Bauernmarkt 11-13

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Grund-Information
Wildpretmarkt 8-10.jpg

Bauernmarkt 11-13

Aliasadressen =Bauernmarkt 11-13, =Landskrongasse 1-3, Wildpretmarkt 8-10
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 581, 582, 546, 547, 548 | vor 1821: 620, 621, 587, 588, 589 | vor 1795: 561, 562, 563, 564, 565
Baujahr 1986
Architekt Hübner & Partner, Alfred Nürnberger


Ehemaliger Bellegardehof - Architektur und Geschichte

Heute befindet sich hier das Generali-Bürohaus. Es wurde 1986 nach den Plänen der Architekten Hübner & Partner von Alfred Nürnberger erbaut und ist nicht nur Sitz der Generaldirektion der Generali sondern auch von deren Töchterunternehmen, der Ersten Allgemeinen Versicherung, der Generali Lebensversicherung und der Generali Rückversicherung.

Vorgängerhäuser

Bis ins 19. Jahrhundert befanden sich am Bauernmarkt 11 drei Häuser: ein altes Patrizierhaus (Konskriptionsnummer 546), das im 14. Jahrhundert dem Kaplan Johann Poll gehörte, das Haus Nummer 547 mit dem Schild „zur kleinen Landskrone“ und das Haus 548, das bereits 1302 als „Kammerhof“, später „Zur großen Landskrone“ bekannt war.

Haus 546

Das Haus 546 gehörte später (um 1420) dem Brünner Bürger Mert Perman, 1684 erwarb es der kaiserliche Diener Franz von Cischini (sein Grabmal befindet sich in der Peterskirche), der es nach seinem Tod den Augustiner Eremiten stiftete. Als Gegenleistung hielten diese wöchentlich drei Messen für sein Seelenheil.

Haus 548 und 574

Das Haus „Zur großen Landskrone“ (548) war ein Turmhaus, das bereits 1355 im Urkundenbuch von Klosterneuburg beschrieben wurde („diu landeskron“). Es war ebenfalls im Besitz einer Patrizierfamilie, nämlich das der Familie Würffel (ihnen gehörte auch die Herrschaft Rodaun). Zu dem Haus gehörte das kleiner Gebäude Stadt 547, das den Namen "Zur kleinen Landeskrone" trug.

Ab dem 15. Jahrhundert war der Bürgermeister Konrad Hölzler Inhaber des Hauses, durch einen Erbschaftsstreit gelangt schließlich das Büßnerinnenkloster zu St. Hieronymus in den Besitz. Schon ein Jahr später verkaufte es das Kloster an Maria Anna Freifrau von Gallenfels, die das Margaretner Schloss nach der Zerstörung durch die Türken wieder herrichten ließ. Sie vererbte es weiter an die Gräfin Bellegarde.

Haus 561

Am Bauernmarkt 13 stand mit der Nummer 561 im 14. Jahrhundert das Familienhaus der Sieferer, sie waren eine der angesehensten Familien Wiens. Weitere Besitzer waren Erzherzog Ferdinand, Erzherzog Franz und Nathan Adam Freiherr von Arnstein. 1872 gehörte es kurz dem „Wiener Bauverein“, 1875 wurde es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Der Kammerhof

Wahrscheinlich hieß so bis ins 13. Jahrhundert der Sitz der landesfürstlichen Finanzverwaltung. Nicht nur das Gebäude, das hier Stand wurde so genannt, sondern der ganze Platz davor (einige Zeit hieß er auch „Neuer Kienmarkt“ und „Alter Häringmarkt“).

1828 ließ Julie Gräfin Bellegarde alle hier stehenden Häuser abreißen und den großen Bellegardehof (mit 2.539 Quadratmetern Grundfläche) errichten. 1829 war hier der Sitz der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft, bevor sie, am 5. Juni 1881, ihre eigenen Gebäude am Donaukanals beziehen konnte.

Gräfin Bellegarde vererbte 1868 den Hof ihren Kindern, die ihn bereits drei Jahre später an Gustav von Schoeller verkauften – 1878 ging er an die Firma Schoeller & Co. (das Bankhaus) über. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das riesige Gebäude abgerissen, Ludwig Richter erbaute den weitaus kleineren „Neuen Bellegardehof“ (mit nur mehr 1.872 Quadratmetern verbauter Fläche).

Der Zweite Weltkrieg

Durch den großen Brand am 14.4.1945 wurden das Haus und auch große Teile des Hohen Marktes vernichtet. Die Brandruine wurde 1951 von der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft erworben die an der Stelle ein Bürohaus errichten ließ.

Am 8. April 1945 schlug im Haus schräg eine Bombe ein, die schwere Schäden an Mauer und Wohnungen anrichtete. Die Ruine wurde von der Schoeller-Bank an die Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft verkauft, die den Neubau erreichten ließ.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus des Bürgermeisters Konrad Hölzler der Ältere

im 15. Jahrhundert wohnte der dreimalige Bürgermeister Konrad Hölzler der Ältere hier, seine Frau hatte das Haus 1430 geerbt.

Wohnhaus von Josef Freiherr von Spaun

Im 2. Stock des Hauses wohnte einige Zeit Josef Spaun (* 11. November 1788 Linz, † 25. November 1865 Linz). Spaun war Jurist und als dieser anfangs im Finanzministerium tätig. Als Stimmführer der zweiten Geige im Orchester des Stadtkonvikts lernte er Franz Schubert kennen und wurde dessen bester Freund.

Wohn- und Sterbehaus des Pianisten Karl Czerny

Im ehemaligen Haus Stadt 456 wohnte der Pianist Karl Czerny (* 20. Februar 1791,† 15. Juli 1857, ebenhier). Czerny ging bei seinem Vater und bei Ludwig van Beethoven in Klavierunterricht, später unterrichtete er unter anderem Franz Liszt. Bekannt sind jedem Klavierschüler die Geläufigkeitsschulen und Fingerübungsstücke, Cerny hat rund 1000 Kompositionen verfasst.

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Bauernmarkt 11-13 190104 römisch In den Jahren 1901 bis 1904 wurden im Zuge eines Hausumbaus im Hof des alten Hauses zwei römische Mauerstücke und dazwischenliegende Terrazzobodenreste, sowie Münzen und Ziegel mit Stempel (10., 14. Legion) gefunden.
Wildpretmarkt 8-10 198301 römisch/Mittelalter Im Jahr 1983 wurden beim Neubau des Hauses im Zuge einer archäologischen Grabung die Reste der Kasernen des römischen Legionslagers sowie mittelalterliche Befunde aufgedeckt. Zu den gefundenen Exponaten gehörten: Mauerwerk, Brunnen, Gruben, Pfeilerfundamente, Keramik, Münzen und Ziegel
Landskrongasse 1-3 196801 römisch Während der Aushubarbeiten 1986 stießen die Arbeiter, und danach die Archäologen, auf Baureste des Römerlagers – die Unterkünfte der Ersten Kohorte des Eliteverbandes der Garnison. es handelte sich dabei um drei korinthische Kapitelle und das Bruchstück eines glatten Säulenschaftes.

Lokale

Robertos American Bar

Im Gebäude befindet sich heute auch ein Lokal, Robertos American Bar. Der ehemalige Barchef der Loos-Bar hat sich hier einen eigenen Traum erfüllt und eine trendige Cocktail-Bar aufgemacht.

Galerie

Galerie Anita Münz

Hier befindet sich die Galerie Anita Münz, die besonderen Schmuck anbietet. Mehr Informationen dazu unter: http://www.anita-muenz.at/



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