Buchengasse

Aus City ABC

Buchengasse

Buchengasse

Bezirk

10., Favoriten

Benennung
1872
Benannt nach
mutmaßlich nach Buchenbeständen am Fuß des Laaer Berges
Länge in Metern
2.490 Meter
Gehzeit in Minuten
29,88
Vorherige Bezeichnungen
-


Namensgebung und Geschichte

Die Buchengasse wurde 1872 als lange Ost–West-Verbindung am Nordhang des Laaer Berges angelegt und nach der Baumart Buche (Fagus sylvatica) benannt, da man hier einst Buchenwälder und Jagd- beziehungsweise Weidegründe vermutete.[1] Zum Zeitpunkt der Benennung gehörte der östliche Abschnitt der Gasse (östlich der Laxenburger Straße) noch zum 4., der westliche zum 5. Wiener Gemeindebezirk. Seit der Bezirksbildung 1874 liegt die gesamte Buchengasse im 10. Bezirk, Favoriten.[2]

Der Straßenraum wurde 1875 und 1912 verlängert und wuchs damit schrittweise in die Breite des nördlichen Favoriten hinein.[3] Peter Autengruber weist im Lexikon der Wiener Straßennamen darauf hin, dass die Buche am Laaer Berg botanisch kaum heimisch ist und die Namensgebung daher eher als poetische Bezugnahme auf die damalige Wald- und Jagdlandschaft rund um den Laaer Berg zu verstehen ist.[4]

Im Umfeld der Gasse entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche Wohnbauten für die rasch wachsende Arbeiterbevölkerung Favoritens; später kamen markante kirchliche Bauten und größere Gewerbe- beziehungsweise Wohnhausanlagen hinzu.[5]

Lage

Die Buchengasse ist mit rund 2,5 Kilometern eine der längsten durchgehenden Straßenzüge Favoritens und umfasst 178 Hausnummern. Sie beginnt im Osten an der Absberggasse und verläuft, einen Häuserblock südlich der Quellenstraße, nahezu geradlinig nach Westen bis zur Triester Straße.

Unterbrochen wird die Gasse vom dreieckigen Reumannplatz, dem zentralen Verkehrsknoten Favoritens: Östlich des Platzes weist die Buchengasse sieben, westlich davon etwa zwanzig Häuserblöcke auf.

Der Straßenquerschnitt ist klassisch urban: beidseitige Baublöcke mit Gehsteigen, Parkstreifen und Fahrbahn; die Gasse ist durchgehend als Einbahn geführt, wobei die Fahrtrichtung blockweise wechselt, um Durchzugsverkehr zu vermeiden.[6]

Die Bebauung besteht fast ausschließlich aus Wohnhäusern. Im östlichen Abschnitt dominieren Gründerzeitbauten aus dem späten 19. Jahrhundert, in der Mitte und im westlichen Teil Wohnungen aus der Zwischenkriegszeit, Nachkriegszeit und jüngeren Verdichtungsphasen. Nur beim Laubeplatz berührt die Straße eine kleine Grünanlage; sonst ist die Buchengasse typisch favoritenrisch dicht verbaut, mit wenigen Erdgeschoßlokalen, Nahversorgern und Lokalen, besonders rund um den Reumannplatz und gegen die Triester Straße hin. [7]

Die Häuser der Gasse

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
In der Buchengasse selbst verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel; über den Reumannplatz bestehen jedoch dichte Anschlüsse mit der U-Bahn-Linie U1, den Straßenbahnlinien 6 und 11 sowie mehreren Autobuslinien (unter anderem 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B). Entlang der Favoritenstraße und der Laxenburger Straße gibt es zusätzliche Straßenbahn- und Busverbindungen.[12]
Besichtigungstipps
Ein Spaziergang entlang ausgewählter Abschnitte der Buchengasse eignet sich gut, um unterschiedliche Wohn- und Siedlungstypen Favoritens zu vergleichen: von der Kleinwohnungsanlage Buchengasse 7-9 über Kunst-am-Bau-Reliefs und Mosaike (Buchengasse 30, 42, 61, 65, 66, 139) bis zu den Kirchen Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes und Friedenskirche. Über Querungen wie Neilreichgasse, Karmarschgasse oder Gussriegelstraße ergeben sich Abstecher ins Triesterviertel und Richtung Laaer Berg.
Buchengasse – Überblick
Benennung
1872 nach der Buche; Verlängerungen 1875 und 1912
Anlage
Langer Ost–West-Zug zwischen Absberggasse und Triester Straße am Nordhang des Laaer Berges; seit 1874 vollständig im 10. Bezirk Favoriten
Lage/Charakter
fast durchgehende Wohnstraße parallel zur Quellenstraße, weitgehend als Einbahn mit wechselnder Fahrtrichtung; dichtes Blockrandgefüge, nur beim Laubeplatz mit kleiner Grünanlage
Prägende Bauten
Kleinwohnungsanlage Buchengasse 7-9; Areal des ehemaligen Roten Hofs; ehemalige Maschinenfabrik M. Luzzatto (Buchengasse 95–97); Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes; Friedenskirche
Kultur
typische Favoritner Arbeiterwohn- und Verkehrsachse mit zahlreichen Beispielen für Wohnbau und Kunst am Bau des 20. Jahrhunderts; Nähe zu Reumannplatz, Triesterviertel und Laaer-Berg-Gebiet
Aktuell diskutiert
Umgang mit kirchlichen Standortschließungen, Nachnutzung ehemaliger Gewerbebauten, Erhalt von Kunst-am-Bau sowie Verkehrsberuhigung und Radinfrastruktur im Umfeld der Gasse[13]

Verkehrsanbindung

  • U-Bahn-Linie U1, Station Reumannplatz (Zugang über Reumannplatz, wenige Schritte zur Buchengasse).
  • Straßenbahnlinien 6 und 11 an der Quellenstraße/Favoritenstraße beim Reumannplatz.
  • Autobuslinien 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B mit Haltestellen rund um den Reumannplatz und in den angrenzenden Straßenzügen.[14]


Quellen

  1. de.wikipedia.org: Buchengasse (Wien), Geschichte und Namensgebung, https://de.wikipedia.org/wiki/Buchengasse_(Wien).
  2. Herbert Tschulk: Wiener Bezirkskulturführer Favoriten, Jugend & Volk, Wien 1985.
  3. Wien Geschichte Wiki: Buchengasse, https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Buchengasse.
  4. Peter Autengruber: Lexikon der Wiener Straßennamen, 6. Auflage, Wien 2007, Stichwort Buchengasse.
  5. Dehio-Handbuch Wien X.–XIX. und XXI.–XXIII. Bezirk, Verlag Anton Schroll, Wien 1996.
  6. de.wikipedia.org: Buchengasse (Wien), technische Daten und Nutzung.
  7. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 2., Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 490
  8. Austria-Forum: Buchengasse (Wien), Bilddatei Buchengasse 04.jpg.
  9. de.wikipedia.org: Buchengasse (Wien), Nr. 77 und Nr. 95–97.
  10. Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes, de.wikipedia.org; Wien Museum Online: Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes, Buchengasse 108, sammlung.wienmuseum.at.
  11. de.wikipedia.org: Friedenskirche (Wien-Favoriten).
  12. Wiener Linien: Fahrpläne der Linien 6, 11, 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B, Knoten Reumannplatz.
  13. Stadt Wien: Presseinformation zur Radlangstrecke Süd und Umbau Reumannplatz/Buchengasse, 2024, https://presse.wien.gv.at/presse/2024/05/10/10-bezirk-lueckenschluss-im-wiener-hauptradverkehrsnetz-auf-der-radlangstrecke-sued .
  14. Wiener Linien: Fahrplanunterlagen Reumannplatz, unter anderem Linien 6, 11, 7A, 14A, 65A, 66A, 68A, 68B.