Petersplatz

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Petersplatz

Wien 01 Petersplatz a.jpg

Benennung 1786
Benannt nach Peterskirche
Straßenlänge 195,45 Meter [1]
Gehzeit 2,35 Minuten
Vorherige Bezeichnungen Am Peter


Namensgebung und Geschichte

Schon rund um die romanische Peterskirche befand sich früher einer der ältesten Friedhöfe von Wien, der St. Peters-Freithof, der größtenteils im 13. Jahrhundert aufgelöst wurde, als Ortsbezeichnung blieb dieser Name jedoch bis ins 18. Jahrhundert erhalten. 1795 und 1827 taucht auch der Name „Am Peter“ auf, ab 1786 hieß er offiziell Petersplatz.

Sankt Peters-Freithof

Der Friedhof wird urkundlich erstmals 1276 erwähnt, es dürfte ihn aber schon bedeutend früher gegeben haben. Auf dem Plan von Hirschvogel von 1547 ist er noch ein-gezeichnet, obwohl er zu dieser Zeit schon teilweise ausgelassen war. Bestanden dürfte der Markt hier vor allem gegen das heutige Haus Nummer 7 hin noch bis 1783 haben.

An die Peterskirche gelehnt stand schon im 13. Jahrhundert eine Wachstube, die später Peterswache genannt wurde, hier hatte die Rumorwache Dienst. Die Rumorwache war innerhalb des Wiener Burgfriedens dafür zuständig, Raufhandel zu beenden, und die Einhaltung der Sperrstunde in den Wirtshäusern zu überwachen. Diese Wachstube wurde 1701 in das Eisgrübel (Petersplatz 11) verlegt worden.

Nachdem ein Teil des Friedhofs bereits im 13. Jahrhundert verschwunden war, siedelte sich auf dieser Fläche ein Markt an. An der Westseite, in der Gegend der heutigen Milchgasse, wurde Milch verkauft, das Areal hieß daher auch „An dem Milchgraben“ (später Milchgässlein). Daneben schloss sich der Eiermarkt (Airmarcht) an, der 1389 erstmals erwähnt wird. Später kam hier auch der Geflügelmarkt dazu. Zusätzlich verkauften rundherum Marktweiber ihre Waren, wie Met, Honig und Käse.

Wolfgang Schmelzl, der Mitte des 16. Jahrhunderts Schulmeister bei den Schotten war, schrieb 1548 über diesen Ort sogar ein Gedicht und zählte dabei folgende Waren auf: Eier, Hühner, Gänse, Enten, fette Kaune, weiße Rüben, Rettich, Kohl, Petersilie und Salat:

"Kham auff sanct Peters Freyrhthoff dar;
Da steht ein altes Tempelhauss,
Ein Baum wechst zu dem Thurm heraus,
Durch Wuaderstuck gar wunderlich,
An dem gemewer ober sich.
Da findt ainer auch, was (ihm) gefelt,
Dreyssig wägen mit ayer ich zelt (zählte),
Desgleichen jung vnd alte Hüner,
Gänss, änten, gut fayst Kapauner,
Der fand ich bei acht wägen vol,
Was man zur notturft haben soll,
Von rüben Krehn, Kraut, petersil,
Salat das ganz jarm findt man vil,
all Ding ist in eim rechten Khauff!“

In der Zeit der Zweiten Türkenbelagerung konnte man hier auch „gespickte Dachhasen“ kaufen (Katzen!), das konnten sich jedoch nur reiche Bürger leisten.

Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Marktweiber vertrieben, auslösend dafür war die Bruderschaft der heiligsten Dreifaltigkeit. Diese Bruderschaft, die sich um die Korrektur von Bauschäden der Peterskirche kümmerte, entschied, dass die Kirche neu gebaut werden sollte, nämlich nach dem Vorbild der Peterskirche in Rom. Um die Optik vor der Kirche zu verbessern, verlangten sie, dass die Schuhflicker, Sauerkräutler, Kartenmacher und Käsehändler verschwinden sollten.

Ab 1314 war hier auch das Zentrum der Öler. Teilweise waren sie im Bereich des Freisingerhof, anderenteils beim Eisgrübel ansässig. Zuletzt waren auf dem Areal auch die Schneckenhändler tätig, nach denen ein Wirtshaus am Graben benannt wurde („Zur Schnecke“).

Die Stadtölerer und ihre Bedeutung für Wien

Sie verkauften Öl für die Laternen der Stadt. Leopold der I hatte 1688 verfügt, dass jeder Hausbesitzer täglich die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Laternen anzünden müsse. Wenn ein Bürger bei Dunkelheit auf die Straße ging, musste er sein eigenes Licht mittragen. Adelige hielten sich Läufer, die mit Windlichtern oder Fackeln voraus laufen mussten.

Schon 1561 hatte Kaiser Ferdinand der I verfügt, dass niemand ohne Licht aus dem Haus gehen dürfe, nachdem die „Bierglocke“ vom Stephansdom geläutet hatte. Im Volksmund hieß diese Glocke auch „Die Gurgelabschneiderin“, da nach deren Läuten kein Bier und kein Wein mehr ausgeschenkt werden durfte.

... und ein paar interessante Kleinigkeiten

1538 wurde eine Schandsäule zur Abstrafung von Delinquenten hier aufgestellt, die später aber wieder entfernt wurde.

Besonders interessant ist, dass an einer Seitenmauer der Peterskirche ein unterirdisches Gewölbe benutzt wurde, um – durch eine schmale Fensteröffnung – alte, abgetragene Leinwand zu werfen. Aus dem Material wurde Verbandsmaterial für Spitäler gemacht.

Die Häuser des Platzes



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Quellen

  1. Datenquelle: Stadt Wien - data.wien.gv.at