Parkanlage 12.-Februar-Platz
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Überblick und Geschichte
Die Grünanlage 12. Februar-Platz ist der zentrale Hofpark des Karl-Marx-Hof und liegt im langgezogenen Ehrenhof der Wohnanlage zwischen Boschstraße und Heiligenstädter Straße. Der Platz entstand in den Jahren 1927 bis 1930 gemeinsam mit dem Gemeindebau als großzügig gestalteter Freiraum des sogenannten Roten Wien, in dem Grünraum, Durchwegung und Gemeinschaftseinrichtungen eng miteinander verknüpft sind.[1]
Nach mehreren Jahrzehnten intensiver Nutzung wurde unter dem Hof eine Wohnsammelgarage errichtet, um die umliegenden Straßen und den Platz selbst dauerhaft vom ruhenden Verkehr zu entlasten. Im Zuge dieser Arbeiten wurde die Parkfläche abgetragen und anschließend in Anlehnung an die historische Gestaltung wiederaufgebaut. Heute präsentiert sich die Grünanlage als erneuerter Hofpark mit Wiesen, Bäumen und Wegen, der den denkmalgeschützten Karl-Marx-Hof rahmt und seine Rolle als identitätsstiftender Freiraum für die Bewohnerinnen und Bewohner beibehält..[2][3]
Ausstattung und Nutzung
Die Grünanlage 12. Februar-Platz bietet überwiegend offene Wiesenflächen, die von Baumreihen und Einzelbäumen begleitet werden. Entlang der Hauptwege stehen Bänke und Sitzgelegenheiten, die sowohl den Bewohnerinnen und Bewohnern des Karl-Marx-Hofes als auch Besuchern als Aufenthaltsorte dienen. Der eingestreute Kinderspielbereich ist in den Hofraum integriert und erlaubt kurze Wege aus den umliegenden Stiegenhäusern.
Da weder eine Hundezone noch ein Trinkbrunnen vorhanden sind, bleibt der Park in seiner Nutzung relativ überschaubar und wohnungsnah. Die Anlage eignet sich vor allem für kurze Aufenthalte, Treffen im Freien, zum Spielen mit Kindern und als grüner Durchgangsraum zwischen Boschstraße und Heiligenstädter Straße. Durch die unter dem Park gelegene Garage sind die Wiesen weitgehend frei von oberirdischem Parkverkehr, was die Aufenthaltsqualität zusätzlich erhöht.
In der Mitte des Parks, auf einem quadratischen Platz, steht ein Denkmal: "Der Sämann".
Kunst im öffentlichen Raum
- Der Sämann im Karl-Marx-Hof
| Steckbrief | |
|---|---|
| Datierung / Enthüllung | 1920 (Aufstellung in den späten 1920er-Jahren) |
| Künstler | Otto Hofner (1879–1946) |
| Material | Bronze |
| Standort (genau) | Grünbereich der Grünanlage 12. Februar-Platz im Ehrenhof des Karl-Marx-Hofes, 19., Döbling |
Der Sämann ist eine freistehende Bronzefigur des Bildhauers Otto Hofner und gehört zu den bekanntesten plastischen Arbeiten im öffentlichen Raum des Roten Wien. Hofner war als Goldschmied, Medailleur und Bildhauer tätig und schuf zahlreiche Plastiken und Reliefs für Gemeindebauten, Grabdenkmäler und öffentliche Einrichtungen in Wien.[4] In seinem Werkverzeichnis wird Der Sämann als Bronzeskulptur für den Karl-Marx-Hof im 19. Bezirk mit dem Entstehungsjahr 1920 genannt.[5]
Die Figur zeigt einen kräftig gebauten Mann, der in weitem Schritt voranschreitet und mit der rechten Hand Saat aus einem Beutel ausbringt, den er mit der linken Hand an der Hüfte hält. Der Oberkörper ist weitgehend entblößt, die Figur ist von einem Tuch umschlungen, das sich dynamisch um den Körper legt. Die Geste der ausgestreckten Hand und der ausschreitende Schritt verleihen der Skulptur eine starke Vorwärtsbewegung.[6]
Die Figur kann als Sinnbild für die Aussaat einer neuen Gesellschaft verstanden werden: Die sprichwörtliche Saat steht nicht nur für Ernte und Wohlstand, sondern auch für Bildung, Solidarität und soziale Sicherung, wie sie die großen Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit verkörpern.[7]
Im Kontext von Hofners Schaffen steht die Figur in einer Reihe von Arbeiten, die arbeitende Menschen, Handwerker oder allegorische Gestalten der Arbeit zeigen. In diesem Sinn fügt sich Der Sämann in das programmatische Bildrepertoire des Roten Wien ein, das die Würde der Arbeit und die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft betonte.[8]
Während der Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus blieb die Figur – anders als manche andere Werke im öffentlichen Raum – erhalten. Der Ehrenhof und der Karl-Marx-Hof insgesamt wurden allerdings politisch umgedeutet und ihrer ursprünglichen sozialdemokratischen Symbolik weitgehend entkleidet. Nach 1945 wurde der Gemeindebau zunehmend als historischer Ort des Roten Wien wahrgenommen; die Skulptur blieb dabei eine eher still präsente, aber symbolisch aufgeladene Figur zwischen Erinnerung und Alltag.[9]
Praktische Hinweise
- Erreichbarkeit
- Am einfachsten ist die Grünanlage über die U-Bahnstation - Heiligenstadt zu erreichen; von dort führt ein kurzer Fußweg über den Bahnhofsplatz und die Heiligenstädter Straße zum 12.-Februar-Platz und in den Hofraum. Zusätzlich halten die Straßenbahnlinie D und mehrere Buslinien an der Station 12.-Februar-Platz direkt vor dem Karl-Marx-Hof.
- Angebot für Kinder
- Im Hof befindet sich ein kleinkindgerechter Spielbereich mit einfachen Spielgeräten und viel Rasenfläche zum Laufen und Toben. Durch die hofartige Lage ist der Bereich gut einsehbar und klar vom Straßenraum getrennt.
- Hinweise für Hundehalter
- In der Grünanlage gibt es keine ausgewiesene Hundefläche. Hunde sind an der Leine zu führen; für freies Laufen sollten die nahegelegenen Hundezonen im Bezirk genutzt werden.
- Service
- Der Park ist täglich von 0 bis 24 Uhr geöffnet. Für Fragen zur Parkanlage, Pflege und Ausstattung steht das Servicetelefon der Stadt Wien unter +43 1 4000 8042 zur Verfügung. Die Grünanlage ist ganzjährig geöffnet und kann rund um die Uhr betreten werden.
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Quellen
- ↑ https://www.wien.gv.at/freizeit/12-februar-platz-park
- ↑ Stadt Wien: Parkanlage 12. Februar-Platz – Angaben zu Lage, Größe und Wiederherstellung der Anlage 2011 unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte.
- ↑ Übersicht »Parks und Gärten in Döbling« – Eintrag Parkanlage 12. Februar-Platz.
- ↑ Otto Hofner (Bildhauer), biographische Angaben und Werkübersicht.
- ↑ Otto Hofner (Bildhauer), Werkverzeichnis mit Eintrag Der Sämann, 1920.
- ↑ Stadt Wien, Kunst im öffentlichen Raum, Objektbeschreibung Der Sämann, 12.-Februar-Park.
- ↑ Komoot-Highlight Statuen des Karl-Marx-Hofes, Kurzbeschreibung der Plastik und Deutung als Symbol für die Aussaat einer neuen Gesellschaftsordnung.
- ↑ Ausstellung 100 Jahre Rotes Wien, Wien Museum; begleitende Texte zur Rolle von Skulpturen in Gemeindebauten.
- ↑ Die Presse, Artikel Das Rote Wien 1919–1934, mit Abbildung Karl-Marx-Hof, Ehrenhof mit der Skulptur Der Sämann.


