Singerstraße 15

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Grund-Information
Gruenangergasse12.jpg

Singerstraße 15

Aliasadressen =Singerstraße 15, =Grünangergasse 12, =Nikolaigasse 4
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 836 | vor 1821: 886 vor 1795: 1358
Baujahr 1785
Architekt unbekannt


Das Haus - Architektur und Geschichte

Das Haus wurde 1785 erbaut, bereits im Jahr 1795 wird die Apotheke in dem Haus urkundlich erwähnt.

Die Apotheke „Zum goldenen Reichsapfel“

Franz Grillparzer-Gedenktafel und Apotheke

Die Apotheke "Zum goldenen Reichsapfel" wurde zur Zeit der Regierung Kaiser Josefs II. um das Jahr 1790 gegründet, sie ist auf dem Boden des ehemaligen Nikolai-Klosters errichtet worden. Der heutige Verkaufsraum befindet sich der Stelle, an der sich früher ein Kirchenraum befand.

Berühmt wurde die Apotheke um 1900 zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie, weil sie schon damals viele pharmazeutische Produkte erzeugte und nahezu alle Kronländer belieferte. Die Apotheke galt als Spezialist für Zahnarzneimittel, der „Würthsche Zahnkitt“ erlangte große Bekanntheit. Ein weiteres sehr bekanntes Erzeugnis der damaligen Zeit waren die "Pserhoferschen Abführpillen", die bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhundert in den Räumen der heutigen Apotheke erzeugt wurden. Apotheker Ignaz Pserhofer war ein sehr innovativer Mann, er hat zahlreiche Rezepturen entwickelt und sie europaweit vermarktet. Auf ihn geht auch die Umgestaltung der Apotheke zurück. Mit den Abführpillen war die Apotheke sogar Hoflieferant.

Die Apotheke hatte seit ihrer Gründung berühmte Kunden. So kauften hier sowohl Salieri als auch Mozart und Grillparzer ein. Auch heute zählen Schauspieler, Schriftsteller und andere Künstler zum Kundenkreis der Apotheke. In der Apotheke "Zum goldenen Reichsapfel", die schon mehr als 200 Jahre im Dienste der Gesundheit tätig ist, werden auch heute noch viele Medikamente und Kosmetika selbst hergestellt. Modernste Maschinen unterstützen dabei heute das alte Fachwissen und die große Tradition der Herstellung von Rezepturen wird innovationsfreudig mit neuesten Mitteln fortgesetzt.[1]

Gedenktafeln

Grillparzer

Die Gedenktafel ist an Haus 12 angebracht, weist aber auf die Wohnadresse Grillparzers im Nebenhaus hin.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Franz Grillparzer-Gedenktafel, Vienna,Singerstraße-Grünangergasse,Innere Stadt.jpg Grillparzer, Franz Franz Grillparzer

wohnte in den Jahren
1800-1812 im Nebenhause
Grünangergasse Nr. 10.
In den Jahren 1844-1849
lebte er in diesem Hause.
Hier entstanden Teile
seiner Dramen "Libussa" und
"Ein Bruderzwist in Habsburg"

Ausgrabungen

Adresse Ausgrabungscode zeitliche Lagerung Beschreibung der Fundstücke
Grünangergasse 12 193023 römisch 1930 wurde bei Kanalbauarbeiten ein Ziegelbruchstück mit Stempel der 14. Legion gefunden
Grünangergasse 12 196009 Mittelalter 1960 fanden verschiedene Umbauarbeiten im Bereich der Sackgasse statt, dabei fand man mittelalterliche Fragmente wie Keramik.



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Quellen

  1. Felix Czeike: Geschichte der Wiener Apotheken, Die Apotheken im heutigen ersten Wiener Gemeindebezirk. Innsbruck: Studienverlag. Band 50, 2010, S. 423-436