Organisation der Ärztinnen Österreichs

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Organisation der Ärztinnen Österreichs



Verein
Gründung 9. Februar 1919
Auflösung 1938
Neugründung 1948
Namensformen Ärztinnen-Organisation, Österreichische Ärztinnenorganisation, OÄÖ
Nachkriegszeitlich belegter Sitz 1., Weihburggasse 10-12 (1964)
Profil Standesvertretung und Netzwerk österreichischer Ärztinnen
Gründerin Dora Teleky
Bedeutende Vorsitzende Dora Teleky, Marianne Jokl, Lore Antoine-Trappen
Vernetzung Mitgliedsverein des Bund Österreichischer Frauenvereine; Dachorganisation der Organisation der Wiener Ärztinnen

Die Organisation der Ärztinnen Österreichs war eine bedeutende standespolitische Vereinigung österreichischer Medizinerinnen. Sie wurde am 9. Februar 1919 von der Gynäkologin Dora Teleky gegründet und 1938 aufgehoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie 1948 von Lore Antoine-Trappen neu ins Leben gerufen.[1][2][3]

Geschichte

Die Gründung der Organisation fällt in die unmittelbare Nachkriegszeit nach dem Ersten Weltkrieg. In einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher Neuorientierung schufen österreichische Ärztinnen damit eine eigene standespolitische Plattform, die ihre Interessen bündeln und ihre Sichtbarkeit im medizinischen Berufsleben stärken sollte. Bereits im Oktober 1919 erfolgte die Aufnahme in die internationale Ärztinnenorganisation Medical Women’s International Association.[4][5]

Die erste Vorsitzende war Dora Teleky, die zu den frühen akademischen Ärztinnen Wiens zählte. Teleky war nicht nur Gründerin der österreichischen Organisation, sondern auch eng mit der Organisation der Wiener Ärztinnen verbunden. Die personelle Überschneidung beider Vereinigungen war so groß, dass eine klare Abgrenzung in den Quellen teilweise schwierig ist.[6][7]

In der Zwischenkriegszeit gehörten unter anderem Lore Antoine-Trappen, Frida Becher-Rüdenhof, Pauline Feldmann, Hedwig Fischer-Hofmann und Clara Scherer-Hönigsberg zu den Mitgliedern. Als Vorsitzende werden neben Dora Teleky auch Marianne Jokl und später Lore Antoine-Trappen genannt. Die Organisation war zugleich Mitgliedsverein des Bund Österreichischer Frauenvereine.[8][9][10]

1938 wurde die Organisation aufgelöst. 1948 erfolgte die Neugründung durch Lore Antoine-Trappen, wodurch die Vereinigung über die Zäsur von Nationalsozialismus und Krieg hinaus in veränderter Form weiterlebte. Für die Nachkriegszeit ist ein Sitz in der Weihburggasse 10–12 belegt.[11][12]

Bedeutung

Die Organisation der Ärztinnen Österreichs war eine der wichtigsten beruflichen Zusammenschlüsse akademisch ausgebildeter Frauen in Österreich. Sie verband standespolitische Interessenvertretung mit internationaler Vernetzung und machte sichtbar, dass Frauen im medizinischen Beruf längst nicht mehr bloß Ausnahmeerscheinungen waren. Damit gehört ihre Geschichte sowohl zur Wiener Medizingeschichte als auch zur Geschichte der organisierten Frauenbewegung.[13][14]

Ein wichtiges Kapitel war der VI. Internationale Ärztinnenkongreß in Wien im Jahr 1931. Dieser Kongress zeigt, dass Wien in der Zwischenkriegszeit ein relevanter Ort der internationalen Vernetzung von Ärztinnen war und die österreichische Organisation in diesen Austausch aktiv eingebunden blieb.[15][16]

Vorkommen in CityABC

Für CityABC ist die Organisation aus mehreren Gründen interessant. Einerseits verweist sie auf die Geschichte der ersten Ärztinnen in Wien und auf deren Zusammenschlüsse nach 1918. Andererseits ist mit der Weihburggasse 10-12 auch eine konkrete Wiener Adresse der Nachkriegszeit belegt. Die Geschichte des Vereins verbindet damit Frauenbewegung, Medizingeschichte und die Entwicklung weiblicher Berufsorganisationen in Wien.[17]

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Quellen