Hanuschgasse

Aus City ABC

Hanuschgasse

Hanuschgasse

Bezirk
1., Innere Stadt
Benennung
1924
Benannt nach
Ferdinand Hanusch, Sozialpolitiker
Länge in Metern
191,66 Meter[1]
Gehzeit in Minuten
2,31
Vorherige Bezeichnungen
Hofgartengasse, vorher Stadtgraben und Augustinerbastei


Namensgebung und Geschichte

Die Hanuschgasse ist eine kurze, aber städtebaulich markante Gasse im Zentrum Wiens. Sie verbindet den Bereich der Operngasse und des Opernrings mit Goethegasse, Augustinerbastei und Albertinaplatz und liegt damit unmittelbar zwischen Staatsoper, Burggarten und der auf der ehemaligen Stadtbefestigung thronenden Albertina.

1924 erhielt die Gasse ihren heutigen Namen zu Ehren Ferdinand Hanuschs, der als führender Sozialpolitiker der Ersten Republik gilt. Die Umbenennung fiel in eine Phase, in der im innerstädtischen Straßennetz mehrere Verkehrsflächen nach Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung und der demokratischen Republik benannt wurden.[2]

Das Gebiet der heutigen Hanuschgasse lag über Jahrhunderte direkt an der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Entlang der Linie der heutigen Opern- und Goethegasse verlief der Stadtgraben; auf der erhöhten Seite stand die Augustinerbastei als Teil des Bastionengürtels, der die Innere Stadt umschloss. Mit der Schleifung der Befestigungsanlagen und der Anlage der Ringstraße ab 1858 entstand an dieser Stelle ein neues Stadtquartier mit repräsentativen Bauten zwischen Oper, Burggarten und Hofburg.

1865 wurde die neu angelegte Gasse zunächst Hofgartengasse genannt. Der Name bezog sich auf den damals so bezeichneten Hofgarten hinter der Hofburg, den heutigen Burggarten. Der Straßenraum folgte der Kante zwischen dem aufgeschütteten Niveau der ehemaligen Bastei und dem tiefer liegenden Stadtgebiet. Die heute von der Hanuschgasse zur Albertina hinaufführende Rampe gilt als letzter deutlich sichtbarer Rest dieses Abschnitts der abgetragenen Stadtbefestigung. [3]

Ferdinand Hanusch

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Ferdinand Hanusch ((1866–1923) war Gewerkschafter und in der SDAP aktiv. Er reformierte das Krankenkassenwesen, das Sozialversicherungswesen, setzte einen höheren Urlaubsanspruch für Arbeiter durch und schuf den Kollektivvertrag, der Mindestlöhne sicherte. Auch das Verbot der Kinderarbeit und die Gewährung einer Schutzfrist für Schwangere ist ihm zu verdanken.

Nach ihm ist nicht nur diese Straße sondern auch das Hanusch-Krankenhaus benannt.

Ausgrabungen

Die Hanuschgasse gehört zu jenen innerstädtischen Bereichen, in denen sich die lange Besiedlungsgeschichte Wiens archäologisch besonders dicht ablesen lässt. Im Jahr 1950 wurden beim Bau einer Fernwärmeleitung im Bereich Hanuschgasse 1–3 mehrere römische Gefäße entdeckt, die auf die Nähe zu den spätantiken Befestigungen und Verkehrswegen hinweisen.

Neuere Grabungen im Umfeld der Hausnummer 3 brachten Mauerreste der ehemaligen Kärntner Bastei sowie Teile der Reitschule von Erzherzog Albrecht zutage. Diese Befunde erlauben es, die auf historischen Plänen überlieferte Struktur der Bastei mit der heutigen Bebauung zu vergleichen und machen deutlich, wie stark der Bereich der Hanuschgasse durch Umbauten des 19. und 20. Jahrhunderts überformt wurde.[4]

Häuser der Gasse

Das Straßenbild der Hanuschgasse wird von großmaßstäblichen, historistischen Bauten des späten 19. Jahrhunderts geprägt, die Teil des repräsentativen Ensembles rund um die Staatsoper und die Ringstraße sind.

  • Hanuschgasse 1 - 1862 von Ferdinand Fellner dem Älteren errichtet. Es gilt als bedeutendes Beispiel eines frühhistoristischen Geschäfts- und Wohnhauses; ein markanter Erker mit Karyatiden betont die Ecke zur Hanuschgasse.
  • Hanuschgasse 3 - Das Gebäude entstand 1862–1863 an Stelle einer früheren Reitschule und von Stallgebäuden, die mit dem Palais Erzherzog Albrecht verbunden waren. Es bildet mit der Augustinerbastei und dem Burggarten ein dichtes Gefüge aus Hofräumen, Rampen und Stützmauern, in denen sich die Geschichte der ehemaligen Stadtbefestigung spiegelt.

Öffentlicher Verkehr

Die Hanuschgasse liegt in einem der am besten erschlossenen Bereiche der Inneren Stadt. Der nächstgelegene U-Bahn-Knoten ist Karlsplatz mit den Linien U1, U2 und U4; von den Ausgängen bei der Oper erreicht man die Gasse in wenigen Minuten zu Fuß.[5] Ebenfalls gut erreichbar ist die Station Stephansplatz (U1, U3), von der aus man über Kärntner Straße und Oper in den Bereich Albertinaplatz gelangt.

Am Kärntner Ring / Oper halten mehrere Straßenbahnlinien (1, 2, D, 62, 71 sowie die Badner Bahn), die die Hanuschgasse an das übrige Stadtgebiet anbinden.[6] Direkt am Albertinaplatz verkehrt die Citybus-Linie 2A, die eine feine Erschließung der Inneren Stadt zwischen Schwedenplatz, Hofburg und Schwarzenbergplatz bietet.[7]

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Für einen Besuch der Hanuschgasse bietet sich die Anreise mit den U-Bahn-Linien U1, U2 oder U4 bis Karlsplatz an; von der Station Oper führt ein kurzer Weg über den Opernring direkt in die Gasse. Alternativ erreicht man den Bereich mit den Ringstraßenbahnen (Haltestelle Kärntner Ring/Oper) oder mit der Buslinie 2A, die am Albertinaplatz hält.[8][9]
Hanuschgasse – Überblick
Bezirk / Lage
1., Innere Stadt; kurze Verbindungsgasse zwischen Operngasse/Opernring und Goethegasse / Augustinerbastei am Rand des Burggartens und des Albertinaplatzes.[10]
Umgebung
Die Gasse liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Staatsoper, zum Burggarten mit Schmetterlinghaus und zur Albertina. Über die Rampe zur Augustinerbastei gelangt man auf das hochgelegene Plateau mit Blick auf Oper, Ringstraße und den innerstädtischen Verkehrsknoten Albertinaplatz.[11][12]
Charakter der Gasse
Urbaner Innenstadtstraßenraum mit starkem Fußgängeraufkommen, flankiert von großvolumigen historistischen Geschäftshäusern. Die Hanuschgasse ist sowohl Durchgang zwischen Oper, Hofburg und Burggarten als auch Anlieferungs- und Zufahrtsbereich für die umliegenden Gebäude.[13]
Hinweise
Die Gasse eignet sich gut als Ausgangspunkt für einen Rundgang um Oper, Albertina und Burggarten. Wer sich für Stadtgeschichte interessiert, findet hier Hinweise auf die ehemalige Stadtbefestigung, etwa an der Rampe zur Augustinerbastei oder an den Mauern des Hanuschhofs. Gleichzeitig ist der Bereich stark touristisch geprägt; ruhigere Aufenthaltsmöglichkeiten bietet der benachbarte Burggarten.[14][15]


Navigation

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Quellen