Bauernmarkt 15

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Grund-Information
Landskrongasse 2.jpg

Bauernmarkt 15

Aliasadressen =Bauernmarkt 15, =Landskrongasse 2, =Hoher Markt 1
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 541 | vor 1821: 582 | vor 1795: 522
Baujahr 1955
Architekt Josef Vytiska


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das heute hier stehende Wohnhaus wurde 1955 von Josef Vytiska geplant.

1944 wurde das ehemals hier stehende Gebäude schwer beschädigt. Ursprünglich war der Wiederaufbau geplant, 1952 wurde die Ruine doch abgetragen.

Vorgängerhäuser

Hoher Markt 541, etwa 1830, aus dem "Plan Vasquez"

In der Hoefnagelschen Vogelschau des Jahres 1609 sind vier Häuser, die sich zu einem Block bilden, zu sehen, belegbar sind davon im 14. Jahrhundert jedoch nur drei.

Das erste Haus, das sich Ecke Hühnergässel befand, stand schon 1360 hier. Der turmartige Bau war Anfang des 14. Jahrhunderts in Besitz des Bürgerspitals, dann wechselte es einige Mal den Besitzer, bis es 1394 in den Besitz des Karmeliterklosters kam und von diesem 1408 um 330 Pfund an Heinrich Teurbicht von Görlitz verkauft wurde. Mitte des 15. Jahrhunderts erwarb es Hiltprant von Meran, der der Schwiegervater des späteren Bürgermeisters Laurenz Haiden war und in dessen Besitz das Haus durch Erbe überging. 1791 kaufte der Großhändler Franz Wilhelm Natorp das Haus, er belieferte das Militär mit Medikamenten und war Ehemann der damals sehr bekannten Sängerin Maria Anna Sessi.

Daneben stand das „Krechsner-Haus“, das bereits im frühen 13. Jahrhundert im Besitz der ritterlichen Bürger-Familie Krechsner war.

Daneben, zwischen Hühnergässel und Landskrongasse, ist ein Haus, das 1341 im Besitz des Deutschen Ritterordens war. 1394 ist es als „Zuhaus“ des Krechsner-Hauses erwähnt. Heinrich Teurbicht von Görlitz erwarb auch diese beiden Anwesen um den damals ungeheuerlichen Preis von 1.170 Pfund.

Besitzer Andreas Hiltprant von Meran

Nachdem alle drei Häuser in den Besitz von Teurbicht übergegangen waren, kaufte Andreas Hiltprant von Meran, ein reicher Kaufmann, das Areal von den Erben Teurbichts.

Hiltprant war 1437 Stadtrichter und 1442 Bürgermeister von Wien. Die Schweigertochter Hiltprants erbte das Haus nach dem Tod ihres Mannes und heiratete in dritter Ehe Laurenz Haiden, der ebenfalls Bürgermeister von Wien wurde, aber Gelder veruntreute und daher bis zum Tod gefoltert wurde. Die Häuser wurden danach von der Stadt Wien konfisziert, jedoch von der Tochter der Familie nach einigen Jahren wieder ausgelöst.

Weitere Besitzerwechsel

Nach zahlreichem Besitzerwechsel gelangte das Areal in der Zeit des Wiener Kongresses (1814) in Besitz des jüdischen Bankiers Nathan Adam von Arnstein; als dieser starb, unterhielt seine Witwe Fanny, eine schöne und geistreiche Frau, einen „Salon“, der gut von den Teilnehmern des Kongresses besucht wurde.

1794 wurde das Haus neu gebaut 1933 befand sich in dem Gebäude die Spezerei-, Material- und Farbwarenhandlung („Drogengroßhandel“) "Zum schwarzen Hund" der Firma Joseph Voigt & Co, das Ladenschild dafür hatte angeblich Friedrich Gauermann gemalt.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Malers Josef Abel

In dem Haus wohnte und starb der, vor allem für seine Radierungen bekannte, Josef Abel (* 22. August 1764 Aschach, † 4. Oktober 1818, ebenhier). Abel hatte beispielsweise den Vorhang des Alten Burgtheaters (gemeinsam mit Lorenz Schönberger) gemalt, der auch ins neue Burgtheater übernommen wurde, jedoch 1946 abbrannte. 1800 malte er das Blatt des Hochaltars der Gumpendorfer Kirche, den "Heiligen Ägydius". Sein letztes Werk war das lebensgroße Portrait von Franz I. im Kaiserornat.

Wohnhaus von Nathan von Arnstein

1814/1915, in der Zeit des Wiener Kongresses, waren Nathan und seine Frau, die schöne Fanny, von Arnstein Besitzer des Hauses. Wie der jüdische Großhändler es geschafft hatte, in der Stadt in Grundbesitz zu kommen ist nicht geklärt, im Grundbuch ist - entgegen den damaligen Gepflogenheiten kein Vermerk seiner jüdischen Abstammung. In dem Haus wurden große Empfänge abgehalten, Fanny Arnstein galt als erste jüdische Salonière und Mäzenin. Hier trafen sich Fürsten und Künstler, aber auch Kardinäle und Staatsmänner, die vormittags am Kongress teilnahmen.

Gebrüder Voigt und die Drogerie "Zum schwarzen Hund"

Um 1850 kauften Gustav und Karl Voigt, die Drogisten, das Haus und verlegten ihr Unternehmen vom Graben 21 hier her. Das berühmte Firmenschild war (angeblich) ein Werk des Malers Friedrich Gauermann, eine Kopie des Schilds hing bis 1945 über dem Hauseingang. Im April 1945 brannte das Geschäft völlig aus, dabei wurde auch die Drogerie zerstört. Der Betrieb wurde 1946 wieder aufgenommen, die Fassade wurde durch Oskar Pafka neugestaltet und mit einem in Stein geritzten Bild des "Schwarzen Hundes" versehen. Das Bild verschwand mit Abriss des Hauses.



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