Plößlgasse 2
- Bezirk
- 4., Wieden
- Aliasadressen
- =Plößlgasse 2
- =Prinz-Eugen-Straße 20-22
- Konskriptionsnummer (Wieden)
- vor 1862: 116 (Heugasse, Obere Alleegasse)
- vor 1821: 63
- vor 1795: 344
- Baujahr
- 1975-1959
- Architekten (Bau)
- Carl Auböck
Das Haus - Architektur und Geschichte
Heute steht hier das Beratungszentrum der Arbeiterkammer Wien, das 2008 komplett saniert wurde. Außer der Fassade, die unter Denkmalschutz steht, und dem Kellergeschoss, ist nichts mehr vom alten Gebäude erhalten. Das Haus wird als Beratungszetnrum genutzt und ist die Zentrale der AK Wien.
Vorgängergebäude
Ehemals befand sich hier das Palais Hugo Ernst, das vom Steinmetz (Architetken) Hugo Ernst 1860 für sich selbt erbaut worden war. Der Architekt wohnte hier, bis er das Palais 1876 an Albert von Rothschild verkaufte (er selbst baute sich ein neues Haus in der Gußhausstraße 28). [1] Da Hugo Ernst zwar das Handwerk des Bauens von seinem Vater, dem Dombaumeister Leopold Ernst erlernt, aber nie selbst ein Architekturstudium absolviert hatte, musste er mit konzessionierten Baumeistern oder ausgebildeten Architekten zusammenzuarbeiten. Hier nahm er Ludwig Wächtler als Architekten.
Die jüdische Familie Rothschild verlor das Haus, als die Nazis die Macht - und 1938 das Palais - übernahmen. Das NS-Regime machte unter Anführung des "Judenreferenten" Adolf Eichmann aus dem Palais die "Zentralstelle für jüdische Auswanderung", von hier aus wurden mehr als 65.000 Juden in Konzentrationslager deportiert und dort meist ermordet.
Nach dem Krieg erhielt die Familie das Palais zurück, wollte aber in Wien keine Liegenschaften mehr haben, und suchte in der damalig sowjetischens Besatzungszone einen Käufer. 1954 gelang es der AK Wien, das nur leicht beschädigte Gebäude zu erwerben. [2]
Das Palais wurde 1975 abgerissen, stattdessen wurde von der Arbeiterkammer das Anna-Boschek-Mädchenheim errichtet, Architekten waren Carl Auböck und Franz Mörth. [3] Das Anna-Boschek-Heim (Benennung 1960) wurde als Wohnheim für Lehrmädchen genutzt. Als die AK umgebaut wurde, riss man das Gebäude teilweise ab und vegrößerte den Park. [4], [5]
Kunst im öffentlichen Raum
Im Haus der AK befinden sich zwei Büsten:
- eine Büste zeigt Karl Renner, sie ist ein Werk von Gustinus Ambrosi aus dem Jahr 1949, und befindet sich zur Zeit im Depot (nicht zugänglich),
- eine weitere Büste stellt Ferdinand Hanusch von Carl Gelles aus dem Jahr 1921 dar. Sie stand einst vor dem Gebäude, heute ist sie im Foyer zu finden. [6], [7]
Alte Ansichten
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Quellen
- ↑ http://www.architektenlexikon.at/de/1044.htm
- ↑ https://wien.arbeiterkammer.at/ueberuns/Fakten_zur_AK/unserhaus/index.html#heading_Standortgeschichte_als_Taetergeschichte
- ↑ https://www.architektenlexikon.at/de/1415.htm
- ↑ https://www.dasrotewien.at/seite/boschek-anna
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Anna-Boschek-Heim
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgeschützten_Objekte_in_Wien/Wieden
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Hanuschdenkmal_(4)
- ↑ Carl Haack (Fotograf), 4., Plößlgasse (ehem. Obere Allee-Gasse 2-12) - Allgemein - Palais Hugo Ernst, um 1880, Wien Museum Inv.-Nr. 93080/172, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/496269/)
- ↑ Unbekannt, 4., Plößlgasse 2 (ehem. Obere Allee-Gasse 12) - Palais Hugo Ernst, um 1880, Wien Museum Inv.-Nr. 95340/82, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/objekt/591077/)