Stephansdom: Katharinen-Altar
| Stephansdom: Katharinen-Altar | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
Der Katharinenaltar vor der Kanzel
|
Der Katharinenaltar steht am dritten linken Mittelschiffpfeiler, unmittelbar vor der Kanzel. Er wird auch Cäcilienaltar genannt und gehört zu den barocken Pfeileraltären des Langhauses. Gestiftet wurde der Altar 1701 von Nikolaus Beckers, Baron von Walhorn, kaiserlichem Rat und Leibarzt Leopolds I. Das Hauptbild zeigt die heilige Katharina, begleitet von den heiligen Lucia und Cäcilia.
| ||||||||||||
Zur Vertiefung: Stephansdom: Die Kanzel, Stephansdom: Januarius-Altar, Stephansdom: Die Altäre
Geschichte
Der Katharinenaltar wurde 1701 von Nikolaus Beckers, Baron von Walhorn, gestiftet. Beckers war kaiserlicher Rat und Leibarzt Leopolds I. und gehörte damit zu jenen Hofpersönlichkeiten, die auch im Stephansdom sichtbar Spuren hinterließen. Er finanzierte im Dom nicht nur diesen Altar, sondern auch den Franz-Xaver-Altar.[1]
Der Altar gehört zu den barocken Pfeileraltären des Langhauses. Seine Lage vor der Kanzel verleiht ihm im Innenraum eine besondere Präsenz: Er steht an einer Stelle, an der sich Predigt, Andacht und die Wege durch das Mittelschiff kreuzen.[2]
Im Rundgang durch das Langhaus bildet der Katharinenaltar ein Gegenstück zum gegenüberliegenden Januarius-Altar. Beide Altäre gehören in jene barocke Phase, in der der Dom im Inneren eine Reihe repräsentativer Seitenaltäre erhielt.[3]
Bildprogramm
Das Hauptbild des Altars stammt von einem unbekannten Meister und zeigt die heilige Katharina. Sie wird von den heiligen Lucia und Cäcilia begleitet. Damit verbindet der Altar mehrere weibliche Heiligenfiguren, die jeweils für eigene Tugenden und Schutzbereiche stehen: Katharina als gelehrte Märtyrerin, Lucia als Lichtheilige und Cäcilia als Patronin der Kirchenmusik.[4][5]
Über dem Hauptbild befindet sich ein weiteres Gemälde: Maria beugt sich, das Kind auf den Knien, zur heiligen Katharina hinab und reicht ihr den Vermählungsring. Dieses Motiv der mystischen Vermählung der heiligen Katharina gehört zu den bekanntesten Bildthemen der Katharinenverehrung und unterstreicht die innige Bindung der Heiligen an Christus.
Bekrönt wird der barocke Aufbau durch die Figur der heiligen Dorothea. Sie erweitert das Bildprogramm um eine weitere weibliche Märtyrerin und fügt sich in die Reihe der Heiligenbilder ein, die den Altar nicht nur dekorieren, sondern inhaltlich verdichten.
Der Stifter
Nikolaus Beckers, Freiherr von Walhorn, war eine bemerkenswerte Figur. Ursprünglich hatte er ein Soldatenleben geführt, bevor er sich der Medizin zuwandte. 1659 wurde er im Stephansdom zum Doktor der Wiener Universität promoviert; später stieg er zum Hofarzt und schließlich zum kaiserlichen Leibarzt auf.
Durch seine Stiftung ist er im Dom bis heute präsent. Gerade solche Altäre zeigen, wie eng höfische Karriere, persönliche Frömmigkeit und repräsentatives Stiftergedenken in der Barockzeit miteinander verbunden waren. Der Katharinenaltar ist deshalb nicht nur ein Andachtsort, sondern auch ein Denkmal sozialer Stellung und kaiserlicher Nähe.[6]
Heutige Wirkung
Heute fällt der Katharinenaltar vor allem durch seine ruhige, geschlossene barocke Form und sein weiblich geprägtes Bildprogramm auf. Zwischen Kanzel und den anderen Langhausaltären wirkt er wie ein stillerer Gegenpol zu den dramatischeren Predigt- und Passionsmotiven des Doms.
Gerade seine Lage vor der Kanzel macht ihn zu einem schönen Beobachtungspunkt im Rundgang: Hier treffen barocke Altarkunst, Heiligenverehrung und der große Predigtraum des Stephansdoms unmittelbar aufeinander.
→ weiter zu Stephansdom: Alter Frauenaltar
← zurück zu Stephansdom: Die Kanzel
Quellen
- ↑ https://www.stephansdom.at/dom_im_detail_katharinenaltar.htm
- ↑ https://www.stephansdom.at/dom_im_detail_katharinenaltar.htm
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Alt%C3%A4re_im_Stephansdom
- ↑ https://www.stephansdom.at/dom_im_detail_katharinenaltar.htm
- ↑ Rudolf Bachleitner: Der Wiener Dom, Wiener Dom-Verlag, Wien 1966, S. 40.
- ↑ https://www.stephansdom.at/dom_im_detail_katharinenaltar.htm
