Singerstraße 16

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Grund-Information
Singerstraße 16 Gesamt.jpg

Singerstraße 16

Aliasadressen =Singerstraße 16
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 894 | vor 1821: 950 | vor 1795: 926
Baujahr 1715
Architekt Franz Anton Pilgram (ungesichert)


Das Palais Neupauer Breuner - Architektur und Geschichte

Das Portal

1715 kaufte der Stadtkrämer Johann Christian Neupauer das Haus der Grafen Souches. Er ließ es abreißen und das heutige Gebäude errichten. Wer das Gebäude tatsächlich erbaute ist nicht gesichert, es besteht die Vermutung, dass es von Franz Anton Pilgrim entworfen wurde. Dafür spricht, dass öfters einen Mischstil angewendet hatte, er gestaltete seine Bauten im Stil des Lukas von Hildebrandt oder dem des Fischer von Erlach. Im Fall dieses Palais entspricht die Fassade dem Stil Hildebrandts, während das Portal von Fischer von Erlach sein könnte.

Ausstattung des Palais

Das Palais Neupauer, nach einer Zeichnung von Salomon Kleiner

Der Balkon über dem Portal wird von Hermenatlanten getragen, hier sind auch die Figurengruppen noch erhalten. Links ist der Kampf des Herkules mit Antäus, dem Sohn der Gaia, zu sehen, rechts trägt Aeneas seinen alten Vater aus dem brennenden Troja. An der Attika standen in der Bauzeit auch Statuen, die jedoch im 19. Jahrhundert entfernt wurden. Auf dem Kupferstich des Salomon Kleiner von 1725 sind sie noch zu sehen.

Der Innenhof des Palais

Im Hof, der mit offenen Pawlatschengängen ausgestattet ist, befindet sich ein Hausbrunnen. Links beim Treppenaufgang wurde ein Wartezimmer mit Kamin und steinernen Holzscheiten gestaltet. Darüber ist ein Stuckrelief zu sehen, das von Mattäus Donner, dem Bruder Georg Raphaels, geschaffen wurde. Das Stiegenhaus trägt durchwegs zarte Stuckverzierungen.[1]

Weitere Besitzer

1749 kaufte Gräfin Maria Hallweil das Palais, 1785 war es in Besitz von Therese Freiin von Moser, 1795 erlangte es die Familie Coith. Die Familie Grafen Breuner erwarben es erst Mitte des 19. Jahrhunderts.

Heute befindet es sich im Besitz der Familie Metternich.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohn- und Sterbehaus des Historikers Johann Evangelist Schlager

Johann Evangelist Schlager (* 22. Februar 1786 Wien, † 18. Mai 1852, ebenhier) war eigentlich Jurist und Philosoph. ab 1806 war er als Magistratsbediensteter im Konzeptsdienst (politisch-ökonomischer Senat) tätig, In seiner Freizeit beschäftigte er sich jedoch mit der Kulturgeschichte Wiens und schrieb mehrere Abhandlungen. zu den bekannteste n gehören die fünf Bände der "Wiener-Skizzen aus dem Mittelalter", "Alterthümliche Ueberliefungen von Wien aus handschriftlichen Quellen" und eine Abhandlung über Georg Raphael Donner.

Möbelfabrik Friedrich Otto Schmidt

In dem Haus war auch der Sitz der Möbelfabrik Friedrich Otto Schmidt, die sich auf die Kopierung von antiken Möbel spezialisiert hatte. Als Berater der Firma arbeitete - als bester Freund des Mitinhabers Max Schmidt - auch Adolf Loos.



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Quellen

  1. Leopold Mazakarini, Barockpaläste der Innenstadt I, Gesellschaft für Natur und Heimatkunde, 1988, S.9