Stephansdom: Das gotische Chorgestühl

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Stephansdom

DAS GOTISCHE CHORGESTÜHL

Das gotische Chorgestühl gehörte zu den bedeutendsten Holzarbeiten im Stephansdom. Es stand im Chorbereich und ging beim Dombrand 1945 fast vollständig verloren.

Das Chorgestühl

Chorgestühl der Stephanskirche

Chorgestühl der Stephanskirche

Einst, vor dem Brand 1945, befand sich zu beiden Seiten des Altars ein wertvolles gotisches Chorgestühl, das ganz aus Holz gewesen war. Es war um 1476 bei Meister Wilhalm Rollinger in Auftrag gegeben worden und 1486 vollendet worden.

Beim Brandereignis im April 1945 stürzten im Chorbereich tragende Teile ein. Dabei wurden die Chororgel, die Kaiserloge und das Rollinger-Chorgestühl unter Trümmern begraben; die Holzteile verbrannten unter dem Schutt und gingen damit weitgehend unwiederbringlich verloren. Der Brand vernichtete nahezu alles von diesem Kunstwerk, im Dommuseum sind heute nur mehr eine geschwärzte Figur des Heiliges Sebald von der Rück­seite und eine weibliche Figur erhalten.[1][2]

Als das hochgotische Chorgestühl geschaffen wurde, war es nur für die Chorherren des Domkapitels vorgesehen, mit der Zeit durften hier die Wiener Ratsherren sitzen, dann sogar einfache Kirchenbesucher. Es prägte über Jahrhunderte den Chorraum, weil es nicht nur „Möbel“ war, sondern ein erzählendes Kunstwerk: Holzschnitzerei, Figurenprogramm und liturgischer Ort fielen hier zusammen.

Heute zeugen nur mehr Beschreibungen und alte Bilder von der Pracht und der Kunstfertigkeit dieser mittelalterlichen Bänke.

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Quellen

  1. https://www.dombauwien.at/dombau/pdf/der_dom_Zeitung/DerDom_2005_1.pdf
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Stephansdom
  3. Rudolf von Alt (Künstler), Innenansicht des Stephansdoms - Das gotische Chorgestühl von Wilhelm Rollinger, 1877, Wien Museum Inv.-Nr. 138528, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/385852/)
  4. Wiener Kunstdruck-Gesellschaft (Druckerei), Leopold Indra (Hersteller), 1., Stephansdom - innen - Chorstühle, Ansichtskarte, ca. 1924–1925 (Herstellung), Wien Museum Inv.-Nr. 44236/9, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/141042/)