Jakobergasse 2
- Bezirk
- 1., Innere Stadt
- Aliasadressen
- =Jakobergasse 2
- =Riemergasse 9
- Konskriptionsnummer
- vor 1862: 811
- vor 1821: 861
- vor 1795: 908
- Baujahr
- 1909
- Architekten (Bau)
- Eugen Felgel, Franz Zelenka
Das Haus - Architektur und Geschichte
Das Haus wurde 1909 von Eugen Felgel erbaut.[1]
Vorgängerhäuser
Im 17. Jahrhundert war hier das Haus "Zum weißen Stiefel" und gehörte dem Hafnermeister Georg Rieger, der hier auch sein Geschäft hatte. [2]
Das Haus hatte seinen Namen durch eine nette Legende erhalten:
Sagen und Legenden: Die Legende der weißen Stiefel
Die schöne Nichte von Georg Rieger soll in einer Rauhnacht um Mitternacht ihre weißen Stiefel aus dem Fenster geworfen haben - dieser Brauch entstammte einem alten Aberglauben: Der Finder der Stiefel sollte ihr Ehemann werden.
Das Mädchen hatte tatsächlich Glück: Der kaiserliche Stadtguardia-Hauptmann Thaddäus de Hassic fand die Schuhe und brachte sie zum Mädchen. Bald fand die Hochzeit statt.
Rieger selbst ließ aus Freude über die Heirat ein Hausschild anbringen, das dem Haus den Namen gab und dessen Vorhandensein noch bis 1775 nachweisbar ist.
Die erste urkundliche Erwähnung eines Hauses auf diesem Grundstück stammt aus dem Jahr 1368. Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts gehörte es einige Jahre lang dem Buchdrucker Hans Singriener und seiner Frau Elisabeth. Nach 1532 standen hier zwei selbständige Häuser, die bis zur Mitte es 17. Jahrhunderts jeweils unterschiedliche Besitzer hatten.[3]
Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten
Wohnhaus Hans Singriener der Ältere
Lange vorher, nämlich schon 1519, wird das Haus ebenfalls erwähnt, nämlich als Wohnhaus des Buchdruckers und Verlegers Hans Singriener der Ältere (* um 1480 Ötting, Bayern, † Ende 1545 Wien (Stephansdom, Grabstelle verschollen).
Singriener verlegte Bücher der Sachgebiete Medizin, Theologie, Jurisprudenz, Philologie, Poesie und Rhetorik, und hatte damit ein ungewöhnlich breites Spektrum. Aus seiner Druckerei sind etwa 480 Werke bekannt, 1540 erhielt er sogar das Privileg, alle landesfürstlichen Mandate und Verordnungen zu drucken. Später spezialisierte er sich auf Notendruck und veröffentlichte das Werk des Lautenspielers Hans Judenkünig. Singriener war zudem Mitglied der Fronleichnamsbruderschaft von St. Stephan.
Neben diesem Haus besaß er noch das Haus Riemergasse 13 und ab 1527 auch Tuchlauben 20, das Winterhaus. Nach ihm ist die Singrienergasse im 12. Bezirk benannt.
Lokale
Peters Café Hartauer
Schon seit 25.9.1981 ist hier ein gemütliches kleines Lokal angesiedelt - Zentrum für Schulschwänzer der nahegelegenen Stubenbastei, vor allem aber für Opernliebhaber und Opernstars. Der Besitzer, Peter Jansky, ist immer anzutreffen, er versorgt seine Stammgäste liebevoll bei Opernklängen.
Die Wände sind mit Postkarten, Plakaten und Fotos der Opernsänger geschmückt, eine kleine Vitrine hebt besonders Rita Streich hervor. Die kulinarische Spezialität ist der hausgemachte "Otello", auch die Weinkarte ist umfangreich.
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Quellen
- ↑ http://www.architektenlexikon.at/de/124.htm
- ↑ Carl August Schimmer: Ausführliche Häuser-Chronik der innern Stadt Wien, mit einer geschichtlichen Uebersicht sämmtlicher Vorstädte und ihrer merkwürdigsten Gebäude, Kuppitsch, 1849, S. 153
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Zum_wei%C3%9Fen_Stiefel