Hardtgasse
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Namensgebung und Geschichte
Die Hardtgasse liegt im südlichen Teil von Döbling im historischen Vorort Oberdöbling. Die heutige Bezeichnung wurde am 18. Juli 1894 eingeführt und erinnert an den bereits 1292 belegten Flurnamen Hardt, der eine bewaldete Hanglage bezeichnet und auf die frühere Topographie der Gegend verweist. Zuvor war die Gasse als "Neugasse" (Neue Gasse) bekannt, was auf die Entstehung eines neuen Siedlungsbereichs am Rand des alten Ortskerns hinweist. Der Straßenverlauf ist bereits seit 1779 nachgewiesen.[1]
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich hier gemeinsam mit Gymnasiumstraße und Pyrkergasse der Stadtteil Neu-Döbling, der von bürgerlichen und großbürgerlichen Wohnhäusern geprägt war. Die Nähe zur Döblinger Hauptstraße und die gute Erreichbarkeit machten die Gegend zu einer begehrten Wohnlage, in der historistische und secessionistische Zinshäuser ebenso entstanden wie einzelne Villen und spätere Gemeindebauten.[2]
Eine besondere Rolle spielte im 19. Jahrhundert das Oberdöblinger Brauhaus, das sich im Bereich Hardtgasse 16-30 befand und von 1824 bis 1907 bestand. Der Braubetrieb trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Orts bei, ehe die Anlagen aufgegeben und das Areal nach und nach mit Wohnhäusern überbaut wurde.[3]
Verschwundene Häuser
Auf dem Areal Hardtgasse 16-30 befand sich das Oberdöblinger Brauhaus, das im frühen 19. Jahrhundert gegründet wurde und bis 1907 in Betrieb war. Das Brauhaus gehörte zu den markanten gewerblichen Anlagen des Bezirks und trug zur Versorgung des wachsenden Vororts mit Bier bei. Nach der Einstellung des Betriebs wurden die Brauereigebäude in mehreren Etappen abgetragen, das Gelände parzelliert und mit Wohnhäusern und Hofanlagen verbaut. Heute erinnert an diese Nutzung vor allem die Erwähnung in Brauereiverzeichnissen und in Darstellungen zur Döblinger Lokalgeschichte.
Häuser der Gasse
- Hardtgasse 1-3 – Eckhaus zur Billrothstraße, Standort des ehemaligen Roxykino
- Hardtgasse 2-4
- Hardtgasse 6
- Hardtgasse 7
- Hardtgasse 8
- Hardtgasse 9
- Hardtgasse 10
- Hardtgasse 11
- Hardtgasse 12
- Hardtgasse 13
- Hardtgasse 14
- Hardtgasse 15
- Hardtgasse 16-30
- Hardtgasse 17
- Hardtgasse 19
- Hardtgasse 21
- Hardtgasse 23
- Hardtgasse 25 - Wohnhaus Goldmann mit Einrichtung nach Entwürfen von Adolf Loos
- Hardtgasse 27-29 - Miethaus Blaashof, Werk des Architekten Ernst Epstein, Wohnhaus und Atelier von Oskar Kokoschka (1913–1916)
- Hardtgasse 31
- Hardtgasse 32
- Hardtgasse 33
- Hardtgasse 34
- Hardtgasse 35
- Hardtgasse 36
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- Am bequemsten über U4/U6 Spittelau; von dort zu Fuß über Döblinger Gürtel und Döblinger Hauptstraße in wenigen Minuten zur Hardtgasse. Alternativ mit der Straßenbahnlinie 38 bis zur Station Hardtgasse oder mit der Autobuslinie 35A, die ebenfalls im Nahbereich hält. Von U6 Nußdorfer Straße ist die Gasse ebenfalls gut zu Fuß oder mit kurzem Umstieg erreichbar.
- Die Hardtgasse ist trotz ihrer relativ kurzen Länge verkehrlich sehr gut angebunden. An der Kreuzung mit der Billrothstraße befindet sich die Straßenbahnhaltestelle Hardtgasse der Linie 38, die den direkten Weg über Nußdorfer Straße und Schottentor in die Innenstadt eröffnet. Die Linie 38 verbindet die Grätzelbewohnerinnen und -bewohner mit Grinzing im Norden und mit dem Stadtzentrum im Süden.[4]
| Hardtgasse – Überblick |
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Quellen
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Hardtgasse
- ↑ Darstellungen zur Entwicklung Oberdöblings und Neu-Döblings mit Schwerpunkt auf dem Gebiet Gymnasiumstraße / Hardtgasse / Pyrkergasse.
- ↑ Auflistung ehemaliger Wiener Brauhäuser mit Eintrag Oberdöblinger Brauhaus, 19., Hardtgasse 16–30 (1824–1907).
- ↑ Fahrplan- und Linieninformationen der Wiener Linien zur Straßenbahnlinie 38 mit Haltestelle Hardtgasse.