Hanusch, Ferdinand

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Ferdinand Hanusch wurde 1866 in Oberdorf bei Wigstadtl in Schlesien geboren und wuchs in einer von Armut geprägten Weberfamilie auf. Schon früh arbeitete er in Textilbetrieben und engagierte sich in der Arbeiterbewegung. Über die Gewerkschaftsarbeit gelangte er nach Wien, wo er zu einem der führenden Funktionäre der Freien Gewerkschaften aufstieg und 1907 in den Reichsrat gewählt wurde.[1]

Nach dem Ende der Monarchie übernahm Hanusch in den Staatsregierungen der Jahre 1918 bis 1920 das Ressort für soziale Verwaltung und legte in dieser Funktion den Grundstein für den modernen österreichischen Sozialstaat. Mit einer Reihe von Gesetzen wurden unter anderem Arbeitszeitbegrenzung, Mindestlöhne, Urlaubsanspruch, Kinderarbeitsverbot, Arbeitslosenversicherung und die Arbeiterkammern eingeführt.[2][3] 1921 wurde Hanusch erster Direktor der Arbeiterkammer in Wien; er starb 1923 in der Hauptstadt. Straßen und Plätze in mehreren österreichischen Städten erinnern an ihn, darunter die Hanuschgasse in der Inneren Stadt.[4]