Ruprechtsplatz 1
Haus: Ruprechtsplatz 1 | Grund-Informationen | ||||||||
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Das Praghaus - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde 1832 durch Josef Klee erbaut. [2]
Vorgängerhäuser
Vorgängerhäuser, das Praghaus
Hier stand früher das Praghaus (Stadt 460). Warum es so heißt, ist nicht sicher, es gibt dazu zwei Legenden. Die eine lautet so:
Der Böhmenkönig Wenzel IV. (angeblich ein despotischer und unbeliebter König) verbrachte hier 15 Monate in Gefangenschaft – er hatte nämlich mit dem König von Ungarn (Sigismund) – der sein Bruder war - Differenzen. Sigismund gelang es, seinen Bruder zu fangen, und lieferte ihn an Herzog Albrecht IV. von Österreich aus. Am 14.11.1403 gelang es ihm jedoch mithilfe eines Fischers über die Donau zu flüchten.
Die Zweite Geschichte spielte zur gleichen Zeit: Herzog Wilhelm von Österreich, ein Vetter von Albrecht, hatte dieses Haus 1397 gekauft. Er hatte damals einen zahmen Löwen als Haustier, der seinem Herrn wie ein Hund folgte. 1406 stürzte Wilhelm bei der Jagd vom Pferd, und starb kurz danach im Praghaus. Der Löwe blieb neben dem Totenbett und verweigerte selbst jede Nahrung, bis er selbst starb.
Salzamt
Das Haus 468 war als Salzamt in Gebrauch. Salzer hießen jene „wohlbehausten Bürger“, denen ein kaiserliches Patent das Recht zusprach, auf dem Gries (Salzgries) das dort mittels Schiffen angekommene Salz zu verkaufen. Man nannte sie auch Griesler, aus welcher Bezeichnung später das Wienerische Greißler entstand.
Wegen des am 1. April 1824 eingeführten Salzfreihandels wurde das Wiener Salzamt aufgelöst. 1832 wurde das Gebäude demoliert. Da es sich in den Jahren vor der Demolierung um ein „Amt ohne Funktion“ handelte, entstand das Wiener Sprichwort: „Beschwer dich beim Salzamt“.
Heute findet sich tatsächlich ein Lokal hier, das den Namen "Salzamt" trägt. [3]
Gedenktafel
Ausgrabungen
Adresse | Ausgrabungscode | zeitliche Lagerung | Beschreibung der Fundstücke |
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Salzgasse 7 | 191610 | römisch | 1916 wurde ein Ziegel der 10. Legion hier gefunden |
Das Haus nach Informationen von Carl August Schimmer [4] und Paul Harrer-Lucienfeld [5]
Zu Haus Stadt 468 finden sich folgende Informationen:
- 1775: k.k. Salzamt
- 1795: k.k. Zimentamt (Eichamt) und Salzamt
- 1820: k.k. Salzamt
- Dr. Anton Heidmann
Haus Stadt 460 beschreibt Schimmer so:
- Ursprünglich soll das Praghaus der Niederösterreichischen Landschaft gehört haben
- Einst hätten hier Jäger gewohnt
- Auch soll hier Herzog Albrecht gewohnt haben, damals soll es sich um das "Prag(Präg)-Münzhaus" gehandelt haben (was den Namen "Praghaus erklären könnte)
- 1427: Stiffisches Haus
- 1431: Praghaus: Ulrich von Rosenberg, oberster Burggraf von Prag, bestätigt, dem dem Herzog Friedrich dem Älteren, ihm 4000 Gulden schuldig zu sein und gelobt sie ans Herzogs-Haus, "das man prag bennent" zu zahlen.
- 1471: Kaiser Friedrich III. befiehlt, dass dem Wirten des Praghauses, Hans Wilderstorfer, "in Ausschank seines Bauweines nicht geirrt werden solle"
- 1533: Den Franziskanern von St. Ruprecht wird ein Wohnrecht im Salzamt eingeräumt.
- 1795: Sitz des k.k. Lottoamtes
- Dr. Anton Heidmann
- 12.12.1832: das baufällige Haus wird vom Arzt Johannes Haidmann erworben, abgerissen und durch ein neues Haus ersetzt. Bis 19912 blieb das Haus im Besitz seiner Familie.
- 1942: Einverleibung in die Reichsfinanzverwaltung des Deutschen Reichs
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Quellen
- ↑ Bruno Reiffenstein (Fotograf), 1., Ruprechtsplatz 1 - Schrägansicht - Blick gegen Ruprechtsstiege, 1941, Wien Museum Inv.-Nr. 185267, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/de/objekt/358814/)
- ↑ https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/identifyGebaeude.aspx?id=ARCH.SZI_P.118356135&mid=3ce1e07a-57b4-402d-a330-057d6980802f&ftype=vienna:ARCH.SZI_P&g=ce9f5bf6-b63f-4a82-9f7a-933c852a611a&cid=ad799b74-2349-489e-8e25-460a55ddfba1
- ↑ https://salzamt-wien.at
- ↑ Carl August Schimmer: Ausführliche Häuser-Chronik der innern Stadt Wien, mit einer geschichtlichen Uebersicht sämmtlicher Vorstädte und ihrer merkwürdigsten Gebäude, Kuppitsch, 1849, S. 91
- ↑ Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien 1951 (Manuskript im WStLA), S. 595