1. Molostraße
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Namensgebung und Geschichte
Die 1. Molostraße liegt im Hafengebiet von Albern auf dem Gebiet des 11. Bezirks Simmering. In der offiziellen Straßennamenliste scheint sie mit dem Zusatz Albern auf; als Benennungsdatum ist dort kein Jahr vermerkt. Die Bezeichnung verweist auf den "Molo" beziehungsweise die "Hafenmole des Alberner Hafens", auf deren Gelände sich die Straße befindet.[1]
Der Alberner Hafen wurde 1939 bis 1941 als Handelshafen nächst Albern errichtet und entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Donauhäfen Wiens, insbesondere für den Umschlag von Getreide und Baustoffen.[2] Die 1. Molostraße erschließt den schmalen Streifen zwischen Hafenbecken und Donauufer; ein kurzer Spaziergang entlang dieser Straße führt heute vom Hafenzugang zum Friedhof der Namenlosen am Donauufer.[3]
Verlauf und Charakteristik
Die 1. Molostraße zweigt von der Alberner Hafenzufahrtsstraße ab und führt als kurze Stichstraße gerade durch das Hafengelände in Richtung Donau. Sie verläuft entlang der südlichen Kante des Hafenbeckens, unterquert Förder- und Verladeanlagen und endet bei der Hafenmole, von der aus ein Fußweg zum Friedhof der Namenlosen abzweigt.[4]
Mit nur rund 90 Metern amtlicher Straßenlänge ist die 1. Molostraße eine der kürzesten Verkehrsflächen Simmerings, in der Wahrnehmung von Besucherinnen und Besuchern setzt sich der Weg allerdings in Form von Betriebswegen und Uferwegen noch etwas weiter bis zum Spitz des Hafens fort. Die Umgebung wird von Silos, Speichern, Umschlaganlagen und Lagerflächen geprägt; Wohnbebauung gibt es hier nicht, stattdessen dominieren Industrie- und Logistiknutzungen sowie flankierende Auwaldreste Richtung Donau und zum Altarm Blaues Wasser.[5]
Alberner Hafen und Friedhof der Namenlosen
Der Alberner Hafen bildet gemeinsam mit den Hafenanlagen in Freudenau und Lobau das zentrale Hafen- und Logistiksystem der Stadt Wien. In Albern konzentriert sich der Umschlag auf Getreide, Baustoffe und Schwergut; hier liegt der größte Getreideumschlaghafen Ostösterreichs, dessen Silos und Speicher das Bild der 1. Molostraße prägen.[6]
Am Ende der 1. Molostraße beginnt der kurze Zugang zum Friedhof der Namenlosen, einem der eigenwilligsten Erinnerungsorte der Stadt. Er wurde im 19. Jahrhundert für namenlose Opfer der Donau angelegt, deren Leichen im Bereich des Hafens angeschwemmt wurden, und 1900 an den heutigen, hochwassergeschützten Standort verlegt. Heute ist der Friedhof nur mehr als historischer Gedenkort in Betrieb; der Weg dorthin führt für Besucherinnen und Besucher fast zwangsläufig über die 1. Molostraße, die damit neben ihrer logistischen Funktion auch eine stille Gedächtnisachse ist.[7]
Häuser der Straße
- Betriebe - hier liegt der größte Getreide-Umschlaghafen von Ost-Österreich. [8]
- 1. Molostraße 1 – Verwaltungs- und Betriebsadresse des Hafens Albern beziehungsweise von Hafen Wien; hier sind unter anderem die Wiener Hafen GmbH & Co. KG und Logistikunternehmen angesiedelt.[9]
- Betriebe und Umschlaganlagen des Getreide- und Baustoffterminals Albern mit Silos, Speichern, Verlade- und Schwergutanlagen.[10]
- Friedhof der Namenlosen – Gedenkstätte für namenlose Donauopfer, über die 1. Molostraße und einen kurzen Fußweg erreichbar.[11]
Das Hafengelände dient regelmäßig als Veranstaltungsort für das Hafen Open Air, ein freies Musikfestival direkt an der Donau; in Programmankündigungen und Berichten wird die Adresse 1. Molostraße als Lageangabe für Bühne und Festivalareal verwendet.[12]
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- Die 1. Molostraße liegt außerhalb geschlossener Wohngebiete im Hafengebiet Albern. Öffentlich gelangt man mit den Autobuslinien 76A und 76B zur Haltestelle Alberner Hafen, die nahe der Einmündung der Alberner Hafenzufahrtsstraße liegt; von dort führt ein kurzer Fußweg in die 1. Molostraße.[13] Für den Kfz-Verkehr erfolgt die Anfahrt typischerweise über die Simmeringer Lände und die Alberner Hafenzufahrtsstraße; die Straße ist klar als Betriebs- und Werkszufahrt gekennzeichnet.
- Besichtigungstipps
- Für klassische Stadtspaziergänge ist die 1. Molostraße weniger geeignet; sie erschließt ein aktives Hafengebiet mit entsprechendem Lkw- und Werksverkehr. Als Teil eines thematischen Rundgangs lohnt sich jedoch die Kombination von Donauuferweg, Hafengelände, Getreidesilos und dem Friedhof der Namenlosen, etwa im Rahmen der ausgeschilderten Routen zum Blauen Wasser und zum Alberner Hafen.[14] Besucherinnen und Besucher sollten die Beschilderung im Hafengebiet beachten und sich innerhalb der freigegebenen Wege bewegen, da große Teile der Umgebung Betriebs- und Sicherheitszonen sind.
| 1. Molostraße – Überblick |
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→ weiter zu kreuzenden Straßen: Gottfried-Schenker-Straße | Neubachbrücke | Alberner Hafenzufahrtsstraße
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Quellen
- ↑ Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. 1., Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 1
- ↑ Hafen Wien: Hafen Albern – Standortbeschreibung und Funktionsprofil, hafen-wien.com; Hafen Wien, Abschnitt Hafen Albern im Artikel Hafen Wien, de.wikipedia.org/wiki/Hafen_Wien.
- ↑ Wien Museum Magazin: Beitrag zum Alberner Hafen und Friedhof der Namenlosen, Hinweis auf den Weg entlang der 1. Molostraße, magazin.wienmuseum.at/alberner-hafen.
- ↑ Gruengraetzlwege: Wegbeschreibung zum Friedhof der Namenlosen, mit Hinweis auf die 1. Molostraße als lange, gerade Straße durch das Hafengebiet, gruengraetzlwege.at.
- ↑ Wiener Zeitung: Reportage »Schwerwiegend« über den Hafen Albern und das Schwergutzentrum, mit Ortsangabe 1. Molostraße in Simmering, wienerzeitung.at; Wander- und Stadtspaziergangsbeschreibungen (u. a. Wildurb »Einsame Seelen« und Buch »Wien geht«) mit Wegführung durch das Hafengebiet Albern zur 1. Molostraße und zum Friedhof der Namenlosen.
- ↑ Bezirkszeitung Wien: Artikel »Alberner Hafen – Schutz vor Hochwasser kommt« mit Hinweis, dass an der 1. Molostraße der größte Getreide-Umschlaghafen Ostösterreichs liegt, meinbezirk.at; Hafen Wien: Standortbeschreibung Hafen Albern, hafen-wien.com.
- ↑ Wien Museum Magazin: Alberner Hafen und Friedhof der Namenlosen – historische Entwicklung und heutige Funktion, magazin.wienmuseum.at/alberner-hafen; MeinBezirk: Themenseite »friedhof-der-namenlosen«, meinbezirk.at.
- ↑ https://www.meinbezirk.at/simmering/c-lokales/schutz-vor-hochwasser-kommt_a3055815
- ↑ Danubeport / Donauhäfen-Portal: Standortdaten Hafen Albern mit Adresse 1. Molostraße, 1110 Wien, danubeportal.com.
- ↑ MeinBezirk: »Alberner Hafen – Schutz vor Hochwasser kommt« – Beschreibung der Getreide- und Baustofffunktionen; Hafen Wien: Hafen Albern, Funktionsprofil, hafen-wien.com.
- ↑ Wien Museum Magazin: Alberner Hafen – kurzer Spaziergang entlang der 1. Molostraße zum Friedhof der Namenlosen.
- ↑ Wien Holding / Hafen Wien: Presseaussendung zum Hafen Open Air, wienholding.at; Festivalticker: »Hafen Open Air« mit Adresse 1. Molostrasse, 1110 Wien.
- ↑ VOR- und Wiener-Linien-Fahrplaninformationen zu den Linien 76A/76B, Haltestelle Alberner Hafen; Wanderführer »Wien geht« mit Rückwegempfehlung per Bus 76A/76B ab Alberner Hafen, 1. Molostraße.
- ↑ Wildurb: Wegbeschreibung »Einsame Seelen« zum Friedhof der Namenlosen über das Hafengebiet und die 1. Molostraße, wildurb.at; Wanderblog »Wien geht« – Tour Zinnergasse – Alberner Hafen – Friedhof der Namenlosen, 1. Molostraße.
- ↑ Liste der Straßennamen von Wien/Simmering, Abschnitt 1. Molostraße – Benennung nach dem Molo im Alberner Hafen.
- ↑ MeinBezirk: »Alberner Hafen – Schutz vor Hochwasser kommt«, meinbezirk.at; Stadtarchäologie Wien: Fundchronik mit Hinweisen auf archäologische Beobachtungen im Bereich 1. Molostraße/Friedhof der Namenlosen, stadtarchaeologie.at.