Buchengasse
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10., Favoriten
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Namensgebung und Geschichte
Die Buchengasse wurde 1872 als lange Ost–West-Verbindung am Nordhang des Laaer Berges angelegt und nach der Baumart Buche (Fagus sylvatica) benannt, da man hier einst Buchenwälder und Jagd- beziehungsweise Weidegründe vermutete.[1] Zum Zeitpunkt der Benennung gehörte der östliche Abschnitt der Gasse (östlich der Laxenburger Straße) noch zum 4., der westliche zum 5. Wiener Gemeindebezirk. Seit der Bezirksbildung 1874 liegt die gesamte Buchengasse im 10. Bezirk, Favoriten.[2]
Der Straßenraum wurde 1875 und 1912 verlängert und wuchs damit schrittweise in die Breite des nördlichen Favoriten hinein.[3] Peter Autengruber weist im Lexikon der Wiener Straßennamen darauf hin, dass die Buche am Laaer Berg botanisch kaum heimisch ist und die Namensgebung daher eher als poetische Bezugnahme auf die damalige Wald- und Jagdlandschaft rund um den Laaer Berg zu verstehen ist.[4]
Im Umfeld der Gasse entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche Wohnbauten für die rasch wachsende Arbeiterbevölkerung Favoritens; später kamen markante kirchliche Bauten und größere Gewerbe- beziehungsweise Wohnhausanlagen hinzu.[5]
Lage
Die Buchengasse ist mit rund 2,5 Kilometern eine der längsten durchgehenden Straßenzüge Favoritens und umfasst 178 Hausnummern. Sie beginnt im Osten an der Absberggasse und verläuft, einen Häuserblock südlich der Quellenstraße, nahezu geradlinig nach Westen bis zur Triester Straße.
Unterbrochen wird die Gasse vom dreieckigen Reumannplatz, dem zentralen Verkehrsknoten Favoritens: Östlich des Platzes weist die Buchengasse sieben, westlich davon etwa zwanzig Häuserblöcke auf.
Der Straßenquerschnitt ist klassisch urban: beidseitige Baublöcke mit Gehsteigen, Parkstreifen und Fahrbahn; die Gasse ist durchgehend als Einbahn geführt, wobei die Fahrtrichtung blockweise wechselt, um Durchzugsverkehr zu vermeiden.[6]
Die Bebauung besteht fast ausschließlich aus Wohnhäusern. Im östlichen Abschnitt dominieren Gründerzeitbauten aus dem späten 19. Jahrhundert, in der Mitte und im westlichen Teil Wohnungen aus der Zwischenkriegszeit, Nachkriegszeit und jüngeren Verdichtungsphasen. Nur beim Laubeplatz berührt die Straße eine kleine Grünanlage; sonst ist die Buchengasse typisch favoritenrisch dicht verbaut, mit wenigen Erdgeschoßlokalen, Nahversorgern und Lokalen, besonders rund um den Reumannplatz und gegen die Triester Straße hin. [7]
Die Häuser der Gasse
- Buchengasse 4
- Buchengasse 6
- Buchengasse 7-9 - Die Kleinwohnungsanlage Buchengasse 7–9 wurde 1912 nach Plänen von Otto Richter und Leopold Ramsauer errichtet und verzichtet bereits auf das klassische Gangküchensystem, indem die Wohnungen direkt über das Stiegenhaus erschlossen werden. Sie gilt als Vorläufer des kommunalen Wohnbaus der Zwischenkriegszeit und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Arbeitercottage an der Kiesewettergasse eine Schutzzone.
- Buchengasse 8
- Buchengasse 9
- Buchengasse 10-14
- Buchengasse 11-15
- Buchengasse 16
- Buchengasse 17-19
- Buchengasse 18
- Buchengasse 20
- Buchengasse 21
- Buchengasse 22
- Buchengasse 23
- Buchengasse 24
- Buchengasse 25-37
- Buchengasse 28
- Buchengasse 30 - Am Haus Buchengasse 30 erinnert ein Steinrelief mit Jagdszene an die einstigen Jagd- und Weidegebiete am Laaer Berg, die der Gasse ihren Namen gaben.[8]
- Buchengasse 34
- Buchengasse 36
- Buchengasse 38
- Buchengasse 39
- Buchengasse 40
- Buchengasse 41
- Buchengasse 42 - An Nummer 42 befindet sich ein Relief zur Geburt Christi (1967, G. Zauner).
- Buchengasse 43
- Buchengasse 44
- Buchengasse 45
- Buchengasse 46
- Buchengasse 47
- Buchengasse 48
- Buchengasse 49
- Buchengasse 50
- Buchengasse 51
- Buchengasse 52
- Buchengasse 53
- Buchengasse 54
- Buchengasse 55
- Buchengasse 56
- Buchengasse 57
- Buchengasse 58
- Buchengasse 59
- Buchengasse 60
- Buchengasse 61 - großformatiges Blumenmosaik von L. C. Pfeffer
- Buchengasse 62
- Buchengasse 63
- Buchengasse 64
- Buchengasse 65 - Schmiedfigur von Adolf Wagner von der Mühl
- Buchengasse 66 - Gedenktafel von Mario Petrucci, die an die hier gelegene Endstation der Pferdebahn (1873–1899) erinnert.
- Buchengasse 66A
- Buchengasse 67
- Buchengasse 67A
- Buchengasse 67B
- Buchengasse 67C
- Buchengasse 68
- Buchengasse 69
- Buchengasse 70
- Buchengasse 71
- Buchengasse 72
- Buchengasse 73
- Buchengasse 74
- Buchengasse 75
- Buchengasse 75A
- Buchengasse 76
- Buchengasse 77
- Buchengasse 78
- Buchengasse 79
- Buchengasse 80
- Buchengasse 81
- Buchengasse 82
- Buchengasse 83
- Buchengasse 84
- Buchengasse 85
- Buchengasse 85A
- Buchengasse 85B
- Buchengasse 86
- Buchengasse 87
- Buchengasse 88
- Buchengasse 89
- Buchengasse 90
- Buchengasse 91
- Buchengasse 92
- Buchengasse 92A
- Buchengasse 93
- Buchengasse 94
- Buchengasse 95-97 - Zwischen Siccardsburggasse und Leebgasse liegt die ehemalige Maschinenfabrik M. Luzzatto (Buchengasse 95-97), ein Sichtziegelbau mit dreischiffiger Werkshalle, der unter Denkmalschutz steht. In der Nähe des Reumannplatzes bilden Postamt, Gründerzeithäuser und spätere Wohnanlagen ein dichtes Ensemble, das im Straßenbild bis heute prägend ist.[9]
- Buchengasse 96
- Buchengasse 98
- Buchengasse 99
- Buchengasse 100
- Buchengasse 101
- Buchengasse 102
- Buchengasse 103
- Buchengasse 104-106
- Buchengasse 105
- Buchengasse 107
- Buchengasse 108 - Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes, ein schlichter Sakralbau aus den 1930er Jahren, der 1942 zur Pfarrkirche erhoben und 2025 als Gottesdienststandort aufgegeben wurde,[10]
- Buchengasse 109
- Buchengasse 111-113
- Buchengasse 115
- Buchengasse 117
- Buchengasse 118
- Buchengasse 119
- Buchengasse 120
- Buchengasse 121
- Buchengasse 122
- Buchengasse 123
- Buchengasse 124
- Buchengasse 125
- Buchengasse 126
- Buchengasse 127
- Buchengasse 128
- Buchengasse 129
- Buchengasse 131
- Buchengasse 132
- Buchengasse 133
- Buchengasse 134
- Buchengasse 136
- Buchengasse 137-139
- Buchengasse 138
- Buchengasse 140
- Buchengasse 141-145
- Buchengasse 142
- Buchengasse 144
- Buchengasse 146
- Buchengasse 147-151
- Buchengasse 155 - Kindertagesheim
- Buchengasse 157 - Kindergarten
- Buchengasse 158 - Pfarrkirche Friedenskirche, ein expressiver Eisenbetonbau der 1930er Jahre mit integrierten Kloster- und Gemeinderäumen.[11]
- Buchengasse 160
- Buchengasse 161
- Buchengasse 162
- Buchengasse 163
- Buchengasse 164
- Buchengasse 166
- Buchengasse 166A
- Buchengasse 167
- Buchengasse 168
- Buchengasse 169
- Buchengasse 170
- Buchengasse 172
- Buchengasse 174
- Buchengasse 178
- Buchengasse 180
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- In der Buchengasse selbst verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel; über den Reumannplatz bestehen jedoch dichte Anschlüsse mit der U-Bahn-Linie U1, den Straßenbahnlinien 6 und 11 sowie mehreren Autobuslinien (unter anderem 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B). Entlang der Favoritenstraße und der Laxenburger Straße gibt es zusätzliche Straßenbahn- und Busverbindungen.[12]
- Besichtigungstipps
- Ein Spaziergang entlang ausgewählter Abschnitte der Buchengasse eignet sich gut, um unterschiedliche Wohn- und Siedlungstypen Favoritens zu vergleichen: von der Kleinwohnungsanlage Buchengasse 7-9 über Kunst-am-Bau-Reliefs und Mosaike (Buchengasse 30, 42, 61, 65, 66, 139) bis zu den Kirchen Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes und Friedenskirche. Über Querungen wie Neilreichgasse, Karmarschgasse oder Gussriegelstraße ergeben sich Abstecher ins Triesterviertel und Richtung Laaer Berg.
| Buchengasse – Überblick |
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Verkehrsanbindung
- U-Bahn-Linie U1, Station Reumannplatz (Zugang über Reumannplatz, wenige Schritte zur Buchengasse).
- Straßenbahnlinien 6 und 11 an der Quellenstraße/Favoritenstraße beim Reumannplatz.
- Autobuslinien 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B mit Haltestellen rund um den Reumannplatz und in den angrenzenden Straßenzügen.[14]
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Quellen
- ↑ de.wikipedia.org: Buchengasse (Wien), Geschichte und Namensgebung, https://de.wikipedia.org/wiki/Buchengasse_(Wien).
- ↑ Herbert Tschulk: Wiener Bezirkskulturführer Favoriten, Jugend & Volk, Wien 1985.
- ↑ Wien Geschichte Wiki: Buchengasse, https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Buchengasse.
- ↑ Peter Autengruber: Lexikon der Wiener Straßennamen, 6. Auflage, Wien 2007, Stichwort Buchengasse.
- ↑ Dehio-Handbuch Wien X.–XIX. und XXI.–XXIII. Bezirk, Verlag Anton Schroll, Wien 1996.
- ↑ de.wikipedia.org: Buchengasse (Wien), technische Daten und Nutzung.
- ↑ Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 2., Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 490
- ↑ Austria-Forum: Buchengasse (Wien), Bilddatei Buchengasse 04.jpg.
- ↑ de.wikipedia.org: Buchengasse (Wien), Nr. 77 und Nr. 95–97.
- ↑ Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes, de.wikipedia.org; Wien Museum Online: Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes, Buchengasse 108, sammlung.wienmuseum.at.
- ↑ de.wikipedia.org: Friedenskirche (Wien-Favoriten).
- ↑ Wiener Linien: Fahrpläne der Linien 6, 11, 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B, Knoten Reumannplatz.
- ↑ Stadt Wien: Presseinformation zur Radlangstrecke Süd und Umbau Reumannplatz/Buchengasse, 2024, https://presse.wien.gv.at/presse/2024/05/10/10-bezirk-lueckenschluss-im-wiener-hauptradverkehrsnetz-auf-der-radlangstrecke-sued .
- ↑ Wiener Linien: Fahrplanunterlagen Reumannplatz, unter anderem Linien 6, 11, 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B.