Dr.-Karl-Renner-Ring 3
(Weitergeleitet von Parlament)
- Bezirk
- 1., Innere Stadt
- Aliasadressen
- =Dr.-Karl-Renner-Ring 3
- =Reichsratsstraße 2
- =Rathausplatz 6
- =Schmerlingplatz 6
- Konskriptionsnummer Stadt
- vor 1862: - Parade- und Exerzierplatz
- vor 1847: -
- vor 1821: -
- vor 1795: -
- Baujahr
- 1871
- Architekten (Bau)
- Theophil Hansen, Friedrich Stach
Das Parlament - Architektur und Geschichte
Als 1861 mit dem Februarpatent beschlossen wurde, ein Abgeordnetenhaus zu gründen, musste dieses erst gebaut werden. Vorübergehend eröffnete es daher in der Währinger Straße 2-4.
1864 wurde endlich der Wettbewerb für den Neubau ausgeschrieben, an dem Heinrich Ferstel, Theophil Hansen und Friedrich Schmidt teilnahmen, den Zuschlag erhielt Hansen. 19 Jahre später, am 4.12.1883 fand die erste Sitzung im Haus statt.
Der Mittelrisalit wird durch eine monumentale Auffahrt betont, vor dieser Rampe steht der von Hansen entworfene (aber erst 1902 aufgestellte) Brunnen der Pallas Athene. An der Rampe wurde 1905 eine Büste von Hansen angebracht, die von Hugo Haerdtl gestaltet wurde. Die sitzenden Statuen stellen antike Geschichtsschreiber dar – links die Griechen, rechts die Römer.
| Die Griechen | Die Römer |
|---|---|
| Herodot (von Karl Schwerzek, 1898) | Sallust (von Wilhelm Seib, 1896) |
| Polybius (von Alois Düll, 1899) | Caesar (von Josef Beyer, 1900) |
| Thukydides (von Richard Kauffungen, 1896) | Tacitus (von Karl Sterrer, 1900) |
| Xenophon (von Hugo Haerdtl, 1899) | Titus Livius |
Die Griechen
Herodot (ca. 480 bis ca. 435 v.Chr.), der Vater der Geschichtsschreibung, sammelte auf seinen Reisen Informationen, die er dann so neutral wie möglich niederschrieb. Die Statue mit Vollbart und Mantel bekleidet, wurde von Karl Schwerzek geschaffen und ist aus Laaser Marmor.
Polybius (200 - 120 v.Chr.) war der Schaffes einer 40 bändigen Werkes über die Universalgeschichte, das als zentrales Thema Roms Aufstieg zur Weltmacht hatte. Seine Theorien über den Kreislauf der Verfassung dienten später Machiavelli als Basis.
Thukydides (ca. 460 bis ca. 404 v. Chr.) hatte das Ziel, aus der Geschichte Lehren für die Zukunft zu ziehen. Er verfasste das Werk über den Peloponnesischen Krieg.
Xenophons (430 bis 355 v. Chr.) verfasste als aktiver Teilnehmer an Feldzügen Bücher darüber und schrieb auch über die Reitkunst.
Die Römer
Julius Caesar (100 bis 44 v.Chr.) war nicht nur ein großer Herrscher, er erzählte auch über den gallischen Krieg, Intrigen und geographische Besonderheiten.
Sallust (86 bis ca. 35 v. Chr.), selbst als Politiker und Soldat gescheitert, protokollierte für spätere Staatsherren aktuelle Ereignisse.
Titus Livius (59 v.Chr. bis 17 n.Chr.) beschrieb die Geschichte Roms in 142 Bänden bis Augustus.
Tacitus (55 bis 120 n.Chr.) betrachtete kritisch den moralischen Verfall im Kasierreich und schilderte möglichst objektiv Charaktere.
Weitere Details
Das Parlament ist durch einen unterirdischen Tunnel mit dem Haus Reichratsstraße 9 verbunden, dort befinden sich technische Räume, ein Restaurant und die Hauptküche.[2]
Über dem Portal befindet sich im Dreiecksgiebel ein Kunstwerk von Edmund Hellmer, die „Verleihung der Verfassung an die Völker der 17 Kronländer Österreichs durch Franz Joseph I.“. Der Kaiser wird hier in römischer Toga dargestellt.
In den kleinen Giebeln befinden sich ebenfalls Gruppen: Links die „Justiz“ von Hugo Haerdtl, rechts die „innere Verwaltung“ von Johannes Benk. Auf der Attika stehen 60 Statuen, jede von ihnen stellt einen anderen berühmten Mann des Altertums dar.
| THEMA: Rossebändiger | was ist hier zu finden |
|---|---|
|
Datierung: 1901 Bereits in der griechischen Mythologie wurde der Rossbändiger als Symbol für die Macht der Menschen über die Natur verwendet. https://www.parlament.gv.at/GEBF/ARGE/Historisches/Rossebaeniger/NEUindex.shtml |
Pallas-Athene-Brunnen
- Pallas-Athene-Brunnen
| Steckbrief | |
|---|---|
| Datierung / Herkunft | Entwurf 1870; Ausführung 1898–1902; enthüllt 1902 |
| Motiv | Pallas Athene mit Nike; Weisheit, Sieg und staatliche Ordnung |
| Künstler | Theophil Hansen / Carl Kundmann, Josef Tautenhayn und Hugo Haerdtl. |
| Material | Laaser Marmor (Figuren) |
| Denkmalschutz / ID | Denkmalgeschütztes Objekt (HERIS-ID 83957; in der Denkmalliste als Pallas Athene und Rampe geführt).[3][4] |
Der Pallas-Athene-Brunnen steht vor dem österreichischen Parlamentsgebäude am Dr.-Karl-Renner-Ring und gehört zu den prägnantesten Monumentalbrunnen der Ringstraße. Das Ensemble wurde 1870 von Theophil Hansen als Teil der Parlamentsanlage konzipiert; die Realisierung setzte jedoch erst 1898 ein und wurde 1902 abgeschlossen.
Im Zentrum erhebt sich auf einer Säule die rund 5,5 Meter hohe Pallas Athene, die griechische Göttin der Weisheit. In der rechten Hand präsentiert sie die Siegesgöttin Nike, in der linken hält sie den Speer. Die Säule wird ikonographisch durch die Eule als Attribut der Weisheit akzentuiert und bindet die Hauptfigur sichtbar an das Leitmotiv des Brunnens: kluge, rechtstaatliche Ordnung als Ideal politischer Entscheidung.
Zu beiden Seiten der Säule sitzen die Allegorien der Gewaltenteilung. Die "gesetzgebende" und die "vollziehende" Gewalt rahmen die Mittelachse, umringt sind sie von Flussgöttern: die Donau als Frauengestalt, der Inn als bärtiger Mann, die Elbe und die Moldau als sich zwei umarmende Frauengestalten. An den Flanken beleben geflügelte Putten, die auf Delphinen reiten, die Wasser- und Bewegungsmotive des gesamten Brunnens und verbinden die einzelnen Figurengruppen zu einem erzählerischen Gesamtbild.
Gedenktafeln
Koloman Wallisch
Auf Seite der Reichsratsstraße ist am Parlament eine Gedenktafel für den Abgeordneten und Gewerkschafter Koloman Wallisch (1889-1934) angebracht, die von Rudolf Kedl gestaltet wurde:
| Bild | Anlass/Persönlichkeit | Text der Tafel |
|---|---|---|
|
Wallisch, Koloman | Koloman Wallisch Abgeordneter zum Nationalrat |
Bert Brecht schrieb eine Kantate auf ihn:
Im Februar vierunddreißig
Der Menschlichkeit zum Hohn
Hängten sie den Kämpfer
Gegen Hunger und Fron
Koloman Wallisch
Zimmermannsohn.
Dreizehn Ermordete - weitere Gedenktafeln für NS-Opfer
Geht man in Richtung des Oberen Vestibüls, entdeckt man eine Gedenktafel, die zwölf Namen aufzählt. Es handelt sich um jene Parlamentarier, die zwischen 1938 und 1945 vom nationalsozialistischen Regime ermordet wurden. Die Tafel wurde am 11.3.1988 durch Leopold Gratz, zu der Zeit Präsident des Nationalrates, enthüllt. Eine weitere Tafel am Seiteneingang des Parlaments erinnert an Otto Felix Kanitz, der ebenfalls in einem KZ umgebracht wurde.
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Quellen
- ↑ Wien seit 60 Jahren, ein Album für die Jugend, Gerlach&Wiedling, Wien, 1908
- ↑ http://www.albertmilde.com/deu/epstein.html
- ↑ https://www.bda.gv.at/dam/jcr:8169a67a-9ffd-493d-a7b3-1cd25797e285/NEU_Wien_DML_2025.pdf
- ↑ https://heritage.toolforge.org/api/api.php?action=search&format=json&srcountry=at&srid=83957&srlanguage=de










