Brandstätte 10

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Grund-Information
Mattonihof-Tuchlauben.jpg

altes Musikvereinsgebäude, Mattoni-Hof, Brandstätte 10

Aliasadressen =Brandstätte 10, =Tuchlauben 12
Ehem. Konskriptionsnummer vor 1862: 558, 559 | vor 1821: 598, 599 | vor 1795: 572, 573
Baujahr 1885
Architekt Gustav Korompay


Altes Musikvereinsgebäude, Mattoni-Hof - Architektur und Geschichte

1885 ließ Heinrich von Mattoni, nach dem Haus noch heute benannt ist, das Gebäude erbauen. Mattoni war ein berühmter tschechischer Mineralwasserfabrikant, er war der Erste, der Mineralwasser in Glasflaschen abfüllte (1868) und diese sogar mit Papieretiketten versah. Zuvor wurde das Wasser nur in Tonflaschen abgefüllt.

Mattoni wurde 1870 zum k.k. Mineralwasser-Hoflieferant erhoben.

Das Areal im Laufe der Jahrhunderte

Bevor das Gebäude errichtet wurde, gab es hier schon einige Vorgängerbauten und Nutzungen:

Römerzeit

Das Areal wurde schon viel früher genutzt: Hier war ein Teil des römischen Legionärlagers. Den Beweis dazu lieferte eine Grabung der Stadt Wien im Jahr 1906 – bei Umbauarbeiten wurden die Reste von Gebäuden des römischen Lagers entdeckt. Es handelte sich um mehrere Räume, die zum Teil mit Hypokausten und Estrichböden ausgestattet sind.

Herzöglicher Kammerhof

Bis ca. 1280 waren hier die „Hausgenossen“ angesiedelt. Ende des 12. Jhdts. erhielt Wien durch das Lösegeld für König Richard Löwenherz eine große Menge an Silberbarren, die zu Münzen geprägt werden sollten. Bisher war die Münzprägerei in Krems, die besseren technischen Voraussetzungen gab es jedoch in Wien. Daher wurde an 48 Bürger der Stadt die Münzprägerei übertragen – die sogenannten Hausgenossen. Ein Vorrecht der Hausgenossen war auch der Wechsel von Geld, die Wechselbänke siedelten sich daher im Bereich der Brandstätte (bis hinauf zum Judenviertel) an.

Gesellschaft für Musikfreunde

1822 mietete die Gesellschaft der Musikfreunde das Haus und übersiedelten aus dem Gundelhof hierher. 1829 kaufte es der Verein und ließ es durch Franz Xaver Lössl zu einem Konzerthaus umbauen. Der große Konzertsaal wurde am 6.9.1831 mit dem Tedeum von Johann Nepomuk Hummel eröffnet. Das Musikhaus hatte zahlreiche berühmte Dirigenten und Virtuosen zu Gast und bewirkte, dass Konzerte ihre Hochblüte in Wien erlebten. Als die Gesellschaft für Musikfreunde in ihr neu erbautes Haus am Karlsplatz gezogen waren, wandelte sich das Haus zum Theater.

Das Strampfer-Theter

Von 1871 bis 1884 war in diesem Haus das „Strampfer-Theater“, das der „Lokalposse“ und der Operette gewidmet war. Es wurde von Friedrich Strampfer als Tuchlauben-Theater gegründet – und galt wegen der niedrigen Eintrittspreise als Wiener Vorstadttheater. Hier wurden z.B. Uraufführungen von Jacques Offenbach gebracht.

Das heutige Haus entstand auf einem Areal, das durch Teilung des Hauses Stadt 572 (bis 1795) frei wurde.

Wohnhaus bekannter Persönlichkeiten

Wohnhaus Hebbel

1861 wohnte in diesem Haus der Schriftsteller Hebbel (* 18. März 1813 Wesselburen, Holstein, † 13. Dezember 1863 Wien 9, Liechtensteinstraße 13).



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