Auerspergstraße

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Auerspergstraße

Auerspergstraße

Bezirk
1., Innere Stadt8., Josefstadt
Benennung
1862
Benannt nach
Fürst Johann Adam von Auersperg, Erblandmarschall
Länge in Metern
352,62 [1]
Gehzeit in Minuten
4,25
Vorherige Bezeichnungen
Am Josephstädter Glacis, Am Paradeplatz


Namensgebung und Geschichte

Ursprünglich hieß der Straßenzug – da er als Front zur Vorstadt diente - „Am Josephstädter Glacis“ und „Am Paradeplatz“ (in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde er als Exerzier- und Paradeplatz genutzt).

Als die Stadtmauer abgerissen wurde, entstand parallel zum Ring eine Lastenstraße, heute als „Zweierlinie“ bekannt. Ein Teil davon wurde 1862 nach Fürst Johann Adam von Auersperg (1721 – 1795) benannt.

Fürst Johann Adam von Auersperg

Auersperg war Oberstkämmerer und Erblandmarschall von Tirol und ein enger Vertrauter von Maria Theresia und Franz I. In seinem Wappen ist ein Auerochs.

Der Verkehrsknotenpunkt

Die Auerspergstraße ist Teil der sogenannten Zweierlinie – jenes Straßenzuges, der parallel zur Ringstraße als Lastenstraße angelegt wurde und seinen Namen von den Straßenbahnlinien mit dem Index „2“ (E2, G2, H2 usw.) erhielt.[2] In den 1960er-Jahren wurde die hier verlaufende Straßenbahn in einen Unterpflastertunnel verlegt: Zwischen Secession und Landesgerichtsstraße fuhr ab 1966 eine unterirdische Straßenbahn („Ustraba“ - Unterpflasterstraßenbahn) der Linien E2, G2 und H2; erst seit 1980 nutzt die U-Bahn-Linie U2 diese Trasse.[3]

Icon Unterirdisches Wien.png

Direkt unter der Auerspergstraße lagen bzw. liegen mehrere Stationen: die heutige U-Bahn-Station Rathaus sowie – etwas südlicher – die inzwischen aufgelassene Station Lerchenfelder Straße, die 2003 endgültig geschlossen wurde.[4] Im Zuge des laufenden Umbaus zum Linienkreuz U2/U5 begleitet die Stadtarchäologie Wien die Bauarbeiten; vor den Häusern Auerspergstraße 13 bis 21 wurden dabei unter anderem Reste älterer Straßen- und Bebauungsphasen dokumentiert.[5]

Die Häuser der Straße

Die Straße trennt den ersten Bezirk vom 8. Bezirk, die geraden Nummern betreffen den 1. Bezirk:

Die Häuser auf der ungeraden Straßenseite sind im 8. Bezirk (ehem. Vorstadt Alsergrund) zu finden:

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
U2 Rathaus (Ausgang Friedrich-Schmidt-Platz) in wenigen Gehminuten; Straßenbahnlinien 1, 71 und D am Rathausplatz/Burgtheater (Ring) sowie 2, 5, 33 und 46 an der Landesgerichtsstraße/Josefstädter Straße. Buslinien 13A und 48A in Gehweite. Keine Linie fährt direkt durch die Auerspergstraße, sie wird aber auf ganzer Länge von Haltestellen im Umfeld eingerahmt.
Besichtigungstipps
Palais Auersperg (Auerspergstraße 1) mit Blick in Hof und Garten, soweit zugänglich; Fassadenrundgang entlang der Randbebauung der Zweierlinie mit Blickachsen zu Rathaus, Parlament und Museumsquartier. Gut kombinierbar mit einem Spaziergang durch die Josefstadt und das Theatergrätzl an der Josefstädter Straße.
Auerspergstraße – Überblick
Benennung
1862 nach Fürst Johann Adam von Auersperg (1721–1795), Erblandmarschall von Tirol und enger Vertrauter Maria Theresias; zuvor Bezeichnungen wie Am Josephstädter Glacis und Am Paradeplatz.
Anlage
Teil der sogenannten Zweierlinie zwischen Lerchenfelder Straße und Josefstädter Straße, angelegt nach Abtragung der Stadtmauer auf dem ehemaligen Glacis; bildet die Grenze zwischen 1. und 8. Bezirk.
Lage/Charakter
breite, geradlinige Verkehrsachse mit Baumreihe und Mittelleitfläche; relativ dichter Autoverkehr, darunter U-Bahn-Trasse; gleichzeitig adressbildende Front für Palais, Amts- und Wohnhäuser zwischen Regierungsviertel und Josefstadt.
Prägende Bauten
Palais Auersperg (Nr. 1) als barockes Gartenpalais; späthistoristische Wohn- und Geschäftshäuser auf der Stadtseite (gerade Nummern); Klinik- und Hotelbauten sowie Gründerzeitfront im 8. Bezirk (ungerade Nummern).
Kultur
Übergangsraum zwischen Ringstraßen- und Theatergrätzl; historischer Ort von Konzerten, Bällen, politischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen im Palais Auersperg und in den angrenzenden Häusern; unter der Zweierlinie verläuft die Trasse der früheren Unterpflasterstraßenbahn und der U-Bahn.
Aktuell diskutiert
Verkehrsdichte und Querbarkeit der Zweierlinie, Gestaltung der Baumreihen und Radbeziehungen, sowie die künftige Nutzung und Öffnung von Palais- und Hofanlagen entlang der Straße.

Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. Artikel „Zweierlinie“, de.wikipedia.org.
  3. Artikel „U-Straßenbahn Wien“ und „Zweierlinie“, de.wikipedia.org; derstandard.at: „115 Jahre Wiener Stadtbahn“.
  4. Artikel „U-Bahn-Station Lerchenfelder Straße“, de.wikipedia.org.
  5. Stadtarchäologie Wien: „Wien 8, Auerspergstraße, vor Nr. 13-21/Josefstädter Straße 1“, Fundort Wien 26 (2023); Projektseite „U-Bahn-Archäologie Linienkreuz U2/U5“, stadtarchaeologie.at.
  6. Carl (Karl) Ledermann jun. (Hersteller), 8., Auerspergstraße - im Vordergrund Palais Auersperg, Ansichtskarte, 1906 (Herstellung), Wien Museum Inv.-Nr. 195086, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/369663/)
  7. Paul Ledermann (Hersteller), 8., Auerspergstraße - mit Sanatorium Luithlen, Ansichtskarte, 1913 (Herstellung), Wien Museum Inv.-Nr. 58891/865, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/117951/)