Elisabethstraße 7

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Das Gebäude

Ein Bild.

Bezirk

1., Innere Stadt

Aliasadressen
=Elisabethstraße 7
=Operngasse 14
Konskriptionsnummer
vor 1862: keine, Glacis
vor 1821: keine, Glacis
vor 1795: keine, Glacis
Baujahr
1871
Architekten (Bau)
Johann Romano und August Schwendenwein, Lothar Abel
Inhaltslizenz: CC-BY-SA 4.0


Das Haus, Wohnhaus Adalbert Zinner - Architektur und Geschichte

Das Wohnhaus für den Bankier Adalbert Zinner (1824–1889), Ecke Operngasse und Elisabethstraße, wurde vom bewährten Architektenteam Romano/Schwendenwein erbaut. Besonders auffällig sind die Arkadenfenster.

Der Keller des Hauses und der 2. Weltkrieg

Der Sitz der ÖBB war im Zweiten Weltkrieg einer der meistfrequentierten Schutzkeller, er geht über mehrere Etagen und bildet ein weitläufiges Labyrinth. Noch heute sind die Leuchtschriften, Schleusentüren und Wegweiser erhalten, auch die Notausstiege und Mauerdurchbrüche für eine erforderliche Flucht gibt es noch.

Während dem Krieg war hier die Luftwaffen-Kommandobehörde (Luftflottenkommando 4 und das Luftgaukommando 17) zentriert. Sie waren für Ost- und Südösterreich, die Tschechoslowakei, Schlesien und Jugoslawien zuständig. Das Haus wurde der Besitzerin Alice Kafka 1940 entzogen, das Rückholverfahren 1954 scheiterte: Die Finanz-Prokura wertete die Übernahme nicht als „Mittel der politischen Repression“.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Juristen Julius Anton Glaser

Icon Wohnhaus Person.png

In dem Haus wohnte der Jurist Julius Anton Glaser (19.3.1831-26.12.1885), Glaser, nachdem die Glasergasse im 9. Bezirk benannt ist, war Experte auf dem Gebiet des Strafrechtes. Er war nicht nur ein hochangesehener Universitätsprofessor, sondern revolutionierte auch die österreichische Strafgesetzgebung, in dem er die Strafprozessordnung aufsetzte. Gemeinsam mit Joseph Unger gab er die „Sammlung von zivilrechtlichen Entscheidungen des k. k. Obersten Gerichtshofes" heraus.

Ausgrabungen

Bei den bauarchäologischen Voruntersuchungen im Gebäudekomplex Elisabethstraße 7, 9 / Opernring 16 wurden in insgesamt 32 Kellerschürfen die Fundamentunterkanten geprüft. In drei Schürfen – zwei in der Elisabethstraße 7, einer im Opernring 16 – kamen bereits in geringer Tiefe menschliche Knochen zutage.

Die anschließende Befundung zeigte sowohl Einzelbestattungen als auch dicht belegte Sammelgräber, in denen die Toten eng beieinander, teils nur durch dünne Erdschichten getrennt, lagen; durch die Auflösung von Weichteilen waren einzelne Skelette zudem ineinander abgesackt. Dieses Bild entspricht den für eine Seuchenlage typischen großdimensionierten Grabgruben der Pest von 1349 und lässt sich – in Kontinuität zu früheren Kellerausgrabungen in der Elisabethstraße 1, 3 und 5 – eindeutig dem mittelalterlichen Koloman-Friedhof des Bürgerspitals zuordnen.[1]

Die neuen Befunde bestätigten das Vorhandensein des Friedhofs in diesem Abschnitt und erlauben eine präzisere Westabgrenzung: Demnach dürfte sich die westliche Grenze in etwa entlang einer gedachten Linie rund 20 Meter westlich der Operngasse ziehen.[2] Ergänzend wurde der Fund eines »Pestfriedhofs« in der Elisabethstraße bereits 2010 medial berichtet.[3]

Ausgrabungscode Zeitliche Einordnung Beschreibung der Fundstücke
201523 Mittelalter/Neuzeit Der Gebäudekomplex Elisabethstraße 7-9 sowie Opernring 16 liegt im Bereich des aus früheren Dokumentationen in der unmittelbaren Umgebung nachgewiesenen mittelalterlichen Koloman-Friedhofes, der Begräbnisstätte des Bürgerspitals. Dementsprechend stieß man im Zuge von Vorbereitungsarbeiten (Probeschürfe) für Umbauten in diesem Bereich auf menschliche Knochen. In den Schächten fanden sich einerseits wohl seuchenbedingte Massenbestattungen, andererseits aber auch Einzelbestattungen, die der letzten Belegungsphase in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zuzuordnen sind.
194002 Mittelalter/Neuzeit Im Jahr 1940 wurden im Keller mittelalterliche/neuzeitliche Skelette gefunden. Sie sind wahrscheinlich dem Kolomansfriedhof zuzuordnen.


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Quellen