Zedlitzgasse 2/2A

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Das Gebäude

Ein Bild.

Bezirk

1., Innere Stadt

Aliasadressen
=Zedlitzgasse 2/2A
=Riemergasse 7
=Jakobergasse 1-3
Konskriptionsnummer
vor 1862: 798
vor 1821: 845
vor 1795: 1361
Baujahr
1906-1908
Architekten (Bau)
Alfred Keller, Anton Schwarz, Moritz Kramsall
Inhaltslizenz: CC-BY-SA 4.0

Das ehem. Handelsgericht - Architektur und Geschichte

ehemaliges Portal des Gerichtsgebäudes

Das sechsstöckige Gerichtsgebäude wurde 1906-1908 auf dem Areal des ehemaligen Jakoberklosters von Alfred Keller erbaut. Ab 1912 waren hier das Exekutionsgericht mitsamt einer Auktionshalle, das Handels- und das Bezirksgericht zu finden.

In einer Nische des Treppenabsatzes stand einst eine Marmorbüste von Franz Joseph I., geschaffen von Lona von Zamboni. Danach wurde sie durch eine Statue der Justitia ausgetauscht.

Nachdem der City-Tower-Vienna fertiggestellt war, übersiedelten die Gerichte dorthin, seither steht das prächtige Gebäude leer.

Seit diesem Zeitpunkt wurde überlegt, wie das Haus weiter genutzt werden sollte, bis 2009 entschieden wurde, daraus ein Luxus-Hotel zu machen. Die kanadische Luxushotelkette „Four Seasons“ wollte auf den 30.000 Quadratmetern 160 Zimmer und Suiten einrichten, geplanter Start für den Umbau sollte 2011 sein. Scheinbar dürfte der Denkmalschutz den Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, das Haus stand 2015 immer noch leer, auch wenn seitens der Hotelkette ein Fertigstellungstermin für Anfang 2016 angekündigt wurde.[1]

Angang 2020 waren endlich Bautätigkeiten zu bemerken, der Innenhof wurde ausgeschachtet, das Haus wurde komplett ausgehöhlt. Die Fertigstellung ist mit 2024 geplant.

Vorgängerhäuser

Jakobskirche

Die Jakobskirche und das Kloster 1721 [2]
Kirche Symbol.jpg

Am Areal, bis vor zum heutigen Gymnasium, erstreckte sich ab 1236 ein Augustiner-Chorfrauenkloster, eine Kirche und - bis zur Zelinkagasse - ein Friedhof namens "Auf St.-Jakobs-Freithof". Das Kloster wurde, wie viele andere, 1783 von Joseph II. aufgehoben und unmittelbar danach abgerissen.

Anstelle des Klosters entstanden mehrere Gebäude, Haus 798, 797 und 799. Auf dem Areal der beiden letzteren steht heute das Gymnasium Stubenbastei (Jakobergasse 5).

K. k. Tabak- und Stempel-Gefällendirection

Einst war nur die kaiserlichen Hofkammer berechtigt, die Erlaubnis für Tabakhandel zu erteilen. Joseph II. beschloss die Produktion und den Handel von Tabakprodukten als staatliche Monopol zu übernehmen. Er gründete daher 1784 die "k. k. Tabak-Gefällen-Kameral-Direction", ihren Sitz hatte sie im Haus 798. [3], [4] Aus diesem Amt entstand später die "Austria Tabak".

Bienenzuchtmuseum

Zwischen 1890 und 1892 befand sich im Haus 3 ein Bienenzuchtmuseum. Hier waren Objekte der ersten österreichischen Bienenzuchtschule ausgestellt, die von Maria Theresia 1769 im Augarten gegründet worden war. Als das Imker-Museum schloss, wurden die noch brauchbaren Exponate in die Rotunde im Prater übernommen. Die Rotunde wurde 1937 bei einem Brand gänzlich zerstört.

Ausgrabungen

Ausgrabungscode [5] zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
196010 Neuzeit Als Fernheizungsrohre eingebaut wurden (1960) fand man Scherben des 18. Jh. und Mauern des Vorgängerhauses.
191121 Neuzeit Im Areal des Jakoberhofs wurden 1911 römische Münzen gefunden: ein Denar des Kaisers Marc Aurel und ein Sesterz des 2. Jahrhunderts
200901 römisch, Mittelalter, Neuzeit Ende 2008, Anfang 2009 - das Handelsgericht war bereits ausgezogen - führte man für eine mögliche Neubebauung Probebohrungen durch. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit für archäologische Untersuchungen. Unter der neuzeitlichen Bauschicht fand man tatsächlich eine Kulturschicht mit mittelalterlichen Fragmenten

Alte Ansichten



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Quellen

  1. http://immobilien.diepresse.com/home/gebaeude/1441223/Die-schonsten-Geisterhaeuser-Wiens
  2. Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze Wiens und ihre historisch interessanten Häuser. Gottlieb, Wien, 1883. S. 491
  3. Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze Wiens und ihre historisch interessanten Häuser. Gottlieb, Wien, 1883. S. 490
  4. Carl August Schimmer: Ausführliche Häuser-Chronik der innern Stadt Wien, mit einer geschichtlichen Uebersicht sämmtlicher Vorstädte und ihrer merkwürdigsten Gebäude, Kuppitsch, 1849, S. 151
  5. https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/searching/search.aspx?__jumpie#magwienscroll
  6. Verlag Reinhold Entzmann & Sohn (Hersteller), 1., Riemergasse 7 - Jakoberhof, um 1900, Wien Museum Inv.-Nr. 79000/10594, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/161731/)
  7. Paul Ledermann (Hersteller), 1., Riemergasse - Blick Richtung Nr. 7 - Bezirksgericht Innere Stadt, Ansichtskarte, 1912 (Herstellung), Wien Museum Inv.-Nr. 58891/197, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/94543/)
  8. Verlag Reinhold Entzmann & Sohn (Hersteller), 1., Riemergasse - Jakoberhof, Blick in die Jakobergasse, Ansichtskarte, ca. 1906, Wien Museum Inv.-Nr. 30810, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/59280/)
  9. August Stauda (Fotograf), 1., Jakobergasse 1 / Zedlitzgasse 2 / Riemergasse 7 - Jakoberhof - Hofansicht, um 1904, Wien Museum Inv.-Nr. 29465/3, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/99653/)
  10. Verlag Reinhold Entzmann & Sohn (Hersteller), 1., Riemergasse 7 - Jakoberhof - Hofansicht, um 1900, Wien Museum Inv.-Nr. 79000/10605, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/161742/)