Die Michaelergruft
Die Michaelergruft
Die Michaelergruft ist keine „Schaugruft“ im musealen Sinn, sondern eine erhaltene Begräbnisanlage, in der die Särge dicht nebeneinander stehen. Gerade diese Enge macht den Eindruck so stark: Man sieht nicht nur einzelne Prunkstücke, sondern eine ganze Schicht Bestattungskultur, die sich über Generationen aufgebaut hat.[1]
Bis 1783 wurden hier Menschen aus sehr unterschiedlichen Milieus beigesetzt. In den Quellen wird von einer großen Zahl an Bestattungen gesprochen, während heute nur ein Teil der Särge erhalten ist – was auch erklärt, warum die „sichtbare Menge“ nicht die tatsächliche Zahl der hier einst Bestatteten widerspiegelt.[2][3]
Särge als „Bilder“ und Mumien
Viele Särge sind bemalt und tragen Symbole, die den barocken Umgang mit Tod und Hoffnung verdichten: Kreuz, Totenkopf, Blumenornamente oder Inschriften. In Summe erzählen sie weniger Einzelbiografien als eine gemeinsame Sprache der Vergänglichkeit – und zeigen zugleich, wie stark Status und Repräsentation auch im Tod präsent waren.[4]
Ein Grund, warum die Michaelergruft so bekannt ist, sind einzelne natürlich erhaltene Leichname. Führungsbeschreibungen und städtische Beiträge betonen diese außergewöhnliche Erhaltung und machen klar, dass es sich um reale, jahrhundertealte Zeugnisse handelt – nicht um „Inszenierung“.[5]
Ordnung, Schäden und Rettung
Als die Salvatorianer 1923 die Verwaltung der Michaelerkirche übernahmen, war die Gruft in einem unübersichtlichen Zustand; erst durch jahrelange Arbeit wurde sie geordnet. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es zudem durch beschädigte Leitungen am Michaelerplatz zu Wassereintritt, der Teile der Anlage beeinträchtigte.[6]
In den letzten Jahrzehnten standen vor allem Konservierung und Rettung der bemalten Holzsärge im Mittelpunkt. Die Stadt Wien hebt den kulturhistorischen Wert der Anlage und die Sicherung der Särge als „kunsthistorische Schätze“ hervor.[7]
Führungen und Besuch
Der Zugang erfolgt im Rahmen von Führungen. Die Michaelerkirche veröffentlicht fixe Zeiten für öffentliche Führungen und nennt Dauer sowie Eintritt; für Privatführungen wird eine Kontaktmöglichkeit angeboten.[8] Als Orientierung gilt: Treffpunkt vor dem Haupteingang, einige Minuten vor Beginn.[9]
Überblick
Video zur Gruft
Die Gruft der Michaelerkirche kann mittels YouTube virtuell begangen werden:
Öffnet YouTube in neuem Tab • Direktlink
→ weiter zu Michaelerkirche
← zurück zu Michaelerkirche | Michaelerplatz
Quellen
- ↑ https://presse.wien.gv.at/2015/04/21/michaelergruft-kunsthistorische-schaetze-gerettet
- ↑ https://www.fof-ohlsdorf.de/144s04_michaelergruft
- ↑ https://www.michaelerkirche.at/geschichte/gruft/neuerstandene-gruft/
- ↑ https://presse.wien.gv.at/2015/04/21/michaelergruft-kunsthistorische-schaetze-gerettet
- ↑ https://www.wien.gv.at/video/501/stadtUNbekannt-Michaelergruft
- ↑ https://www.michaelerkirche.at/geschichte/gruft/
- ↑ https://presse.wien.gv.at/2015/04/21/michaelergruft-kunsthistorische-schaetze-gerettet
- ↑ https://www.michaelerkirche.at/fuehrungen/gruftfuehrungen/
- ↑ https://www.wien.info/de/sehen-erleben/sehenswuerdigkeiten-a-z/michaelerkirche-351932
- ↑ https://www.wien.info/de/sehen-erleben/sehenswuerdigkeiten-a-z/michaelerkirche-351932
- ↑ https://www.michaelerkirche.at/geschichte/gruft/neuerstandene-gruft/
- ↑ https://presse.wien.gv.at/2015/04/21/michaelergruft-kunsthistorische-schaetze-gerettet
- ↑ https://www.michaelerkirche.at/fuehrungen/gruftfuehrungen/
- ↑ https://www.wien.info/de/sehen-erleben/sehenswuerdigkeiten-a-z/michaelerkirche-351932
- ↑ https://www.michaelerkirche.at/fuehrungen/gruftfuehrungen/