Samo-Aufstand
Samo-Aufstand – als ein fränkischer Händler namens Samo zum König der Slawen gewählt wird, wendet sich das Blatt: Rund um 623/626 erheben sich slawische Gruppen gegen die Awaren. 631 besiegen sie die Franken unter Dagobert I. bei der legendären (aber bis heute unlokalisierten) Schlacht bei Wogastisburg. Bis zu Samos Tod (um 658) besteht ein lockerer slawischer Bund – danach gewinnen die Awaren im Donauraum wieder an Boden.
Kurzüberblick
| Wann? | Wer? | Worum geht’s? |
|---|---|---|
| ca. 623/626–658 | Slawische Gruppen, König Samo; Gegner: Awaren, später Franken (Dagobert I.) | Aufstand gegen awarische Oberhoheit; Sieg bei Wogastisburg (631); kurzlebiger slawischer Bund |
Wie kam es zum Aufstand? (kurz erzählt)
Nach Jahrzehnten awarischer Dominanz im poströmischen Donauraum schließen sich slawische Gruppen zusammen. Samo – ursprünglich ein fränkischer Händler – erweist sich als fähiger Anführer, wird zum König gewählt und führt erfolgreiche Feldzüge. 631 prallt Dagobert I. mit einem fränkischen Heer auf Samos Bund – und verliert bei Wogastisburg. Samos Herrschaft endet mit seinem Tod um 658; etwa ab um 680 festigen die Awaren ihre Macht erneut.
Wien-Bezug
- Der Wiener Raum liegt im Kontakt- und Konfliktgürtel zwischen Alpen, Pannonien und Karpaten – ideal für Durchzug und Kontrolle von Routen.
- Nach dem Ende von Vindobona bleiben Spuren: byzantinische Münzen in der Innenstadt, 6.-Jh.-Gräber am Berghof – Zeichen von Leben trotz politischer Brüche.
- Der slawische Einfluss zeigt sich in Ortsnamen wie Währing, Döbling, Liesing oder Lainz.
- Der Samo-Aufstand schwächt vorübergehend die Awaren – im Wiener Umfeld bleibt die Lage jedoch volatil, bis ab dem 8./9. Jh. mit Karolingern neue Ordnung greift.
Mini-Zeitleiste
| Zeit | Weltweit | zeitgleich im Wiener Raum |
|---|---|---|
| 568 | Langobarden nach Italien | Awaren übernehmen den Donauraum, Slawen unter awarischer Oberhoheit |
| ca. 623/626 | Wahl Samos zum König | Slawische Gruppen formieren sich – Druck auf die Awaren |
| 631 | Schlacht bei Wogastisburg (Sieg Samos) | Franken (Dagobert I.) scheitern – Awarische Macht geschwächt |
| bis ca. 658 | Samos Bund besteht | Handel & Kontakte; Wien bleibt Zwischenraum mit slawischen Spuren |
| um 680 | Rückkehr/Erstarken der Awaren | Awarische Herrschaft festigt sich erneut im Wiener Umfeld |
Mythentrennung (kurz & freundlich)
| Behauptung | Was stimmt? |
|---|---|
| „Samo gründete einen geeinten slawischen Staat.“ | Besser: ein lockerer Stammesbund unter seiner Führung – ohne feste Hauptstadt oder dauerhafte Institutionen. |
| „Wogastisburg lag in Wien.“ | Unbekannt. Kandidaten reichen von Böhmen bis Mähren/Bayern. Für Wien gibt es keinen belastbaren Nachweis. |
| „Nach Samo war alles ruhig.“ | Kurz. Um 680 werden die Awaren im Donauraum wieder stark; echte Neuordnung bringt erst die karolingische Zeit. |
Mini-Galerie
- Am Hof 1
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