Hardtmuthgasse

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Hardtmuthgasse

Hardtmuthgasse

Bezirk
10., Favoriten - Inzersdorf
Benennung
1894
Benannt nach
Joseph Hardtmuth
Länge in Metern
1 573,33
Gehzeit in Minuten
18,96
Vorherige Bezeichnungen
Franz-Josefs-Gasse, Rudolfsgasse


Namensgebung und Geschichte

Die Hardtmuthgasse gehört zu den älteren Verbindungsstraßen im südlichen Teil Favoritens. Am 5. Juli 1894 erhielt sie ihren heutigen Namen, nachdem die Verkehrsfläche zuvor als "Franz-Josefs-Gasse" und "Rudolfsgasse" geführt worden war. Die Umbenennung fällt in eine Phase, in der zahlreiche Straßen im damals stark wachsenden 10. Bezirk thematisch nach Persönlichkeiten aus Technik und Industrie neu benannt wurden. [1]

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Namensgeber ist Joseph Hardtmuth (* 13. Februar 1758, Asparn an der Zaya; † 23. Mai 1816 Wien 1, Herrengasse 12), Architekt, Erfinder und Industrieller. Er entwickelte das sogenannte "Wiener Steingut", ein besonders widerstandsfähiges Steingutgeschirr, und erfand ein Verfahren, aus einer Mischung von Graphit und Ton Bleistiftminen mit unterschiedlichen Härtegraden herzustellen. Ende des 18. Jahrhunderts gründete er in Wien eine Steingut- und Bleistiftfabrik, aus der das Unternehmen Koh-i-Noor Hardtmuth hervorging, das den Weltmarkt für Zeichen- und Schreibwaren lange mitprägte.

Die Gasse lag zur Zeit ihrer Benennung am Rand der dicht bebauten Favoritner Kernzone. Mit der Anlage großer Gemeindebauten des „Roten Wien“ in den 1920er-Jahren – allen voran des Pernerstorferhofs zwischen Troststraße, Hardtmuthgasse, Herzgasse und Neilreichgasse – wurde sie Teil eines durchgrünten, aber stark verdichteten Wohngebietes. Spätere Neubauten und die schrittweise Nachverdichtung rund um Raxstraße, Troststraße und Laxenburger Straße haben den Charakter einer innerstädtischen Wohn- und Geschäftsgegend weiter verstärkt.

Die Häuser der Gasse

Ein wichtiger Bezugspunkt im Grätzl ist der Pernerstorferhof, benannt nach dem Sozialdemokraten Engelbert Pernerstorfer. Die große Wohnhausanlage nimmt einen ganzen Straßenblock ein und öffnet sich mit ihren Hof- und Durchgangssituationen auch zur Hardtmuthgasse hin. Sie ist ein typisches Beispiel des Wohnbaus der Zwischenkriegszeit und prägt bis heute das Bild des Triesterviertels.

An der Rückseite der Wohnhausanlage Troststraße 82, die sich bis zur Hardtmuthgasse erstreckt, befindet sich an der Straßenseite eine abstrakte Plastik von Helene Hädelmayer aus den 1960er-Jahren. Das Werk gehört zur Kunst im öffentlichen Raum Favoritens und bildet einen der wenigen konkreten Kunstbezüge unmittelbar an der Hardtmuthgasse.

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Von der Innenstadt aus am einfachsten mit der Linie U1 bis Troststraße oder Reumannplatz und weiter mit den Straßenbahnlinien O oder 11 sowie den Buslinien 14A, 65A oder 7A zu den Haltestellen im Bereich Troststraße/Knöllgasse beziehungsweise Laxenburger Straße/Troststraße. Von dort führen kurze Fußwege in die Hardtmuthgasse. Wer aus dem Süden bzw. von der A23 kommt, nutzt meist die Triester Straße oder Laxenburger Straße und zweigt in das Wohngebiet ab.
Hardtmuthgasse – Überblick
Bezirk / Lage
10., Favoriten; dicht bebautes Wohn- und Geschäftsgebiet im Triesterviertel / Inzersdorf-Stadt zwischen Laxenburger Straße und Siccardsburggasse, nahe Raxstraße und Troststraße.
Umgebung
Klassisches Favoritner Grätzl mit Gemeindebauten des „Roten Wien“, sanierten Altbauten, kleineren Parks und Spielplätzen. Nahversorgung, Gastronomie und Dienstleistungen konzentrieren sich vor allem entlang von Troststraße, Neilreichgasse, Herzgasse sowie an Laxenburger Straße und Triester Straße.
Charakter der Gasse
Über weite Strecken eine ruhige Wohnstraße mit überwiegend Ziel- und Anrainerverkehr, dazwischen Abschnitte mit Geschäftszeilen, Lokalen und Dienstleistungsbetrieben. Innenhöfe, kleine Grünräume und der nahe Fortuna-Park lockern die dichte Verbauung auf.
Hinweise
Keine klassische „Sehenswürdigkeiten“-Gasse, aber ein sehr typischer Ausschnitt aus dem südlichen Favoriten mit eindrucksvollen Gemeindebauten (Pernerstorferhof) und anschaulichen Beispielen für die Entwicklung vom Arbeiterbezirk zum gemischt genutzten Stadtteil mit neuen Wohnprojekten. Für Stadterkundungen bietet sich die Kombination mit einem Rundgang entlang von Troststraße, Raxstraße und den angrenzenden Höfen an.


Quellen