Ballgasse 1

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Grund-Information
Rauhensteingasse 3-IMG 3032.JPG

Rauhensteingasse 3

Aliasadressen =Ballgasse 1, =Rauhensteingasse 3, =Blumenstockgasse 2
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 927 | vor 1821: 983 | vor 1795: 975
Baujahr 1784-1787
Architekt Josef Gerl


Das Gebäude - Architektur und Geschichte

Der Häuserblock, der einst Teil des Klosters zur Himmelpforte war, wurde bereits 1230 gegründet.

Josef Gerl erbaute 1784-1787 unter Einbeziehung der alten Klostermauern das heutige Gebäude für Graf Camillo von Colloredo.

Anstelle dieses freistehenden Hauses, das an der Rauhensteingasse, der Blumenstockgasse sowie der Ballgasse liegt, stand ursprünglich ein Teil der Himmelpfortklosters, in dem sich die Xaveriuskapelle befand. Diese wurde 1676 unter der Meisterin (Vorsteherin) Anna Jacobina von Questenberg erbaut, aber erst am 5. September 1734 (wohl nach einem Umbau oder einer Neuausstattung) geweiht. Am Altar befand sich ein Bild des heiligen Xaverius, daneben war ein Bild seiner Schwester Beatrix, der Äbtissin des St. Claraklosters zu Gandia (Spanien), angebracht. In ihren Händen war ein Schreiben aus dem Jahr 1520 dargestellt, in dem sie ihren Vater in lateinischer Sprache bat, dass er ihren Bruder Franz(iscus Xaverius) nicht vom Studium abhalte. Außerdem solle er dazu beitragen, dass er Theologie studiere, da er einmal ein großer Apostel werde. Nach Aufhebung des Klosters im Jahr 1782 wurde das Gebäude abgetragen und der ganze Klosterkomplex neu parzelliert.

Das hier besprochene Grundstück wurde (laut Grundbuch) vom Baumeister Josef Gerl und seiner Frau Therese erworben. 1787 entstand hier das heutige Haus, das auf einer Grundfläche von 845 Quadratmetern steht. Hierzu gibt es jedoch zwei falsche Angaben: Realis schrieb, dass das Gebäude vom Buchdrucker "Herr van Ghelen" erworben wurde, der seine Druckerei 1784 hierher verlegt habe. Dieser Irrtum beruht wahrscheinlich darauf, dass im Gebäude tatsächlich die Ghelensche Buchdruckerei untergebracht war, die sich noch zur Zeit Realis' hier befand. Das Haus gehörte aber zu keinem Zeitpunkt einem Mitglied der Famile Ghelen. Die Angabe von Karl August Schimmer, dass das Haus von Graf Colloredo erbaut worden sein soll, lässt sich nicht nachvollziehen.

Am 5. Juni 1810 wurde das Gebäude von Valentin Graf Eszterházy erworben, der auch die Ghelensche Buchdruckerei von den Erben Ghelens kaufte. Zwischen 1823 und 1826 wohnte hier Marie Smolenitz in einer Wohnung ihrer Eltern, die an der Ballgasse lag. Im gegenüberliegenden Haus Ballgasse 4 wohnte vorübergehend Franz Grillparzer. Zwischen den beiden entspann sich ein rätselhaftes Verhältnis. Am 30. Dezember 1827 heiratete Marie Smolenitz den Maler Moritz Michael Daffinger.


Großloge von Österreich

Der Rauhe Stein

Seit 1986 befindet sich hier die Großloge der Freimaurer von Österreich.

Vorgängerhaus

Das Kloster zur Himmelspforte wurde 1230 von Constantia, der Tochter Belas III., König von Ungarn, gegründet. 1320 wurde die Stiftung durch Agnes, Königin von Ungarn, erneuert, sie ließ auch die Klosterkirche neu erbauen. 1782 wurde das Kloster durch Joseph II. aufgehoben, an seiner Stelle wurden Privathäuser erbaut.

Lokale

Das Gigerl

Im ältesten Häuserteil befindet sich heute der Eingang zum Stadtheurigen „Gigerl“. Das Gigerl war eine Figur, die im vorigen Jahrhundert als ausgehfreudig und mode-bewusst beschrieben wurde. [1]


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Quellen

  1. http://www.gigerl.at/geschichte.html