Die Prophezeiung des Ewigen Juden
Wien Stadtlegende Volksglaube Prophezeiung Fluch Mittelalter
Historischer Hintergrund
Die Figur des Ewigen Juden, auch Ahasver genannt, gehört zu den bekanntesten Gestalten der europäischen Legendenwelt. Seit dem Mittelalter erzählte man sich von einem Mann, der Christus auf dem Weg zur Kreuzigung verspottet habe und dafür dazu verdammt worden sei, rastlos durch die Welt zu wandern, bis zum Jüngsten Tag. In vielen Ländern wurde diese Überlieferung mit örtlichen Sagen verbunden.
Die Wiener Variante ist besonders knapp, aber inhaltlich sehr stark. Sie macht den Ewigen Juden zu einem Zeugen der langen Zeit und verbindet ihn mit der Geschichte der Stadt selbst. Dabei geht es weniger um ein konkretes historisches Ereignis als um eine grundsätzliche Aussage: Städte sind nicht ewig. Was aus Wald entsteht, kann eines Tages wieder zur Natur zurückkehren.
Solche Vorstellungen von der Vergänglichkeit großer Städte sind in älteren Überlieferungen häufig. Sie erinnern daran, dass selbst mächtige Mauern und prächtige Bauten dem Wandel der Zeit unterworfen sind. Die Sage vom Ewigen Juden über Wien verbindet diese Idee mit einer düsteren Prophezeiung und macht aus der Stadtgeschichte ein Bild für Werden und Vergehen.
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