Am Tabor
Am Tabor | |
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Bezirk | 2., Leopoldstadt |
Benennung | 1890 |
Benannt nach | Taboriten (=Hussiten) |
Straßenlänge in Metern | 538,35 |
Gehzeit in Minuten | 6,49 |
Vorherige Bezeichnungen | - |
Namensgebung und Geschichte
Die offizielle Benennung der Verkehrsfläche erfolgte am 4.7.1890, die Wiener bezeichneten den Bereich aber schon längst (seit 1698) so. Namensgeber war der "Tabor", eine Verteidigungsanlage gegen die Hussiten. 2008 und 2013 wurde der Tabor verlängert, er reicht nun bis zum Gelände des Nordbahnhofs (Stadtentwicklungsgebiet).
Der Tabor
Im 15. Jahrhundert ließ Herzog Albrecht V. zur Absicherung der Donaubrücke eine Schanze errichten. Auslöser waren die aufständischen Hussiten, die nach der Hinrichtung ihres Anführers Johann Hus zu den Waffen gegriffen hatten. Aus den ursprünglich religiösen Unruhen, die das Ideal einer klassenlosen Gesellschaft zum Ziel hatten, wurden bald rohe Kriege, die sich nördlich der Donau abspielten. Die nun in Wien errichtete Anlage wurde der Hussitenfestung in Böhmen nachempfunden, sie galt als uneinnehmbar.
Namensgeber war der heilige Berg Tabor, an dem die Verklärung Christi stattgefunden hatte, und die Festungsanlagen der Hussiten, weil sie sich - so wie einst Jesus - unter freiem Himmel ein Lager errichteten, um ihr Abendmahl „sub utraque“ einzunehmen. Im Tschechischen und Ungarischen bedeutet "tábor" heute noch Lager (Camp), egal ob Feld-, Zelt-, Ferien- oder Sommerlager. [1], [2], [3]
Linienkapelle hl. Johannes Nepomuk
Direkt an der Grenze zum 20 Bezirk (die linke Kapellenwand ist die Grenze zum zweiten Bezirk), vor Haus 89, steht die kleine Kapelle des hl. Johannes Nepomuk. Sie wurde 1728 im Zuge der Errichtung des Linienwalls erbaut.
In der Kapelle ist seit 1879 eine Statue des Heiligen zu sehen, die von Engeln umgeben ist, sie stand einst im Haus Taborstraße 80. Das Kreuz trägt eine Inschrift mit Chronogramm "1728".
Häuser der Gasse
- Am Tabor 1
- Am Tabor 2
- Am Tabor 3
- Am Tabor 4-6
- Am Tabor 5, Pfarre
- Am Tabor 7
- Am Tabor 8
- Am Tabor 9
- Am Tabor 10
- Am Tabor 11
- Am Tabor 12
- Am Tabor 13
- Am Tabor 14
- Am Tabor 15
- Am Tabor 16
- Am Tabor 17
- Am Tabor 18
- Am Tabor 19
- Am Tabor 20-22
- Am Tabor 21
- Am Tabor 23
- Am Tabor 24
- Am Tabor 25
- Am Tabor 26
- Am Tabor 27
- Am Tabor 28
- Am Tabor 29
- Am Tabor 30
- Am Tabor 31
- Am Tabor 32
- Am Tabor 34
- Am Tabor 36
- Am Tabor 42
- Am Tabor 44
- Am Tabor 46
- Am Tabor 48
Gehe weiter zu den kreuzenden Straßen Taborstraße | Nordwestbahnstraße | Vereinsgasse | Alliiertenstraße | Pazmanitengasse | Hochstettergasse | Rueppgasse | Springergasse | Nordbahnstraße | Franziska-Löw-Park | Lembergstraße | Bruno-Marek-Allee | An den Kohlenrutschen | Ernst-Melchior-Gasse
Quellen
- ↑ Peter Eisler, Manfred Skopec u.a: Stadtchronik Wien, Verlag Christian Brandstätter, 1986, Wien, S. 91
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Tabor_%28Wehranlage%29
- ↑ https://www.wortbedeutung.info/tábor/