Staudingergasse 6

Aus City ABC

Das Gebäude

Ein Bild.

Bezirk
20., Brigittenau
Aliasadressen
=Staudingergasse 6
Konskriptionsnummer -
vor 1862: -
vor 1847: -
vor 1821: -
vor 1795: -
Baujahr
1886
Architekten (Bau)
k.A.
Inhaltslizenz: CC-BY-SA 4.0


Das Haus. MIttelschule Staudingergasse - Architektur und Geschichte

Das Gebäude wurde 1886 als Volks- und Hauptschule errichtet und anfangs konfessionsübergreifend geführt. In der Zwischenkriegszeit erhielt der Standort zusätzliche Bedeutung, weil hier im Rahmen der Wiener Schulreform über mehrere Jahre ein Schulversuch mit individualpsychologischem Ansatz umgesetzt wurde.[1][2]

ICON Jüdisches Wien.png

Nach dem Ende des Schulversuchs diente das Haus von 1935 bis 1938 als Ausweichstandort des jüdischen Chajes-Realgymnasiums, das zuvor im 2. Bezirk beheimatet war. Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme endete diese Phase gewaltsam: Die Schule wurde geschlossen, viele betroffene Kinder und Erwachsene wurden verfolgt, deportiert und ermordet. An diese Geschichte erinnern heute Gedenktafeln am und im Gebäude.[3][4]

Gedenktafeln

Erste individualpsychologische Versuchsschule

Gedenktafel an der Schule in der Staudingergasse 6

Gedenktafel an der Fassade

In dieser Schule
richteten
anlässlich der Schulreform
Otto Glöckels
in der ersten Republik die Lehrer
Ferdinand Birnbaum
Franz Scharmer
Oskar Spiel
die erste individualpsychologische
Versuchsschule ein

Der österreichische Verein
für Individualpsychologie

Chajes-Realgymnasium (NS-Verfolgung)

Gedenktafel für Lehrerinnen/Lehrer und Schülerinnen/Schüler des Chajes-Realgymnasiums

Zum Gedenken an die Schüler/innen und Lehrer/innen des jüdischen Chajes-Realgymnasiums, das sich von 1935–1938 hier befand.
Viele von ihnen wurden deportiert und ermordet.
Stellvertretend für die Ermordeten, deren Namen wir nicht kennen:
Helene Orenstein (25.1.1893) – am 2.6.1942 nach Maly Trostinec deportiert, am 6.6.1942 ermordet
Rudolf Soel (16.11.1909) – 1943 von Drancy nach Sobibor oder Majdanek deportiert und dort ermordet
Kurt Mezei (13.5.1924) – am 12.4.1945, wenige Stunden vor der Befreiung, von der Waffen-SS in der Förstergasse 7 erschossen

[5]

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Quellen