Grünangergasse

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Grünangergasse

Wien 01 Grünangergasse a.jpg

Benennung 1786 (Erstnennung: 1314)
Benannt nach Gemeinschaftswiese der Wiener Bürger
Straßenlänge 175,55 Meter[1]
Gehzeit 2,12 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Anger, Am grünen Anger


Namensgebung und Geschichte

Die Grünangergasse ist nach einer im 12. Jhd. genannten Gemeinschaftswiese der Wiener Bürger benannt. ("Anger", 1776: Am grünen Anger). Hier liefen Ziegen, Schweine und Hühner umher und selbst nach der babenbergischen Stadterweiterung blieb der grüne Anger lange unverbaut und als Weidefläche genutzt.

Im 12. Jahrhundert war die Angergasse eine Sackgasse, die nur von der Schulerstraße her zugänglich war.

Die Gasse in der Literatur

Ilse Aichinger schrieb über die Grünangergasse folgende Zeilen: "Aber was wurde aus der Grünangergasse? Die Titanic erreichte New York nicht ohne ihre berühmte Katastrophe. Auch in Wien rissen die Katastrophen nicht ab. Aber sie blieben in der Verborgenheit, die den eigentlichen Katastrophen zusteht. Und wenige nahe Ziele blieben. Eines davon war die Grünangergasse, wo das Gasthaus "Zum grünen Anker" noch eine Weile seine Türen offenhielt und sein Besitzer die "U-Boote", die ihm in Verstecken in seiner Nähe bekannt waren, nicht nur mit den besten seiner Weinvorräte versorgte.

Schräg gegenüber gab es statt der Rahmenhandlung, die später wieder auftauchte, einen Milchladen und täglich etwas dünne Milch, die blau schimmerte wie die Donau, wenn sie, selten, vereist war.

Diese blaue Milch wird bis zuletzt eines der unerreichbaren Ziele bleiben, die jeder nötig hat. Und das stille Pflaster der Grünangergasse." [2]

Die Häuser der Straße



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at
  2. Ilse Aichinger: Unglaubwürdige Reisen, S. Fischer Verlag, 2007