Jordangasse 5

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Grund-Information
Schulter Gasse 5.JPG

Jordangasse 5

Aliasadressen =Jordangasse 5, =Schultergasse 5
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 401 | vor 1821: 434 | vor 1795: 267
Baujahr 1782
Architekt unbekannt


Der Sternhof - Architektur und Geschichte

Das Haus stand in der Judenstadt und gehörte da dem "reichen Steußen" - nach der Vertreibung der Juden 1421 beschlagnahmte es die Stadt und verkaufte es am 5.9.1425.[1] 1442 verkaufte es der Besitzer, Bürgermeister Andre Hiltprant, weil es zu baufällig war. 1491 war es kurz im Besitz des Bürgerspitals, wurde jedoch vom ehemaligen Besitzer wieder zurück erworben.

Den Namen verdankt das Haus vermutlich dem Besitzer Georg Stern, dem kaiserlichen Diener. Er war zwischen 1612 und 1620 der Besitzer.

1782 wurde das Haus in seine heutige Gestalt umgebaut, aus dieser Zeit dürfte auch der goldene Stern, das Hauszeichen, stammen. 1816 befand sich in dem Haus die Apotheke "Zum weißen Storch".

1910 kaufte das Haus die Leinen- und Baumwollfabrik "Regenhart & Raymann", die hier auch eine Niederlassung etablierte.

Der zweite Weltkrieg

Am 15.1.1945 und am 8.4.1945 wurde das Haus durch acht Bombenteffer im Bereich des Innenhofs schwer beschädigt. Erstaunlich ist, dass die Fassade die Bombadierung unbeschädigt überstanden hatte. Die Aufräumarbeiten zogen sich durch den Mangel an Arbeitskräften hin, immer wieder fielen Schuttbrocken aus den verwüsteten Innenräumen in den Hof.

Wohn- und Sterbehäuser

Sterbehaus und Gedenktafel des Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach

Zwischen dem ersten und zweiten Stock sind ein Porträtmedaillon und eine Gedenktafel angebracht, die an Fischer von Erlach erinnern. Der Barockarchitekt hatte hier gewohnt und starb 1723 in dem Haus. Auch sein Sohn, der Architekt und Hofkammerrat Joseph Emanuel Johann Fischer von Erlach wohnte hier. [2]

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Fischer GT.jpg Fischer von Erlach, Johann Bernard In dem bis Ende des XVIII. Jahrhunderts

an dieser Stelle gestandenen Hause,
dem alten Sternhof
lebte und starb der große
Baukünstler
Johann Bernard
Fischer von Erlach
Erbauer der Karlskirche
Hofarchitekt der Kaiser Leopold I.,
Josef I. und Karl VI.
geb. in Graz, Juli 1656,
gestorben am 5. April 1723

Dem großen Meister
errichtet von der Architektenvereinigung
Wiener Bauhütte 1908

Der Entwurf für die Gedenktafel wurde 1908 im Rahmen eines Wettbewerbe ausgeschrieben. Den 2. Platz erhielt dabei der Architekt Siegmund Katz, wer tatsächlich den Zuschlag erhielt, ist noch nicht eruiert.

Wohnhaus Johann Nepomuk Nestroy

Nestroy hat einen Teil seiner Kindheit in diesem Haus verbracht. (Sein Geburtshaus befindet sich in der Bräunerstraße 3.)



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Quellen

  1. Schwarz Ignaz, Das Wiener Ghetto: Seine Häuser und seine Bewohner, BOD GmbH
  2. Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Österr. Bundesverlag, 1928, Leipzig. S: 170