B. *Le nozze di Figaro*
  • Mozart trat hier auch als Dirigent und Cembalist auf
  • Heute Sitz des Theatermuseums – mit Dauerausstellung zur Theatergeschichte

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Palais Lobkowitz, heute: Theatermuseum

Im ehemaligen Palais Lobkowitz (später als Nationalhoftheater genutzt) dirigierte Mozart selbst mehrere Werke – u. a. *Le nozze di Figaro* (*Die Hochzeit des Figaro*) im Jahr 1786. Der Erfolg war anfangs verhalten – doch bald wurde die Oper in Wien und Prag gefeiert.

Mozart trat hier nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent und Musiker auf: Er spielte den Cembalo-Part bei eigenen Konzerten und war gern gesehener Gast am kaiserlichen Theater. Die Akustik im barocken Prunksaal (heute: Eroica-Saal) gilt bis heute als hervorragend.

Das Gebäude wurde später in ein Museum umgewandelt. Heute beherbergt es das Theatermuseum, das wechselnde Ausstellungen und eine ständige Sammlung zur Geschichte des Theaters in Österreich zeigt. Eine Mozart-Gedenktafel ist im Innenhof zu finden.

🎼 Station 15: Himmelpfortgasse 6–8 – Mozarts spätere Konzerte & das Requiem

  • Himmelpfortgasse 6-8, 1010 Wien
  • Konzertsaal im 1. Stock – 1788 von Ignaz Jahn eingerichtet
  • Aufführungsort von Mozarts Requiem (posthum), KV 595 und Händel-Bearbeitung
  • Auch Beethoven trat hier auf

Im ersten Stock des Hauses richtete der Gastwirt *Ignaz Jahn* 1788 einen Konzertsaal ein, der bald zu einem wichtigen Aufführungsort wurde. Mozart führte hier unter anderem seine Bearbeitung von Händels *Acis und Galatea* (KV 566) sowie das Klavierkonzert in B-Dur (KV 595) auf.

Besonders bemerkenswert: Zwei Jahre nach Mozarts Tod wurde an dieser Stelle erstmals das vollständige *Requiem in d-Moll* (KV 626) öffentlich aufgeführt – ein Werk, das zum Mythos geworden ist.

Da Jahn kein eigenes Orchester unterhielt, mussten die Komponisten ihre Musiker selbst organisieren – ein damals ungewöhnlicher, aber inspirierender Rahmen.

Auch Ludwig van Beethoven nutzte diesen Saal: Sein *Quintett op. 16* wurde hier uraufgeführt – ein musikalischer Generationenwechsel unter einem Dach.

🎼 Station 15: Rauhensteingasse 8 – Mozarts Sterbehaus

  • Rauhensteingasse 8, 1010 Wien – unweit der Kärntner Straße
  • Mozart starb hier am 5. Dezember 1791 im Alter von nur 35 Jahren
  • Die Wohnung befand sich im 2. Stock eines mittlerweile abgerissenen Hauses
  • Eine Gedenktafel erinnert heute an den Ort seines Todes

Nach seiner Rückkehr von der Krönungsreise nach Prag verschlechterte sich Mozarts Gesundheitszustand dramatisch. In seiner Wohnung in der Rauhensteingasse arbeitete er fieberhaft an seinem letzten Werk – dem unvollendeten *Requiem in d-Moll*, das er im Auftrag eines anonymen Boten komponierte.

Mozart starb in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember 1791. Seine Frau Constanze und Freunde wie Franz Xaver Süßmayr waren anwesend. Der Mythos, er sei von Salieri vergiftet worden, ist längst widerlegt – wahrscheinlich starb er an einer akuten Infektion, möglicherweise Streptokokken oder Nierenversagen.

Das Haus, in dem er starb, wurde im 19. Jahrhundert abgerissen – an seiner Stelle steht heute ein modernes Gebäude mit Gedenktafel. Die Rauhensteingasse wurde später zur "Straße des letzten Weges" Mozarts, denn von hier aus trat der Leichenzug in Richtung Sankt Marxer Friedhof an.


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