Michaelerkirche - Rundgang Innen, Teil 3

Aus City ABC

Michaelerkirche

Rundgang Innen - Teil 3


Orientierung

Zugang Michaelerdurchgang

Der Michaelerdurchgang verbindet den Michaelerplatz mit dem Innenbereich der Kirche und wirkt im Rundgang wie eine Schwelle zwischen Stadt und Sakralraum. Hier verdichten sich mehrere Funktionen: Durchgangszone, Vorraum, Orientierungspunkt – und zugleich ein Ort, an dem die hier dominierende Skulptur, der Schmerzensmann, bewusst so platziert ist, dass man sie im Vorbeigehen wahrnimmt.

Station 20: Schmerzensmann (Leithakalksandstein, 1414–1420)

Schmerzensmann im Vorraum beim Ausgang zum Michaeler Durchgang Tafel Sponsoren

Schmerzensmann (1414–1420), Vorraum zum Michaeler Durchgang, darunter Tafel der Spender

Im Vorraum beim Ausgang in den Michaeler Durchgang steht eine überlebensgroße Statue des Schmerzensmannes. Sie wird in die Jahre 1414 bis 1420 datiert und aus Leithakalksandstein gearbeitet. Die Figur ist damit ein seltenes und sehr frühes Zeugnis spätmittelalterlicher Passionsfrömmigkeit in St. Michael – ein Bildtypus, der den leidenden Christus dem Blick der Gläubigen unmittelbar „vor Augen“ stellt und gerade an einem Durchgangsort den Übergang von Alltag zu Andacht markiert.

Die zeitliche Einordnung fällt in eine Phase intensiver Bautätigkeit: Um 1415/1420 wird der Schmerzensmann genannt, während gleichzeitig für den neuen Hauptchor Stiftungen belegt sind (darunter Glasgemälde für den Chor). Kurz darauf wurden 1416 der neue gotische Hauptchor, der Hochaltar und der Friedhof durch den Passauer Bischof Georg von Hohenlohe geweiht. Die Kirchenmeister dieser Jahre sind in den Quellen genannt (u. a. Konrad von Waidhofen, Niklas Edelparz; später Friedrich Maistetter).[2]

Kapellen auf der Westseite

Station 21: Taufkapelle

Taufkapelle der Michaelerkirche

Taufkapelle (Anbau am Turmbereich, um 1640/1642)

Die Taufkapelle liegt am Turmbereich und ist ein barocker „Funktionsraum“ mit klarer liturgischer Aufgabe: Hier wird der Eintritt in die christliche Gemeinschaft vollzogen. Sie entstand als eigener Anbau an der südlichen Vorhalle und dem Turm um 1640/1642; später wurde der Bereich baulich überformt (Überbau durch das Kleine Michaelerhaus).[3][4]

Im Mittelpunkt steht der Taufstein aus Marmor. Auf dem Altar ist eine geschnitzte Figurengruppe zur Taufe Jesu zu sehen – ein anschauliches Bildthema, das den Ritus unmittelbar „übersetzt“: Wasser, Geist und Sendung werden als Ursprung der christlichen Lebensgeschichte ins Zentrum gestellt.[5]

Detail: Taufbecken (Marmor)

Taufbecken in der Taufkapelle der Michaelerkirche Wien

Taufbecken aus Marmor (in der Taufkapelle)

Das Taufbecken wirkt auf den ersten Blick bewusst zurückhaltend: eine schwere Marmorschale mit kräftigem Profil, getragen von einem achtseitigen, blockhaft ruhenden Fuß. Gerade diese „archaische“ Klarheit passt zur Funktion: Hier beginnt im Kirchenraum symbolisch ein neuer Lebensweg – nicht als spektakuläre Inszenierung, sondern als festes, verlässliches Zeichen.

Für St. Michael ist der Taufstein zugleich ein Objekt mit eigener Geschichte. Er stand ursprünglich näher beim Westportal bzw. im Kirchenraum und wurde 1630 in die Turmkapelle übertragen; zwischen 1633 und 1640 befand er sich im Raum unter dem Turm. Mit der Anlage der Taufkapelle (17. Jahrhundert) wurde der Taufstein schließlich 1646 an den heutigen Ort versetzt.[6][7][8]

So steht das Becken nicht nur „irgendwo“ in einer Seitenkapelle, sondern markiert eine bewusste Schwelle im Rundgang: vom öffentlichen Kirchenraum in den Bereich der Sakramente – und vom Thema memento mori der Grabdenkmäler zum Thema initium vitae, dem Anfang im Zeichen der Taufe.

Detail: Altarfensternische

Altar in der Fensternische der Taufkapelle der Michaelerkirche Wien

Altar in der Fensternische der Taufkapelle

Hinter dem Taufbecken liegt der zweite Schwerpunkt der Kapelle: der kleine Altar, der in eine Fensternische eingestellt ist. Das Tageslicht von oben macht diesen Ort bewusst „hell“ und lenkt den Blick nach vorn – weg vom massiven Stein des Beckens hin zu einem liturgischen Fokus. Zu sehen ist die Taufe Jesu: Die Szene zeigt Johannes den Täufer, der vor Jesus kniet., Jesus steht neben ihm und hält die Hand über Johannes. Die Skulpturengruppe aus Gips wurde um 1730 geschaffen. In der Nische stehen seitlich zwei Vasen, im Bogen finden sich eine stuckierte Taube und Engelsköpfchen.

Auf der mit Tuch bedeckten Mensa steht ein schlichtes Kreuz, flankiert von zwei Leuchtern; die Nische wirkt wie ein gerahmter Andachtsraum im Raum.

Station 22: Eingangsbereich zur Turmkapelle

Zugang, Fresko und Grabstein

Zugang, Fresko und Grabstein

Der Eingangsbereich zur Turmkapelle ist eine kleine, aber sehr dichte Schwelle im Rundgang. Hier überlagern sich drei „Schichten“ unmittelbar: mittelalterliche Bildsprache (Michael als Seelenwäger), ein historisches Portal als Wegmarke in den Nebenbereich – und der Grabstein des Joseph Zoppel (1580), der den Raum als Gedächtnisort im Alltag der Kirche verankert. Die Mauer wurde um die Mitte des 14. Jahrhunderts eingezogen, um die Erhöhung des darüber befindlichen Turms statisch absichern zu können.

Detail: Hl. Michael als Seelenwäger (Secco-Malerei, um 1350)

Fresko: Hl. Michael als Seelenwäger (um 1350) in der Michaelerkirche Wien

Hl. Michael als Seelenwäger (um 1350)

Gleich beim Eingang zur Turmkapelle setzt St. Michael ein starkes Programmzeichen. Rechts neben dem Portal erscheint der Kirchenpatron als Seelenwäger (Psychostasie): Michael steht im Zentrum, hält die Waage als Zeichen göttlicher Gerechtigkeit und macht das Motiv des Jüngsten Gerichts unmittelbar „vor Ort“ sichtbar. Die Malerei entstand um 1350, wurde 1974 unter mehreren Tüncheschichten wiederentdeckt und 2010 im Rahmen einer Diplomarbeit restauriert.[9][10]

Obwohl heute nur ein Freskenrest erhalten ist, erzählt die Szene erstaunlich viel. Sie erinnert daran, dass Kirchenräume ursprünglich nicht „steinfarben“ gedacht waren: Wandflächen waren farbig gefasst und mit Malerei strukturiert – als Ornamente, Rahmungen und Bildfelder, die Inhalte vermittelten. In der erhaltenen Darstellung wird das Gericht als dramatischer Moment gezeigt. Links tritt Satan als Ankläger auf und versucht, das Urteil zu seinen Gunsten zu beeinflussen; auf seiner Seite erscheinen zusätzliche Gewichte (Mühlsteine), die die Waage „nach unten“ ziehen sollen. Satan ist wie üblich mit Fellzotteln, Bocksfüßen und Gesichtern an Bauch und Hinterteil dargestellt.

Auf der rechten Seite öffnet sich die Gegenbewegung: Maria sitzt als Himmelskönigin mit dem Kind, das segnend die Möglichkeit der Errettung andeutet. In der Waagschale sind Seelen zu erkennen, die sich mit Gebetsgestus an Maria wenden. Zwischen Manipulation und Gnade steht Michael als Wächter des gerechten Maßes – nicht nur als Schutzpatron, sondern als Richterengel, der an einer Schwelle platziert ist, an der auch die Erinnerung an Tod und Begräbnis (Wege Richtung Gruft) im Raum mitschwingt.[11]

Detail: Renaissanceportal zur Turmkapelle (1643)

Steinportal zur Turmkapelle der Michaelerkirche mit gesprengtem Giebel und Inschrift (1643)

Portal zur Turmkapelle (1643)

Der Zugang zur Turmkapelle ist ein deutliches Statement frühbarocker Eucharistiefrömmigkeit. Das volutenbesetzte („geohrte“) Steinportal wird von einem offenen, gesprengten Dreiecksgiebel bekrönt; im Türsturz liegt ein Inschriftenfeld, das die Widmung erklärt. Auf den Giebelschrägen sitzen zwei Putti und präsentieren in der Mitte ein Ziborium – genau jenes Gefäß, das die konsekrierten Hostien bewahrt. Der Giebel funktioniert damit wie ein „Bildzeichen“ der Auftraggeber: Die Corporis-Christi-Bruderschaft (auch Gottleichnams- bzw. Fronleichnamsbruderschaft) stellt sich über ihr Kernanliegen vor, die Anbetung des Allerheiligsten.[12][13]

Die Jahreszahl 1643 ist mehr als ein Datumsstein. Sie hängt mit einer langen Nutzungsgeschichte des Raumes „unter dem Turm“ zusammen: Hier war ursprünglich der Gottleichnamsaltar verortet, und die Bruderschaft nutzte den Bereich als Versammlungs- und Sakristeiraum. Als es im 17. Jahrhundert zu Spannungen über Räume und Zuständigkeiten kam (unter anderem, weil zwischen 1633 und 1640 der Taufstein hier aufgestellt wurde), wurde der Konflikt durch ein Abkommen beigelegt. In dieser Situation dürfte die Bruderschaft die repräsentative Portalausstattung als sichtbares Zeichen der wieder gesicherten Stellung gesetzt haben.[14][15]

Die Widmungsformel bringt das Programm auf den Punkt: 'Gelobt sei das Allerheiligste Sakrament … die Bruderschaft der Anbetung des Allerheiligsten Corporis Christi in Sankt Michael. 1643. – der Eingang wird zur Schwelle, an der nicht nur ein Raum betreten wird, sondern eine Praxis: Anbetung, Präsenzglaube, Fronleichnamskult.

Kleines Restaurierungsdetail: Das Portal wurde 2012 umfassend gereinigt und von späteren Tünchschichten befreit; Fehlstellen wurden ergänzt, und die rechte Puttofigur musste in Teilen neu modelliert werden, weil eine spätere Fassung als nicht erhaltenswert galt.[16]

Station 23: Turmkapelle (ehem. Gottleichnamskapelle / seit 1936 Gedächtniskapelle)

Turmkapelle der Michaelerkirche

Turmkapelle (unter dem Turm)

Die Turmkapelle ist ein konzentrierter „Schichtenspeicher“ direkt links vom Eingangsbereich: Über edlen Kapitellen ruht ein Kreuzgewölbe des 13. Jahrhunderts, das den Raum trotz seiner Lage „unter dem Turm“ erstaunlich geschlossen wirken lässt.

An der südlichen Wand ist ein Fresko um 1300 erhalten (Apostel Thomas mit den hll. Cosmas und Damian), daneben eine Wandmalerei um 1325 zum Mysterium der hl. Messe.

Historisch war der Raum lange mit dem Gottleichnamsaltar verbunden; im 16. Jahrhundert wurde dieser verlegt, wodurch sich die Nutzung der Kapelle veränderte.

Im 20. Jahrhundert wurde die ehemalige Corpus-Christi-Kapelle 1936 feierlich als (Dollfuß-)Gedächtniskapelle neu gedeutet: In der Kapelle stehen seit dieser Zeit Denkmäler, die Erinnerungspolitik und Frömmigkeit eng verschränken (u. a. eine Lourdesgrotte 1935/36 sowie ein Denkmal für den ermordeten Bundeskanzler Engelbert Dollfuß; später kam ein schlichtes Holzkreuz als Gedenken an österreichische Opfer aus Dachau hinzu).

Detail: Dachaukreuz

Turmkapelle – Dachaukreuz

Dachaukreuz

Hier befindet sich das sogenannte "Dachaukreuz", das im März 1951 als Gedenkkreuz für österreichische Todesopfer im KZ Dachau in der Kirche aufgestellt und mit einer erklärenden Steintafel versehen wurde.

Inschrift an Kreuz

Dem
Andenken
der
Österreicher
ermordet
und gestorben
im K.Z. Dachau
für
Freiheit, Recht und
Menschlichkeit
Gewidmet von ihren
österreichischen
Kameraden

Detail: Dollfuß-Relief (ehemals: Dollfuß-Gedächtniskapelle)

Relief Engelbert Dollfuß in der Turmkapelle der Michaelerkirche

Relief Engelbert Dollfuß (Turmkapelle, 1937/38)

An der linken Wand - nahe dem Dachaukreuz - begegnet man einem in die Wand gesetzten Relief, das Bundeskanzler Engelbert Dollfuß in betender Haltung zeigt. Es wird dem schlesisch-österreichischen Bildhauer Hans Schwathe (1870–1950) zugeschrieben, der häufig für konservative Auftraggeber arbeitete. Das Denkmal wurde in der Kapelle 1937/38, kurz nach Ermordung des austrofaschistischen Bundeskanzlers (Juli 1934), angebracht: Wer genau das veranlasste, ist nicht eindeutig dokumentiert.

Es ist eines der Gedenkzeichen zur Verehrung Dollfuß' als "Märtyrerkanzler". Im 21. Jahrhundert löste es wiederholt Widerspruch aus und musste 2010 nach einem Vandalismusschaden restauriert werden.[17]

Detail: Gedenktafel NS-Opfer - Dachau

Gedenktafel

Gedenktafel NS-Opfer

1945 auf dem Dachauer Friedhof
für Österreichs Märtyrer errichtet
dort durch ein würdiges Denkmal ersetzt,
möge dieses Kreuz kommenden
Generationen Mahnung, Warnung und
bleibende Erinnerung sein!
13. März 1951

Detail: Lourdesstatue (Maria von Lourdes)

Lourdesstatue (Maria von Lourdes) in der Turmkapelle der Michaelerkirche Wien

Lourdesstatue (Marienandacht)

Die Lourdesstatue zeigt Maria in jener schlichten, sehr „nahbaren“ Bildform, die sich nach den Marienerscheinungen von Lourdes (1858) europaweit verbreitete. Maria steht aufrecht, der Kopf leicht geneigt, die Hände zum Gebet gefaltet; über den Armen hängt der Rosenkranz als zentrales Andachtszeichen. Anders als barocke Marienbilder, die oft triumphal auftreten, ist diese Darstellung bewusst zurückgenommen: Sie wirkt wie eine stille Einladung, die eigene Bitte und das eigene Gebet „abzulegen“. Der Altar ist aus Salzburger Marmor und trägt die Inschrift Unbefleckte Jungfrau – bitte für Österreich!.

Auch die unmittelbare Umgebung unterstützt diese Funktion. Die Figur steht in einer tiefen Nische, fast wie in einer kleinen Grotte, und davor bildet ein einfacher Altarblock den Ort für Blumen, Kerzen und persönliche Zeichen der Dankbarkeit. Genau so funktionieren Lourdesbilder in vielen Kirchen: Sie sind weniger Kunst „zum Anschauen“ als ein Ankerpunkt für gelebte Frömmigkeit – besonders für Anliegen, die mit Krankheit, Heilung, Trost und Hoffnung verbunden werden. In der Turmkapelle wird diese Atmosphäre sehr unmittelbar spürbar: Die Statue ist nicht Dekor, sondern der ruhige Mittelpunkt eines Andachtsortes.

Detail: Fresken in der Turmkapelle – Heilige Ärzte und Heilige Wandlung

Lourdesstatue (Maria von Lourdes) in der Turmkapelle der Michaelerkirche Wien

Lourdesstatue (Marienandacht)

In der Turmkapelle haben sich mehrere Wandmalereien erhalten, die den Raum als mittelalterlichen Andachtsort greifbar machen. An der Südwand sieht man die schon 1936 freigelegten Heiligen Cosmas, Thomas und Damian; dazu ist der Namenszug „Cunra(d)“ erhalten, der vermutlich auf den Stifter verweist. Die Malerei entstand um 1300 und wurde auf eine Vermauerung gesetzt, die das frühere landesfürstliche Portal verschloss. Gerade der mögliche Stiftername ist hier spannend: Cunrad könnte ein Arzt gewesen sein – naheliegend deshalb, weil Cosmas und Damian als heilige Ärzte verehrt wurden und in Stifterprogrammen oft als persönliche Schutzpatrone auftreten.

Neben dieser Gruppe hängt eine sekundär angebrachte, ikonografisch bemerkenswerte Darstellung des Messopfers aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts, die ursprünglich an der Nordwand der Kapelle angebracht war. Sie zeigt den entscheidenden Moment der Elevation: Der Priester erhebt die konsekrierte Hostie, und als sichtbares Zeichen der bereits vollzogenen Wandlung erscheint das Christuskind. Diese Bildidee – dass Christus selbst in der Hostie gegenwärtig wird – macht Eucharistietheologie unmittelbar anschaulich. Dass die Szene in der Turmkapelle restauriert wurde, unterstreicht ihren Rang als „Bildkatechese“: Nicht nur Andacht, sondern Lehre – ein Bild, das erklärt, was in der Messe geschieht.

Station 24: Kaiseroratorium (Westseite)

Kaiseroratorium der Michaelerkirche (Westseite)

Kaiseroratorium (Zugang über das Kolleggebäude)

Zwischen Orgelzone und Westportal liegt als „Zwischenebene“ ein Raum, der die ehemalige Rolle von St. Michael als Hofpfarrkirche besonders gut sichtbar macht: das Kaiseroratorium. Es wurde um 1669 eingerichtet und in späteren Phasen hochbarock bzw. spätbarock überformt.[18] Entscheidend ist dabei weniger eine einzelne Ausstattung als die Funktion: Von hier aus konnte der Hof die Liturgie diskret verfolgen, ohne sich mitten in den öffentlichen Kirchenraum zu begeben – eine architektonische Übersetzung von Nähe und Distanz zugleich.

Der Zugang liegt nicht im Mittelschiff selbst, sondern im Kolleggebäude (damals Barnabiten, heute Salvatorianer). Am Gang des zweiten Obergeschosses führt ein steinernes Portal aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts zum Oratorium; beschrieben werden eine Lisenenrahmung, ein gebogener Giebelaufsatz auf Konsolen und ein Muscheldekor im Sturzfeld. Auch die kassettierte Holztür mit ihren ursprünglichen Beschlägen stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.[19] Gerade diese „Vorzone“ macht klar, dass das Oratorium nicht als dekorative Loge gedacht ist, sondern als kontrollierter Übergang zwischen Kloster-/Kollegtrakt und Kirchenraum.

Im Inneren zeigt sich die typische Mehrschichtigkeit von St. Michael auch hier: Wand- und Deckenflächen bewahren Reste älterer Architekturmalerei aus der Entstehungszeit und weitere spätere Fassungen, die teils nur noch fragmentarisch unter der heutigen Ausmalung vorhanden sind. Die restauratorische Dokumentation betont, dass genau diese übereinanderliegenden Gestaltungen den Raum wie ein materielles Geschichtsbuch lesbar machen.

Westempore: Sieber-Orgel, Heilig-Geist-Loch und Maximilian I.

Von der Achse unter der Empore wird St. Michael zur Klangkirche: Hier steht die Sieber-Orgel, 1714 geschaffen, mit drei Manualen, Pedal und 40 Registern.

Über der Orgel liegt das sogenannte Heilig-Geist-Loch; die roten „Zungen“ verweisen auf das Pfingstwunder und verbinden Musik, Liturgie und Symbolik in einem einzigen Blick.[20]

Station 25: Die Sieberorgel

Gedenktafel

Orgelempore

Die Orgel der Michaelerkirche ist Wiens größte nahezu vollständig erhaltene Barockorgel und eines der bedeutendsten historischen Instrumente Österreichs. Sie befindet sich oberhalb des westlichen Eingangs auf der Orgelempore, die 1713 nach einem Entwurf von Antonio Beduzzi errichtet wurde.

Das Instrument wurde von Johann David Sieber erbaut und erklang erstmals am 24. Jänner 1714, in Anwesenheit von Karl VI.. Die Orgel war von Anfang an für die anspruchsvolle Hof- und Stadtliturgie konzipiert und stellte einen Höhepunkt barocker Orgelbaukunst dar.

Bereits 1742 wurde das Instrument von Gottfried Sonnholz umgebaut. Die erste große Reparatur erfolgte 1785 durch Franz Xaver Christoph. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts kam es zu weiteren tiefgreifenden Veränderungen, die dem jeweiligen Zeitgeschmack folgten, jedoch die barocke Substanz beeinträchtigten. Unter anderem:

  • das Rückpositiv wurde aus der Brüstung entfernt,
  • mehrere historische Register gingen verloren,
  • die ursprüngliche Balgenanlage wurde beseitigt.

Einen besonders schweren Einschnitt brachte der Erste Weltkrieg, als sämtliche Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken abgeliefert werden mussten.

Am 24. April 1972 erhielt Arnulf Klebel den Auftrag zur Restaurierung der Orgel. Diese Arbeiten misslangen jedoch; dabei gingen weitere historische Teile verloren. 1977 wurde ihm der Auftrag entzogen. Die von Klebel an einen unbekannten Ort in Wien verbrachten Originalteile konnten 1980 sichergestellt und an die Michaelerkirche zurückgegeben werden – ein Vorgang, der in der österreichischen Orgelbaugeschichte als nahezu einzigartig gilt. Die damit verbundenen rechtlichen Auseinandersetzungen erstreckten sich über rund fünf Jahre.

Die entscheidende Wende brachte die Restaurierung 1986/87 durch den renommierten Orgelbauer Jürgen Ahrend. Ziel war die konsequente Rückführung in den Zustand von 1714. Die Orgel verfügt heute über 40 Register (besonders bemerkenswert ist, dass 32 der historischen Register erhalten geblieben sind), drei Manuale und Pedal und mechanische Schleifladen.

Detail: Heilig-Geist-Loch

Heilig-Geist-Loch in der Michaelerkirche

Heilig-Geist-Loch (Öffnung im Gewölbe)

Als Heilig-Geist-Loch bezeichnet man eine kleine Öffnung im Gewölbe, die in mittelalterlichen Kirchen für besondere Liturgien genutzt wurde. An Pfingsten konnte von oben eine Taube (als Zeichen des Heiligen Geistes) herabgelassen werden; teils wurden auch Blüten oder kleine Lichtzeichen eingestreut, um das Herabkommen des Geistes sinnlich erfahrbar zu machen. In manchen Kirchen diente eine solche Öffnung außerdem dazu, Weihrauch oder Klang „von oben“ wirken zu lassen – eine Inszenierung, die die Architektur selbst zum Teil der Liturgie machte.

In der Michaelerkirche ist das Heilig-Geist-Loch über der Orgelempore zu finden und wird regelmäßig verwendet: Jährlich zu Pfingsten regnet es von hier Rosenblätter in die Kirche, ein Spektakel, das absolut sehenswert ist. Die Rosen werden vom Großgrünmarkt gespendet und als Abschluss der Pfingstmesse in das Mittelschiff gekippt. dort landen die geweihten Blüten auf einem großen Leintuch, das zum Altar gezogen wird. Von dort kann sich die Gemeinde Blätter, die als Symbol des herabgekommenen Geistes stehen, als Erinnerung mitnehmen.

Zu sehen ist der Rosenregen nach dem Gottesdienst am Pfingstsonntag, ab 10 Uhr. [21]

Station 26: Inschrift Maximilian I.

Inschrift Maximilan I. CM.jpg

Fresko: Maximilan I.

An der Stirnwand der Empore (innere Westwand) befindet sich eine Wandmalerei, die links eine Dame mit dem Modell der Kirche, rechts einen reich gekleideten Herren mit Schwert und Reichsapfel zeigt. Mittig ist die Gedenkinschrift an Kaiser Maximilian I. und Erzherzog Ferdinand I. als Wohltäter der Kirche angebracht.

Aus Dankbarkeit für die rasch erfolgten finanziellen Zuwendungen Erzherzog Ferdinands nach dem Stadtbrand von 1525 ließ ein Vertreter der Pfarre, der Postverweser Wolfgang Eßwurm, das Fresko anbringen (siehe auch seine Grabplatte beim Eingang). Die Gedenkinschrift bezieht sich dabei auf den Großvater des Erzherzogs, Kaiser Maximilian I., und eine Darstellung Ferdinands als Stifter.

Die Empore musste verändert werden, als 1713 die Orgel eingebaut wurde, sie war wesentlich größer als ihr Vorgängermodell. An den Mittelschiffwänden schlossen einst im Süden die Devise Karls V. zwischen den Säulen des Herkules und im Norden ein Rutenbündel an. Darüber befanden sich Fragmente von Wappenträgern, die abgenommen und in der Lukaskapelle ausgestellt wurden – im Süden das Wappen Kaiser Karls V. und im Norden das Wappen Annas von Ungarn (das benachbarte, nicht erhaltene Wappen Ferdinands I. ist links gerade noch erkennbar).

In diesem Sinn ist der Fürst rechts der Gedenkinschrift als Erzherzog Ferdinand zu identifizieren, der in seiner Rechten einen unbestimmbaren Gegenstand demonstrativ vorweist. In Kombination mit dem Kirchenmodell ist hier wohl an die Zuwendungen für die Wiederherstellung St. Michaels zu denken. Die Bezeichnung des Fürsten als Erzherzog in der Inschrift impliziert eine Entstehung der Wandmalerei vor dem 16. Dezember 1526, als Ferdinand in Pressburg als König von Ungarn anerkannt wurde.[22]

Mittelschiff: eine Detail-Safari

Gedenktafel

Das Langschiff

Das Mittelschiff der Michaelerkirche wird von einem spitzbogigen Kreuzrippengewölbe überspannt. Die Rippen fassen die Gewölbeflächen wie ein steinernes Gerüst und laufen in sorgfältig ausgearbeiteten Schlusssteinen zusammen. Auffällig ist dabei, dass die tragenden Dienste nicht „oben“ ansetzen, sondern als senkrechte Bündel vom Boden aufsteigen und den Blick ganz automatisch nach oben ziehen – als würde der Raum selbst die Richtung vorgeben.

Die Mittelschiffgewölbe wurden nach dem Stadtbrand von 1276 erneuert, was dem Hauptschiff seine klare, hochgezogene gotische Spannung gibt. Gleichzeitig wirkt der Raum eher gedämpft, weil die schwere Lichtgadenmauer den Lichteinfall lange stark begrenzte. Um die Kirche heller zu machen, wurden 1828 im Hauptschiff zusätzliche bzw. größere Fensteröffnungen geschaffen – ein Eingriff, der bis heute erklärt, warum der Eindruck zwischen mittelalterlicher „Dunkelheit“ und späterem Aufhellen pendelt.

Pfeiler, Kapitelle, Gewölbe und Altäre zeigen unterschiedliche Bau- und Ausstattungsphasen, die nicht sauber getrennt, sondern sichtbar übereinander gelegt sind. Gerade beim Gehen durch das Langhaus merkt man, wie der Raum geführt wird: von Joch zu Joch, von Zeichen zu Zeichen, von Detail zu Detail.

Detail: Apostelkreuze

Apostelkreuz an einer Säule im Langhaus der Michaelerkirche

Apostelkreuze an den Säulen (Langhaus)

Im Langhaus markieren die zwölf Apostelkreuze an den Säulen jene symbolischen „Fixpunkte“, die den Kirchenraum als geweihten Raum kenntlich machen. Sie erinnern an die zwölf Apostel als Fundament der Kirche und stehen zugleich für die feierliche Kirchweihe: An solchen Stellen wurden traditionell Weihekreuze angebracht und (bei der Weihe oder an Jahrestagen) rituell gesalbt und beleuchtet. Auch ohne großen Aufwand sind sie deshalb ein gut lesbares Orientierungsdetail im Rundgang – man kann sie wie eine Reihe von Stationen „abgehen“ und merkt dabei, wie der Raum durch Zeichen strukturiert ist.

Ganz in der Nähe liegt ein zweites, starkes Detail auf der Ebene der Steinmetzkunst: das Drachenkapitell (um 1240) beim Kanzelpfeiler. Zusammen zeigen Apostelkreuze und Kapitell sehr schön, wie sich in St. Michael Liturgie und Bauplastik überlagern: oben die Zeichen der Weihe, unten die romanische Bildsprache des frühen 13. Jahrhunderts.

Detail: Kirchenbänke und Bestuhlung

Bestuhlung im Mittelschiff der Michaelerkirche Kirchenbänke in der Kreuzkapelle

Oben: Bestuhlung im Hauptschiff (Stühle statt fixer Bänke), Unten: Alte Kirchenbänke in der Kreuzkapelle

Im Hauptschiff sind heute Stühle statt fixer Kirchenbänke in Verwendung. In einer Bau- und Ausstattungsbeschreibung wird ausdrücklich erwähnt, dass moderne Thonetstühle die barocken Kirchenbänke ersetzt haben. Das verändert den Raumeindruck deutlich: Der Kirchenraum bleibt liturgischer Ort, wirkt aber zugleich flexibler in der Nutzung, weil die Bestuhlung leichter umgestellt werden kann.

Anders in der Kreuzkapelle: Im Zuge der Renovierung 2010/11 wurden die vorhandenen barocken Bänke neu aufgestellt; in Texten zur Wiedereröffnung wird betont, dass man hier wieder gut und schmerzfrei knien kann. Damit ist die Kapelle bewusst als ruhige Werktags- und Anbetungskapelle „mit Bankraum“ gestaltet.[23][24]

Station 27: Drachen-Kapitell und Kanzel

Text

Die Kanzel

Die Kanzel befindet sich am Pfeiler gegenüber dem ältesten Grabstein der Kirche aus dem Jahr 1341. Sie wurde nach Plänen des k. k. Hofarchitekten Johann Zobel gestaltet, der auch für andere klassizistische Elemente der Kirche wie den Kreuzaltar verantwortlich war. Die figuralen Bildhauerarbeiten an der Kanzel stammen, wie viele der Plastiken, von Franz Käßmann.

Auf dem schlichten Schalldeckel befindet sich eine Statue die für den Glauben (Fides) steht. Direkt unter dem Kanzelkorb findet man einen Grabstein aus dem Jahr 1619, der die Darstellung eines Kindes zeigt.


Drachenkapitell der Michaelerkirche (spätromanisch) Historische Darstellung des romanischen Kapitells (1880)

Relief Engelbert Dollfuß (Turmkapelle, 1937/38)

Drachenkapitell am Kanzelpfeiler – Im Mittelschiff, direkt neben der Kanzel, sitzt eines der markantesten Kapitelle der Michaelerkirche: ein spätromanisches Drachenkapitell aus dem frühen 13. Jahrhundert (in der Literatur um 1220, teils um 1240 datiert). Es zeigt gefiederte und geschuppte Fabeltiere, deren Schweife ineinander verschlungen sind – ein Motiv, das in verwandter Form auch an großen Sakralbauten der Region begegnet und hier als „steinernes Detail“ die romanische Bildsprache mitten im Kirchenraum sichtbar macht.[25][26]

Station 28: Epitaph für Georg Herr von Liechtenstein († 1548)

Epitaph für Georg Herr von Liechtenstein († 1548) in der Michaelerkirche Wien

Epitaph für Georg Herr von Liechtenstein († 1548)

Am Weg Richtung Michaelerdurchgang, am südwestlichen Vierungspfeiler und damit gegenüber dem Juliusaltar, trifft man auf eines der markantesten Renaissance-Gedächtnismale der Kirche: das Epitaph für Georg Herr von Liechtenstein, Herr zu Nikolsburg und Steyerkh. Die Darstellung ist bewusst „ritterlich“ gehalten. Der Verstorbene erscheint als überlebensgroße Figur in Rüstung, mit offenem Helm und einer Standarte in der Hand – nicht als stiller Toter, sondern als standesbewusster miles christianus, der seine Identität aus Dienst, Rang und Treue bezieht.[27]

Über der Figur liegt die Inschriftzone, die das Denkmal gleichsam „sprechend“ macht. Sie nennt Namen und Sterbejahr und schließt mit einer Bitte um Gnade – typisch für diese Zeit, in der das Epitaph nicht nur erinnert, sondern auch fürbittend in den Kirchenraum hineinwirkt. Als Detail lohnt sich der Blick auf die Schrift selbst: Das Frühneuhochdeutsche ist gut lesbar und hält neben dem Todesjahr auch das Alter fest (im 69. Jahr).

Inschrift am Epitaph für Georg von Liechtenstein (1548)

Inschrift (Detail)

Überblicke

Blick auf die Tore

Steht man in der Mitte des Mittelschiffs lohnt sich ein Blick auf die Baugeschichte: Von hier aus lassen sich in unmittelbarer Nachbarschaft Tore aus verschiedenen Epochen „lesen“:

  • das Renaissancetor zur Turmkapelle (um 1600),
  • das romanische Tor (um 1220) und
  • das gotische Tor in der Werdenbergkapelle (um 1480).

Kriegerdenkmäler in der Michaelerkirche - Zusammenfassung

Hier auch nochmals zusammengefasst werden die Kriegerdenkmäler in der Kirche:

  • Denkmal der österreichischen Marine (Blasiuskapelle, rechts, letzte Kapelle hinten)
  • Marine-Gedenktafel: An Stelle des "Ehrenbuches der Kriegsmarine" wurde am 3. November 1974 eine Marmortafel mit der Inschrift: „Allen auf See gebliebenen Kameraden - Der Marineverband Wien“ angebracht.
  • Gedenktafel für den Einsatz der Frauen (Frauen-Gedenktafel).
  • Gedenktafel für die Landwehroffiziere Drei Steinbüsten von Otto Laserz, 1923, in der Annakapelle (rechts, dritte Kapelle von hinten). Text: „Den im Weltkriege gefallenen Offizieren der k. k. Landwehr-Erziehungs- und Bildungsanstalten gewidmet von ihren Kameraden“.
  • Gedenkstein für Karl I.

Video

Wer lieber einen fotografischen Eindruck haben möchte, ist mit diesem Film gut bedient:

YouTube • Wien
Michaelerkirche

Quelle: YouTube • Direktlink


Quellen

  1. Markierungen Christiana Mazakarini
  2. Quellen: Stadtchronik Wien; Chronik von St. Michael (Zusammenstellung nach Text „Fortsetzung folgt!“, Fotos: Dieter Peczar).
  3. https://www.kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=457&tit=Michaelerkirche+Wien%3A+Rundgang+innen
  4. https://www.michaelerkirche.at/800Jahre/domus-dei/1680.html
  5. https://www.kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=457&tit=Michaelerkirche+Wien%3A+Rundgang+innen
  6. https://www.kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=457&tit=Michaelerkirche+Wien%3A+Rundgang+innen
  7. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/restaurierungen/portal-turmkapelle/
  8. https://www.michaelerkirche.at/docs/mb/MB26_Michaelerblaetter_2013-02.pdf
  9. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/restaurierungen/seelenwaeger/
  10. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/rundgang/fresken/
  11. https://www.michaelerkirche.at/800Jahre/memento-mori/upperintro.html
  12. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/restaurierungen/portal-turmkapelle/
  13. https://www.michaelerkirche.at/docs/mb/MB26_Michaelerblaetter_2013-02.pdf
  14. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/restaurierungen/portal-turmkapelle/
  15. https://www.michaelerkirche.at/docs/mb/MB26_Michaelerblaetter_2013-02.pdf
  16. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/restaurierungen/portal-turmkapelle/
  17. https://www.michaelerkirche.at/800Jahre/memento-mori/dollfuss.html
  18. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/kloster/oratorium/
  19. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/kloster/oratorium/
  20. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/rundgang/orgel-grabsteine/
  21. https://wien.orf.at/v2/news/stories/2847328/
  22. https://www.michaelerkirche.at/800Jahre/domus-dei-decor/11.html
  23. https://www.michaelerkirche.at/docs/mb/MB39_Michaelerblaetter_2016-05.pdf
  24. https://www.michaelerkirche.at/docs/mb/MB23_Michaelerblaetter_2012-05.pdf
  25. https://www.kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=457&tit=Michaelerkirche+Wien%3A+Rundgang+innen
  26. https://www.michaelerkirche.at/geschichte/rundgang/fresken/
  27. https://www.kirchen-fuehrer.info/de/kirchen/detail.asp?id=458&tit=Michaelerkirche+Wien%3A+St.+Michael+als+Bestattungsort