Singerstraße 3

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Grund-Information
Wien Zentrum ed 2009 PD a 20091007 021.JPG

Singerstraße 3

Aliasadressen =Singerstraße 3
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 878 | vor 1821: 932 | vor 1795: 864
Baujahr 1958
Architekt unbekannt (Gebrüder Schlarbaum KG)


Das Haus, heute: Hotel Royal - Architektur und Geschichte

Bei dem Haus handelt es sich um einen unspektakulären Neubau von 1958. Heute ist hier ein Hotel untergerbacht, in den Vorgängerhäusern fand jedoch Wiener Kulturgeschichte statt.

Am rechten Ende des Gebäudes sind zwei Gedenktafel angebracht, die obere erinnert an einen Humanisten, die untere an Salieris Singschule.

Das Hotel Royal

Das Hotel Royal ist ein Vier-Sterne-Hotel der Kremslehner-Gruppe. Das italienische Lokal, das Ristorante Settimo Cielo, besitzt eine herrliche Terrasse, von der aus man bis zum Wienerwald sehen kann.

Und wie nahezu jedes Hotel der Innenstadt gibt es auch hier eine Haustorte: die Kaiser Franz Josefs Torte, eine Komposition aus Nuss und Schokolade.

Während dem Zweiten Weltkrieg (1938-1945) diente das Hotel als Offiziersunterkunft der Deutschen Wehrmacht.

Vorgängerhäuser

Priesterhaus

1761 kaufte Erzbischof Migazzi das Haus, um hier eine Priesterschule einzurichten.

Das Haus zum roten Apfel - die ersten "Kuchlzettel"

1881 verbauten die Brüder Kremslehner Haus Singerstraße 1 und dieses Gebäude zu einem Hotel. Schon davor waren hier Gäste willkommen, es waren schon früher Gaststätten hier. Bekannt ist vor allem Josef Meriana (1794), der erstmals "Kuchelzettel", also Speisekarten hier auflegte.

Cafè-Konditorei Lehmann

Ab 1897 war in dem Haus die Cafè-Konditorei von Louis Lehmann. Lehmann war vor allem für seine kandierten Früchte und Kopmotte bekannt, die er in der Hadikgasse 18 produzierte (und dort bis 1972 bestand). Neben dem Demel und dem Gerstner gehörte diese Konditorei zu den vornehmsten der Stadt. Als 1945 das Haus und die Konditorei ausbrannten, eröffnete die Tochter Louise 1946 am Graben 12 ein neues Geschäftslokal. Ihre Süßigkeiten und kalten Büffets waren sehr beliebt, sodass anlässlich der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags, 1955, im Belvedere das Essen bereit stellte.

2008 musste die Traditions-Konditorei schließen. Die Uniqua erhöhte die Miete des Lokals derartig (35.000 Euro pro Monat), sodass der Betrieb nicht mehr aufrecht gehalten werden konnte.[1], [2]

Gedenktafeln und Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Gedenktafel Dassanowsky

Ein weiterer Betreiber des Gasthauses war Leopold Dassanowsky, dessen Vater Ritterkommandant im Entsatzheer von Sobieski war und 1663 die Türken bekämpft hatte.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
CM zum Roten Apfel.jpg Dassanowsky, Leopold An dieser Stelle stand

das privilegierte Gasthaus
ZUM ROTEN APFEL
um dessen Führung sich der Sohn
des 1683 kgl. sobieskischen
Ritterkommandanten
Andrzej Taczanowski
Leopold Dassanowsky
1698 - 1761
besonders verdient machte.
Gestiftet von der Austria-Mundi-Geselschaft

Gedenktafel für Salieris Singschule

Im Vorgängerhaus, das den Namen "Zum roten Apfel" trug, hatte Antonio Salieri am 7.10.1817 eine Singschule eröffnet - eine Vorläuferin der heutigen Konservatorien. Am Haus ist eine Gedenktafel angebracht, die daran erinnert. Die Musikschule übersiedelte 1825 in die Tuchlauben 12.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
GuentherZ GD Haus zum Roten Apfel 0990.jpg Salieri, Antonio An dieser Stelle stand

das Haus
"Zum roten Apfel" in
welchem Antoinio Salieri
am 7. Oktober 1817
die Singschule
der Gesellschaft der
Musikfreunde
eröffnete.

Wohn- und Sterbehaus von Johannes Sambucus

Sambucus, Kupferstich von N. de Larmessin, 1682

Johannes Sambucus (* 25. Juli 1531 oder 30. Juli 1531 oder 1. Juni 1531 in Tyrnau, † 13. Juni 1584 in Wien) war ein ungarischer Arzt, Humanist und Dichter. Nach Studien in Wien, Leipzig, Straßburg und Paris kam Sambucus 1560 nach Wien, das zu dieser Zeit als Zentrum der Wissenschaft und Kultur galt. Seine vielfältigen Interessen führten dazu, dass einerseits zahlreiche Werke von ihm veröffentlicht wurden ("Emblemata", "Corpus iuris Hungarici"), andererseits seine Stellung bei Hof als Arzt stieg, sodass er zum Hofarzt von Kaiser Maximilian II wurde.

Mit dem so erwirtschafteten Reichtum legte er die (damals) größte Bibliothek der Welt an, sammelte Kunstwerke und Münzen. Seine Sammlung von Handschriften bildet den Grundstock der Österreichischen Nationalbibliothek.

Bild Anlass/Persönlichkeit Text der Tafel
Johannes Sambucus plaque in Wien.jpg Sambucus-Zsamboky, Johannes An dieser Stelle stand

das Wohn- und Sterbehaus
des ungarischen Humanisten
Johannes Sambucus-Zsamboky
1531


1584
Kamenyeczky 84



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Quellen